06 März 2017 | Natur & Umwelt

Wohltätigkeit am Tag des Artenschutzes

Im verstärkten Kampf gegen Wilderei setzt das Umweltministerium auf Spenden

Mit dem internationalen Tag des Artenschutzes wurde die dreitägige Veranstaltung zum Mensch-Tier-Konflikt am Freitag beendet. Das Umweltministerium hat diesen Anlass genutzt, um Spenden zu sammeln. Auch die Botschaft Chinas ist dem Aufruf gefolgt.

Von Annika Brohm

Windhoek

Es waren eindringliche Worte, mit denen Umweltminister Pohamba Shifeta die Spendenveranstaltung am Freitagvormittag in Windhoek eröffnete. „Lasst uns alle im Kampf gegen Wilderei zusammenarbeiten“, so Shifeta. „Im Geiste von Harambee sollte der Artenschutz unser gemeinsames Ziel sein.“ Aufgrund der begrenzten Haushaltsmittel des Umweltministeriums sei man jedoch auf Spenden angewiesen - laut einer aktuellen Kostenschätzung werden für eine Verstärkung der Maßnahmen gegen Wilderei insgesamt über 115 Millionen N$ benötigt.

Die Botschaft Chinas hat diesen Aufruf genutzt, um ein klares Zeichen zu setzen. Geschäftsträger Li Nan überreichte dem Umweltminister einen Scheck über 200000 N$. „Wir möchten betonen, dass wir die geplanten härteren Schritte gegen Wilderer unterstützen“, erklärte Nan. Im selben Zuge warnte er vor einer Stigmatisierung. „Nur ein Bruchteil der Verdächtigen, die im letzten Jahr wegen Wilderei festgenommen wurden, stammt aus China.“ Es sei falsch, die gesamte Bevölkerungsgruppe aufgrund dieser Einzelfälle zu verurteilen, betonte Nan.

Auch Deutschland möchte den Artenschutz weiterhin unterstützen. Der Geschäftstrager der deutschen Botschaft in Namibia, Ullrich Kinne, versicherte dem Umweltministerium finanzielle Hilfe. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Botschaft angekündigt, das „Programm für intergriertes Wildschutzmanagement“ mit 4,97 Millionen Euro fördern zu wollen (AZ berichtete).

Staatssekretär Dr. Malan Lindeque, der durch die Veranstaltung führte, reagierte dankbar auf das Engagement. „Ohne die Mitwirkung Deutschlands würden wir uns in einer ernsten Notlage befinden.“ Es folgten weitere Spenden von Unternehmen, Privatpersonen und Stiftungen. So sprach unter anderem der WWF dem Umweltministerium Unterstützung in Millionenhöhe zu.

Die Spenden sollen nun für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen verwendet werden, die zum Schutz von Elefanten, Nashörnern und weiteren bedrohten Tierarten beitragen können. „Besonders die Anschaffung ausgebildeter Suchhunde liegt uns am Herzen“, so Lindeque. „Im Kampf gegen Wilderei sind ihre Fähigkeiten von unschätzbarem Wert.“ Auch in Ortungssysteme, die Ausstattung von Wildhütern sowie die Instandhaltung der Nationalparks möchte das Umweltministerium investieren. Zudem sollen dort neue Überwachungslager errichtet werden. „Wir können stolz darauf sein, was wir schon erreichen konnten“, erklärte der Staatssekretär. „Jetzt müssen wir den Kampf entschlossen fortsetzen.“

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