29 Juli 2020 | Gesundheit

Zahlreiche Dienststellen geschlossen

COVID-19: Finanzminister Shiimi sagt im letzten Moment Webinar aus London ab

Die COVID-19-Pandemie macht sich in der Hauptstadt bemerkbar, wo zunehmend Geschäftsstellen und Ämter geschlossen werden, um der Verbreitung des Virus entgegen zu wirken. Die Parlamentsgebäude bleiben 14 Tage lang geschlossen und der Öffentlichkeit unzugänglich. Der Finanzminister sagt in letzter Minute ein Gespräch mit der Royal African Society ab.

Von Frank Steffen

Windhoek

In einem Fernsehauftritt beschwor der namibische Gesundheitsminister, Dr. Kalumbi Shangula, gestern regelrecht die Einwohner Namibias, Vorsicht walten zu lassen und alles Menschenmögliche im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu tun: „Es gilt die Gesundheit sowie die Existenzen der Einwohner zu schützen, doch brauch die Regierung in diesem Kampf die Unterstützung aller Bürger.“ Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Hygiene und das Tragen von Masken seien äußerst wichtig, doch warnte er außerdem vor unnötigen Reisen.

Bisher weitgehend verschont geblieben, macht sich die COVID-19-Pandemie jetzt in der Hauptstadt bemerkbar. In einem internen Memo des amtierenden Sekretärs der Nationalversammlung, Dr. John Shimaneni, hatte dieser am Montag das im Parlamentsgebäude tätige Personal auf einen positiv-identifizierten Fall unter den Mitarbeitern des benachbarten Nationalrats hingewiesen. Gestern Morgen gab dann der Pressesprecher des Parlaments, David Nahogandja, die sofortige Schließung des Parlamentsgebäudes bekannt.

Der Finanzminister Iipumbu Shiimi sagte indessen gestern Nachmittag in letzter Minute ein Webinar mit der Royal African Society ab. Er müsse aufgrund der COVID-19-Krise zu einer dringenden Kabinettssitzung.

Auch das Büro der Behörde für geistiges Eigentum (Business and Intellectual Property Authority, BIPA) wurde gestern vorübergehend geschlossen, nachdem die Geschäftsführerin, Vivienne Katjiuongua, bestätigt hatte, dass es einen COVID-19-Verdachtsfall unter dem Personal gebe. In ähnlicher Weise gab das Magistratsbüro in Katutura gestern per angeschlagener Anweisung bekannt, dass das Gerichtsgebäude infolge eines bestätigten COVID-19-Falles für 14 Tage geschlossen bleibe – alle für diese Zeit anberaumten Gerichtsfälle würden erst wieder ab dem 17. August aufgegriffen.

Am Montag hatte der Mobilfunkbetreiber MTC die Schließung seines Kundendienstschalters und Bank Windhoek die vorübergehende Schließung ihres Hauptbüros sowie der Filialen im Auas-Valley-Einkaufszentrum und bei Ashirwad angekündigt, nachdem Mitarbeiter als COVID-19-infiziert bestätigt worden waren. Bereits am vergangenen Sonntag hatte der Generaldirektor des nationalen Rundfunksenders NBC, Stanley Similo, die teilweise Schließung des NBC-Hauptbüros angekündigt, nachdem der namibische Gesundheitsminister, Dr. Kalumbi Shangula, zuvor einen der NBC-Angestellten als positiv mit COVID-19 infiziert angegeben hatte.

Der aktuelle Bericht des Gesundheitsministeriums gab gestern Nachmittag 74 neue Fälle bekannt: 56 Personen in Walvis Bay, drei in Swakopmund und eine Person in Omaruru. Ferner vier neu erkannte Fälle in Windhoek, vier in Lüderitz, jeweils zwei in Oshakati und Rundu, und jeweils ein neuer Fall in Onan­djokwe und Okahandja. Insgesamt seien bisher 24 325 Teste ausgeführt worden, wobei 1917 positive Fälle ermittelt worden seien. Die Zahl der Genesenen steht auf 104 und die Zahl der Verstorbenen weiterhin auf acht Personen. 1805 COVID-19-Patienten bleiben in Behandlung und von 6023 Quarantänefällen bleiben 1387 unter Beobachtung.

In seinem Memorandum hatte Shimaneni am Montag die Staatsbeamten ermahnt: „Da das Personal beider Institute in gemeinsamen Räumlichkeiten tätig ist, wird es ab heute, 27. Juli 2020, für die nächsten 14 Tage von zuhause aus arbeiten. Alle Mitarbeiter müssen sich ab dem 10. August wieder bei der Arbeit melden.“ Nahogandja bestätigte gestern die Schließung ab dem 28. Juli bis zum 9. August. An die Medien, Lieferanten und Öffentlichkeit gewandt, bat er ausdrücklich darum, dass sie „NICHT die Parlamentsgebäude in der Zeit bis zum 9. August zu betreten“.

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