09 Juni 2021 | Gesundheit

Zahlreiche Schulschließungen

Krankenhäuser in Windhoek und Oshakati überlastet

Angesichts der sich verschärfenden Corona-Situation sind Krankenhäuser landesweit überlastet und stehen akutem Ausstattungs- und Kapazitätenengpässen gegenüber. Auch Leichenhallen sind teils überfüllt. Zahlreiche Schulen mussten schließen.

Von K. Moser und H. Lamprecht, Windhoek

Aufgrund von Corona-Ausbrüchen sind erneut landesweit zahlreiche Schulen geschlossen worden. Sanet Steenkamp, Staatssekretärin für das Bildungsministerium, sagte im Gespräch mit der AZ, dass in den Regionen Khomas, Oshikoto und Omaheke Schulschließungen stattgefunden hätten. Zu den in Windhoek geschlossenen Schulen gehörten die Hage Geingob Secondary School, St. Paul’s, St. George’s, Suiderhof-Grundschule, Hochland High, Windhoek High, Augustineum und Jan Möhr, sowie in Swakopmund die Pro-Ed Academy. Steenkamp sagte, ein Schüler sei bereits an Corona gestorben. Ihr zufolge blieben die Maßnahmen, die das Ministerium und die Schulen ergriffen, bei den altbekannten Regelungen der Hygiene, Maskenpflicht und Abstandswahrung. Sobald Infektionen an einer Schule gemeldet würden, trete das Ministerium mit ihr in Verbindung und führe eine Risikoanalyse durch, um festzustellen, wie weitreichend Schließungen gehen sollen. „Die Übertragung bei den Schülern zuhause stellt uns jedoch vor große Herausforderungen. Es bringt nichts, dass sich die Schulen an alle Protokolle halten, in den Gemeinden aber weiterhin gefeiert und und Kontakte gepflegt werden“, so Steenkamp. Daher arbeite das Ministerium an einer Kampagne, um mehr Bewusstsein in den Gemeinden zu schaffen und die Menschen außerdem zum Impfen anzuhalten. Gerade aber auch die beengten Lebensverhältnisse zahlreicher Familien in minderbemittelten Gegenden des Landes scheinen einen Anteil an dem hohen Infektionsgeschehen zu haben. Eine landesweite grundsätzliche Schulschließung, so Steenkamp, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht zu erwarten. „Es gibt Regionen und Schulen, an denen kein einziger Infektionsfall verzeichnet ist. Daher müssen wir Schließungen von Fall zu Fall beurteilen.“

Notstand im Oshakati-Krankenhaus

In der Zwischenzeit meldete das Krankenhaus von Oshakati, dass es kaum noch medizinischen Sauerstoff zur Verfügung habe und daher alle Operationen unter Vollnarkose abgesagt worden seien. Man führe nur noch Eingriffe unter örtlicher Betäubung durch. Dies bestätigte auch die Gesundheitsdirektorin der Oshana-Region, Johanna Haimene. Nicht nur das Corona-Behandlungszentrum, sondern sämtliche Abteilungen des Krankenhauses seien von akutem Mangel betroffen. Zwei zufolge mangele auch an Handschuhen und Operationskleidung. „Es ist wirklich traurig, niemanden scheint es zu interessieren“, so einer der Doktoren. „Die Situation ist lebensbedrohlich.“ Man könne kaum seine Arbeit durchführen, da die notwendige Ausstattung fehle.

Notbetrieb in Windhoeker Krankenhäusern

Indessen wurden alle landesweiten Überweisungen an das Windhoeker Zentralkrankenhaus und das Katutura-Staatskrankenhaus bis auf Weiteres eingestellt. Es werden ab sofort nur noch dringende Notfalleingriffe durchgeführt. In beiden Krankenhäusern sollen eigene Covid-Behandlungszentren eingerichtet werden, in denen separates Personal für drei bis sechs Monate im Einsatz ist. Dafür sollen unter anderem Mitarbeiter neu eingestellt werden, die vorher einen Schnellkurs zur Intensivpflege von Covid-Patienten erhalten sollen. Die Leitungen der Krankenhäuser rief auch das Gesundheitsministerium auf, so schnell wie möglich die benötigte Ausrüstung und medizinischen Sauerstoff zur Verfügung zu stellen.

Indessen hat die Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft mitgeteilt, dass sie für die nächsten zwei Monate geschlossen sei, und alle Veranstaltungen abgesagt. Die Bibliothek ist nur für Mitglieder zugänglich.

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