17 Oktober 2018 | Meinung & Kommentare

Zu viele Schlachthöfe im Lande

Der Grundsatz des Fleischverarbeitungsbetriebs Meatco lautet „dem Interesse der namibischen Produzenten zu dienen.“ Dies ist nicht so einfach, zumal sich der Betrieb jahrelang einer Einmischung seitens des Staates ausgesetzt sah. So betrieb Meatco Schlachthöfe im Norden Namibias und erntete dabei Millionenverluste. Seitdem der Staat diese Rolle übernahm passiert gar nichts mehr, denn er hat es gemerkt: Es kostet tatsächlich Millionen!

Nun zweifelte der ehemalige Wirtschaftsprüfer und jetzige Farmer, Vetumbuavi Junius Mungunda, in der Vorwoche am Bestandsrecht eines Betriebs wie Meatco, wenn dieser als Produzenten-Betrieb, dem Farmer weniger auszahlt als die Mastbetriebe in Südafrika, die die Tiere auf dem Huf von Namibia in das südliche Nachbarland exportieren. „An dem Konzept stimmt etwas nicht. Das sollte nicht ignoriert werden, sondern müssen Lösungen im Interesse des Landes gefunden werden. Denn so wird niemals Mehrwert kreiert. Wir treten auf der Stelle“, meinte Mungunda.

Und während Meatco mit seinem angehäuften Schuldenberg kämpft, soll demnächst ein weiterer Fleischexportbetrieb unweit von Otjiwarongo entstehen. Von dem sich angeblich lohnenden Schlachtbetrieb bei Witvlei, der ebenfalls exportierte, ist heute nichts übrig.

Meatco verarbeitete im vergangenen Jahr 80000 der 171000 in Namibia geschlachteten Rinder. Weitere 313000 Stück Lebendvieh wurden auf dem Huf exportiert. Die neu-angekündigte Kapazität von 200 Rindern pro Tag soll also aus dieser Exportmasse kommen. Bei 20 Schlachttagen pro Monat über eine Zeitspanne von nur zehn Monaten, könnte der neue Betrieb 40000 Rinder verarbeiten. Allerdings waren laut Statistik 89% der exportierten Tiere Absatzrinder. Somit gab es nur knapp 35000 schlachtreife Tiere, welches bedeutet, dass sich der Neubetrieb bereits jetzt auf einen Preiskrieg mit Meatco einlassen muss.

Kurzfristig eine gute Aussicht für den Farmer, aber langfristig fatal für alle Produzenten und unser Land, denn beide Betriebe werden voraussichtlich am Stock gehen.

Frank Steffen

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