08 Februar 2019 | Sport

WM-Teilnahme in Gefahr

Namibische Rugby-Nationalmannschaft muss sich gedulden

Knapp acht Monate vor Beginn der Rugby-WM in Japan haben die Namibia Rugby Union (NRU) und der World-Rugby-Verband noch immer keine Einigung erzielt, was die Teilnahme der namibischen Nationalmannschaft angeht. Der Konflikt beginnt bereits auf nationaler Ebene.

Von Joël Grandke,

Windhoek

Seit der Amtsübernahme im April letzten Jahres strebt der NRU-Vorstand die vollständige Kontrolle über die landesweiten Rugby-Angelegenheiten an, einschließlich des Hochleistungsprogramms der Namibia Rugby Limited (NRL). Ein entsprechender Antrag wurde längst eingereicht. Umsetzen konnte NRU ihr Vorhaben allerdings bis heute nicht, was mittlerweile zur Kündigung der Vereinbarung zwischen den beiden Parteien, wer welche Aufgaben im namibischen Rugby-Sport verantwortet, geführt hat.

Die NRL wurde im vergangenen Jahr als „professioneller Rugby-Arm“ eingeführt. Das gemeinnützige Unternehmen verfolgt das Ziel, die finanzielle und wirtschaftliche Tragfähigkeit des namibischen Rugby-Sports zu gewährleisten. Darüber hinaus kümmert sich die NRL um die Betreuung der Nationalmannschaften. Parallel sollte die NRU als „Amateur-Rugby-Arm“ gelten, der den Sport nach den Maßgaben des World-Rugby-Verbands managen, verwalten und kontrollieren soll.

Die geteilten Kompetenzen sorgen nun für Schwierigkeiten, da die NRU die kompletten Geschäfte am liebsten wieder in eigener Hand hätte. Ohne eine Lösung zwischen beiden Parteien - die selbst nach dem Eingreifen des Sportministers nicht erfolgte - schrieb die NRU einen Brief an den World-Rugby-Verband. Eine Delegation um Abdelaziz Bougja (Präsident Rugby Africa), David Carrigy (Leiter der Abteilung für Entwicklung und internationale Angelegenheiten), Mark Egan (World-Rugby-Leiter für Wettbewerbe und Hochleistung) und Steph Nel (World-Rugby-Africa-Service-Leiter) waren Ende letzten Jahres im Land, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Dabei fand ein Austausch mit NRU und NRL, der Sportdirektion und der namibischen Sportkommission (NSC) statt. Die im Anschluss gegebenen Empfehlungen haben nun zu langwierigen Beratungen zwischen der Namibia Rugby Union und World Rugby geführt.

Zuletzt hat der NRU-Vorstand vor zwei Wochen mit dem World-Rugby-Verband gesprochen. Nach Angaben von NRU-Präsident Corrie Mensah warte man seitdem vergeblich auf eine Antwort. Er erklärte zudem, dass er sich zu den Angelegenheiten der Nationalmannschaft nicht äußern könne, da diese noch zum Aufgabenbereich der NRL gehöre, die wiederum die Hochleistungszuschüsse vom World-Rugby-Verband erhält.

Die NRU-Mitarbeiter erhalten ihre Gehälter noch nicht, da die Kassen des Verbands leer sind. Um eine schnelle Lösung zu erhalten, wird der NRU-Vorstand keine Genehmigungen für die Nationalmannschaft ausstellen, solange ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Der Chef-Administrator der Sportkommission Freddy Mwiya sagte, er könne sich zum Zustand des Rugbys nicht äußern, da er sich zuvor mit dem NRU-Präsidenten Mensah treffen müsste.

Nach derzeitigem Stand trainieren die Spieler ohne Verträge, da sie ursprünglich von der NRL unter Vertrag genommen wurden. Mwiya betonte, dass die Kommission das Gesetz befolgen wird, nach dem nur Mannschaften ausgesandt werden, die von ihren Mitgliedsorganisationen genehmigt werden. Für die Kommission gilt die NRU als Ansprechpartner - und nicht die NRL.

NRU-Präsident Mensah sieht mit Blick auf die anstehende WM noch ganz andere Probleme. Er mache sich Sorgen um die Sicherheit der Nationalspieler, die Namibia bei dem Turnier in Japan vertreten könnten, da das Land immer wieder von Typhun und Erdbeben heimgesucht werde. Die NRU sei diesbezüglich mit der japanischen Botschaft in Gesprächen, unter anderem über mögliche Zusatzversicherungen. Auch die Familienmitglieder der Spieler sollen problemlos und angstfrei reisen können. Besonders im September, zum Zeitpunkt der WM, herrschen in Japan teils extreme Wetterverhältnisse. WM-Direktor Alan Gilpin gab bekannt, dass sich die Organisatoren im Vorfeld auch mit Eventualitäten wie einem Stadion-Ausfall oder unpassierbaren Transportwegen beschäftigen würden.

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