06 Januar 2017 | Lokales

Wrack wird zur Attraktion

Verrostete „Frontamerica“ ist nun Touristenziel an der Küste

Für das Frachtschiff „Frontamerica“ sollte es seine letzte Reise sein. Und als ob der Stahlgigant dies geahnt hat, rissen die Schleppleinen und das Schiff strandete auf einer Sandbank. Knapp vier Jahre später ist das Wrack nun fest in die Landschaft bei Lüderitzbucht verankert.

Von Nina Cerezo, Windhoek/Lüderitzbucht

Wenn es keiner haben will und es auch nicht weg kann, wird es eben zum besonderen Höhepunkt deklariert – so in etwa verlief es im Fall des 210 Meter langen Frachtschiffs „Frontamerica“, das als Wrack seit nun fast vier Jahren vor der Küste rund 15 Kilometer nördlich von Lüderitzbucht liegt.

Laut Taná Pesat, Pressesprecherin der namibischen Hafenbehörde (NamPort), war der Meeresriese auf seinem Weg von Brasilien nach Indien, als es am 15. Februar 2013 vor der namibischen Küste zu einem Sturm kam, der die Leinen zum Schlepper „Skua“ reißen ließ. Denn die „Frontamerica“ sei damals nicht mehr im Einsatz gewesen, sondern wurde als „totes Schiff“ und ohne Besatzung gezogen, um am Zielhafen verschrottet zu werden.

Laut Angaben im Internet (www.wrecksite.eu) wurde das 35000 Tonnen schwere Schiff 1979 erbaut und war für die Schweizer Firma Sulzer im Einsatz. Nach dem Reißen der Leinen vor der namibischen Küste sei das Schiff auf eine Sandbank getrieben, was damaligen Berichten zufolge große Sorgen bei Naturschützern hervorrief – so befinden sich in dieser Gegend in der Nähe des Anichab-Strandes zahlreiche Vogelarten, darunter auch vom Aussterben bedrohte, die durch ausströmendes Öl oder Diesel extrem in Mitleidenschaft gezogen worden wären. „Doch das Schiff hat die Natur in dieser Gegend zu keiner Zeit geschädigt“, erklärt Pesat und fügt hinzu, dass alle Flüssigkeiten rechtzeitig abgepumpt worden seien.

Mit der Strandung der „Frontamerica“ schien das Schicksal des Frachtschiffs schließlich besiegelt, da es sich zum einen in einer Sperrzone außerhalb des Zuständigkeitsbereichs von NamPort befunden und zum anderen auch niemand anderes Interesse an dem Stahlgiganten gezeigt habe. „Im September 2013 gab es eine Ausschreibung, um das Wrack zu entfernen, doch eine Resonanz blieb aus“, erläutert Pesat den weiteren Verlauf. Dies habe unter anderem auch an der schwer zugänglichen Position des Schiffs gelegen.

So liegt die „Frontamerica“ noch immer auf jener Sandbank – „und wird seit vergangenem Jahr von Tourismusunternehmen, die Geländefahrten von Lüderitzbucht nach Walvis Bay anbieten, als landschaftliche und geschichtliche Attraktion in die Touren integriert“, so Pesat. Bei den „Buchtern“, den Einwohnern Lüderitzbuchts, scheint der Riese jedoch auch nicht (mehr) auf Protest zu stoßen. So war das Wrack auf Nachfrage der AZ bei vielen unbekannt, während andere Bewohner der Meinung waren, dass das Schiff schon „lange abgeholt“ worden sei. Die Integration in die Landschaft scheint damit tatsächlich geglückt zu sein.

Gleiche Nachricht

 

Landvertreibung bekräftigt

vor 2 stunden | Lokales

Windhoek (fis) – Wer im Stadtgebiet von Windoek illegale Hüttenstrukturen errichtet und sich ansiedelt, muss damit rechnen, vertrieben zu werden. Darauf wies Bürgermeister Muesee Kazapua...

Botschaft finanziert Wohnraum-Studie

vor 10 stunden | Lokales

Windhoek (nic) - Der deutsche Botschafter in Namibia, Christian Schlaga (im Bild links) und der Direktor des Politforschungsinstituts IPPR, Graham Hopwood (M.), haben am Dienstag...

Ehemaliges Heim der DDR-Kinder ist heute Hotel

vor 23 stunden | Lokales

Das einstige Kinderheim Bellin (bei Güstrow/Mecklenburg-Vorpommern), in dem damals die sogenannten DDR-Kinder aus Namibia lebten, wird heute für kommerzielle Übernachtungen genutzt. „Wir hatten eine wunderschöne...

Wirtschaft gegen Winterzeit

vor 1 tag - 26 April 2017 | Lokales

Von Clemens von Alten, WindhoekZwar sprach sich die Industrie- und Handelskammer (Namibia Chamber of Commerce and Industry, NCCI) bei der gestrigen Anhörung vor dem ständigen...

Schul-Olympiade wird verschoben

vor 1 tag - 26 April 2017 | Lokales

Windhoek (fis) - Die Sport-Olympiade der deutschen Schulen im südlichen Afrika im Jahr 2018 ist von März auf September verschoben worden. Grund sind die Bauarbeiten...

Zahlreiche Besucher zum 10. Langusten-Festival erwartet

vor 1 tag - 26 April 2017 | Lokales

An diesem Wochenende lockt Lüderitzbucht wieder viele Besucher zum „Crayfish Festival“. Von Donnerstag, 27. April, bis Dienstag, 2. Mai, wird wieder ein buntes Programm geboten....

Omarurus Stadtverwaltung hilft Armen

vor 1 tag - 26 April 2017 | Lokales

In Erwartung eines sehr kalten Winters hat die Stadtverwaltung in Omaruru kürzlich jene Bürger unterstützt, deren Häuser durch die heftigen Hagelstürme im Februar beschädigt...

Forum für digitale Identität

vor 2 tagen - 25 April 2017 | Lokales

Windhoek (nic) – Unter dem Thema „Weg zur digitalen Identität“ beginnt morgen das zweitägige Forum ID4Afirca im Windhoeker Safari-Hotel. Laut Innenministerin Pendukeni Iivula-Ithanda (Bildmitte) werden...

Nur eine Zeit ist besser

vor 2 tagen - 25 April 2017 | Lokales

Windhoek (cev) – Angesichts wirtschaftlicher Faktoren bevorzugt es Namibias Geschäftswelt, wenn die Winterzeit bzw. Zeitumstellung abgeschafft wird und es nur eine Standardzeit das gesamte...

Namibier sollen Lokalproduktion unterstützen

vor 3 tagen - 24 April 2017 | Lokales

Windhoek/Ongwediva (Nampa/kb) – Alle Namibier sollten mehr Einsatz zeigen, wenn es darum gehe, hiesige Produkte herzustellen und zu kaufen. Das sagte vor kurzem der ehemalige...