31 März 2017 | Meinung & Kommentare

Zu früh gefreut, zu spät gehandelt

Es war eine der besten Meldungen seit langer Zeit: Die Regierung hat vorgeschlagen, die Winterzeit abzuschaffen und ist damit dem Wunsch einer Mehrheit von Namibiern gefolgt. Allerdings hatten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes zu früh gefreut, denn das geplante Ende der Winterzeit ist in der politisch-bürokratischen Mühle stecken geblieben. Ein Beispiel dafür, wie Volkes Wille durch Trägheit und Lustlosigkeit ausgebremst wird.

Schon vergangenes Jahr wurden Erwartungen und Hoffnungen geweckt, als das Innenministerium die Bevölkerung aufrief, sich zur Zeitumstellung zu äußern. Allerdings: Der öffentliche Aufruf war mangelhaft, die Zeit (zur Auswertung) am Ende angeblich zu knapp und so bleib alles unverändert. Dann plötzlich im Februar dieses Jahres die Präsentation der Ergebnisse: Satte 88,3% der Beteiligten an dem Aufruf haben sich gegen die Winterzeit ausgesprochen. Das Kabinett stimmte dem Vorschlag zu. Doch wegen Abwesenheit der Ministerin wurde die Debatte zur Gesetzesänderung in den März geschoben, bis dann die Vizebildungsministerin vorschlug, das Thema in einen Ausschuss zu verweisen. Welcher das sein soll, war zu diesem Zeitpunkt völlig unklar. Weil die Abgeordneten bis auf eine Ausnahme nicht widersprachen, sondern im Dämmermodus verharrten, war das Aus der Initiative besiegelt. Bis heute gibt es keine Antwort darauf, ob und welcher Ausschuss das Thema behandelt hat.

Die Verantwortlichen sind zum zweiten Mal über ihr eigenes Zeitmanagement gestolpert. Der Wunsch der Bürger und auch der Politik ist durch pure Schlamperei abgewürgt worden. Also gilt: Bitte alle Uhren umstellen, denn ab Sonntag ist wieder Winterzeit.

Stefan Fischer

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