26 April 2012 | Glosse

Wo Du Dein Haupt niederlegst

Da is mos 'n Unterschied zwischen politischem Rausschmiss und banaler Obdachlosigkeit. In der politischen Ungnade gibt es definitiv Abstufungen. Zurzeit erleben wir den sensationellen Ausschluss des schillernden - und nun ehemaligen - Jugendführers des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), der sich wie bei uns die regierende Politorganisation in der Kaprepublik für die größte Partei aller Zeiten hält. Trotz aller Größe gibt es dennoch eine Ordnung und Taktgrenzen, die auch ein illustrer Malema net nich verletzen darf, auch wenn er sich zuvor so ungefähr alles leisten konnte, auch Mordgesänge gegen Leute mit bleichem Tähn. Was eine gute regierende Partei is, so nimmt sie ihre teilweise missratenen Söhne nach kurzer Auszeit wieder auf, bzw. verhilft ihnen zu lukrativen Posten, die nich so direkt im politischen Scheinwerferlicht stehen. Da haben wir mos Beispiele, wie ein Comräd, der in die Kasse der Enn-Bie-ßie gegriffen hatte, um sich sechsstellig zu bedienen, aber nach der Trennung von "His Masters' Voice" als Zahlmeister der staatlichen Zentralkasse für die (mageren) Staatsrenten eingesetzt wurde. Und der Oukie, der bei der Sozialversicherungskommission mit anderen Vorstandsmitgliedern dafür gesorgt hatte, dass gute 30 Mio. Nam-Dollar aus der Kasse an einen Black-Empowerment-Investoren gingen, der f'kol Sicherheit hinterlegen musste, is nach kurzer Zeit in der Wildnis als gut dotierter Abgeordneter wieder in die Geborgenheit der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit zurückgekehrt, auch wenn die 30 Mio.-Untersuchung noch nich abgeschlossen is.

So braucht sich auch niemand Sorgen zu machen, dass Omushamane Julius etwa unter die Räder käme oder unter der Vaalbrücke schlafen müsste. Schließlich hat sein Parteiamt in guten Zeiten derart viel abgeworfen, dasser sich nich mit einer Zeitung zudecken muss, schon gar nich mit einer, die in der Sprache früherer Unterdrücker gedruckt wird. Unter Brücken und in Rivieren müssen solche schlafen, die zu Wahlen freudig ihre Stimme abgeben und sich über Fernfreude virtuell am Reichtum der Gewählten ergötzen, aber ohne zu Mounen weiter unter der Brücke schlafen, bis sie durch Selbsthilfe wenigstens ein Kambashu errichten können. Macht nix, wenn's in klirrender Winternacht darin arschkalt is oder im langen Sommer brüllend heiß wird, dass Du am Tag sowahr keine Siesta halten kannst. Aber das muss mos nich Endstation sein.

Etliche Vorväter heute beneideter Farmer haben auch im Wellblech- oder im Hartebeestpontok angefangen.

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