17 Mai 2018 | Meinung & Kommentare

Wo bleibt das Geld für den Sport?

Schön war die Rede von Sportminister Erastus Uutoni. So richtig zum Wohlfühlen. Im Vorfeld der namibischen Jugendspiele am vergangenen Wochenende entführte der Politiker seine geneigten Zuhörer in eine andere Welt. In eine Welt, in der der Sport für Arbeitsplätze sorgt und Rezession und Jugendarbeitslosigkeit von jetzt auf gleich verschwinden lässt.

Er glaube, „dass die Entwicklung des Sports eines der Mittel sein könnte, das nicht nur Beschäftigungsmöglichkeiten für die Teilnehmer schafft, sondern auch außerhalb des Sportplatzes neue Chancen für Trainer, Teammanager, Fitnessexperten, Ernährungsberater und eine ganze Reihe anderer Experten, die vom Engagement der Jugendlichen im Sport profitieren, entstehen lässt.“ Klingt hervorragend, dann sind doch alle Probleme gelöst!

Blöd nur, wenn die harte Realität das Wohlfühl-Vokabular des Ministers einholt. So geschehen am Anfang der Woche: Da erinnerte die Standard Bank - natürlich nicht ganz uneigennützig - an ihre Eigenheim-Spende für Para-Sprinter Ananias Shikongo, der noch in einer kleinen Hütte leben muss und sich trotz seiner großen sportlichen Erfolge kein ordentliches Haus leisten kann. Zur Erinnerung: Shikongo hat bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016 eine Gold- und zwei Bronzemedaillen geholt. Besser geht es für einen Leichtathleten nicht. Doch trotz seiner sportlichen Verdienste für Namibia steht Shikongo finanziell bescheiden da.

Uutonis salbungsvolle Rede erscheint in diesem Licht wie Hohn und Spott. Wie soll der Sport aktuell Arbeitsplätze schaffen, von denen man leben kann, wenn nicht einmal ein namibischer Medaillengewinner trotz des größtmöglichen sportlichen Erfolgs finanziell solide dasteht? Werbung für erfolgreiche Sportkarrieren ist das sicher nicht.

Dabei zeigen die Jugendspiele, dass sich finanzielle Investitionen lohnen: Die erfolgreichsten Regionen des Landes waren jene mit der besten Infrastruktur. Wer gerne mehr sportlichen Erfolg hätte, muss Anreize schaffen. Wo bleibt das Geld, Herr Uutoni?

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