08 August 2019 | Verkehr & Transport

Zivilluftfahrtbehörde findet Lösung

Instrumentenanflüge werden demnächst wieder erlaubt

Der Geschäftsführer der namibischen Luftfahrtbehörde NCAA zeigt sich in einem Gespräch zuversichtlich, dass durch eine befristete Notlösung spätestens Anfang der kommenden Woche die meisten Flüge nach Walvis Bay wieder eine Landung werden vornehmen können.

Von Frank Steffen, Windhoek

Das Verbot von Instrumentenanflügen, das dazu geführt hatte, dass in der vergangene Woche ein Flug des namibischen Präsidenten Hage Geingob vom Walvis Bayer Flughafen nach Arandis umgeleitet werden musste, hat die namibische Zivilluftfahrtbehörde unter Zugzwang gebracht. Flug- und Chartergesellschaften hatten bereits zunehmend Aufenthalte verkraften müssen und hatte sich der namibische Gastgewerbeverband (HAN) besorgt über ausbleibende Ankünfte gezeigt - diese würden einen Image-Verlust zur Folge haben.

Der amtierende Geschäftsführer der NCAA, Reinhardt Gärtner, hat volles Verständnis für die Beschwerden, sieht sich allerdings von einer Situation konfrontiert, derer Ursprung einerseits an einer fehlerhaften Anschaffung vor mehreren Jahren liegt, und andererseits die Flugsicherheit in Frage stellt - ein Risiko, dass er weder eingehen will noch kann. Er sei allerdings täglich in Kontakt mit Fachmännern aus der Slowakei, die die Software der betroffenen Programme überprüfen und sich trotz eines Disputs über die Rechte, dazu bereit erklärt haben, der NCAA mit einer Notlösung entgegenzukommen. Das kommt der NCAA gelegen, denn die Systeme müssten gemäß Vorschriften spätestens im kommenden Jahr sowieso geprüft und neu programmiert werden.

„Im besten Fall dürfte ein vorläufiges Programm bereits am Freitag, sonst sicherlich nicht später als Montag, einsatzbereit sein“, meinte Gärtner in einem Gespräch mit der AZ. Die NCAA hatte ab dem 19. Juli 2019 alle VOR-Instrumentenanflüge der beiden internationalen Flugplätze in Windhoek und Walvis Bay verboten (AZ berichtete). Dieses Landesystem stützt sich auf ein EDV-Programm, das den sichtweitenbedingten Multi-Richtungsansatz (Visual Omni-directional Range, VOR) reguliert.

Während der internationale Hosea-Kutako-Flughafen Windhoeks auch das Instrumentenlandesystem (Instrument Landing System, ILS) verwendet und außerdem wegen „des guten Wetters kein sofortiges Problem hat“, kämpft nur Walvis Bay mit Sichtbehinderungen wie Nebel, so Gärtner. Das VOR führt ein Flugzeug im Blindanflug zur Landepiste, doch abhängend von den umliegenden Strukturen und Umständen sowie der Sicht - die dann im Anflug doch ausschlaggebend ist - müssen Flugführer entscheiden ob die Landung, gemessen an den „Minimals“ (Mindestansprüche), abgebrochen werden muss oder nicht.

Ein EDV-Fachmann hatte vor einigen Jahren im Auftrag der NCAA ein VOR-Programm erstellt, von dem sich herausgestellt hat, dass der Mann zwar die Erlaubnis seines Arbeitgebers hatte, diesen Auftrag anzunehmen und eine bestimmte Software dafür einzusetzen, doch war der Arbeitgeber nicht dazu berechtigt, eine solche Genehmigung zu erstatten. „Im Grunde ist dies eine unlizenzierte Software, die obendrein Mängel aufweist, wie es uns die ICAO aufgezeigt hatte“, erklärte Gärtner und freute sich darüber, dass ihm das Software-Unternehmen aus der Slowakei nun aus der Patsche hilft.

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