02 Oktober 2017 | Geschichte

Wissenschaft, die Wissen schafft

Aus dem Fundus der Sam-Cohen-Bibliothek der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund, heute: „Swakopmunds Freiwillige Feuerwehr“, aufgeschrieben vom ehemalige Bürgermeister und langjährigen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, Jörg Henrichsen (1985), erschienen in „Nachrichten“ der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund (Heft 3/09), ausgesucht von François Hartz (Teil 1/4). Es folgen Auszüge aus der Geschichte.

In den ersten Jahren nach der Gründung Swakopmunds gab es keine Wasserleitungen, ja, es gab noch nicht einmal ein Wasserreservoir. Jeder Swakopmunder Haushalt holte sein Wasser für den Hausgebrauch aus dem Rivier, aus einer offenen Wasserstelle. Später wurde im Flussbett ein Windmotor errichtet, der das Trinkwasser in ein paar kleinere Hochbassins pumpte, so dass das Wasser für den Hausgebrauch nicht mehr geschöpft werden brauchte.

Die Holzhäuser lagen weit auseinander, um ein eventuelles Übergreifen eines Feuers zu verhindern. Man muss auch berücksichtigen, dass in den Häusern damals am offenen Feuer oder zumindest mit Flammen gekocht wurde, später gab es dann schon die ersten Petroleumkocher und Lampen. Kerzen scheinen jedoch die Hauptlichtquelle gewesen zu sein. Alles potentielle Brandgefahren!

Über die ersten Brände gibt es wenig bzw. gar keine Dokumentation. Der erste Großbrand, über den berichtet wird, passierte 1897, als das Hotel Stadt Hamburg vollständig ausbrannte. Das Gebäude war ein hölzerner Doppelstock und brannte binnen kürzester Zeit nieder. Eine Feuerspritze gab es noch nicht, ebenso wenig Wasserleitungen. Weitere Einzelheiten über dieses Feuer gibt es nicht, da die erste Südwester Zeitung erst ein paar Monate später erschienen ist...

Handelshäuser, wie z.B. die Damara- und Namaqua Handelsgesellschaft, heute Woermann, Brock & Co., und die Deutsche Kolonial Gesellschaft, der Lagerschuppen dieser Firma steht noch und wird von der Firma Otto Günther benutzt, hatten große Wassertonnen oder gar Hochbassins auf ihren Grundstücken als Feuerlöschreserve stehen. Ähnlich hatte das Versorgungsamt, auf den Grundstücken des heutigen Leuchtturms und Magistratgebäudes, vorgesorgt. Eine freiwillige Feuerwehr schien zwecklos, da man keine Spritzen hatte, und außerdem, was sollte man mit einer Spritze machen, wenn man keine Wasserleitung bzw. Hydranten hatte?

Am 13. November 1901 brach ein Brand aus im Hause der Siedlungsgesellschaft, heute Eigentumswohnungen „Haus am Meer”. Die Post war in diesem Gebäude untergebracht. Beherzte Männer retteten alle Postsachen sowie die Apparate des Telegraphen- und Fernsprechverkehrs. Vom Grundstück der Damara- und Namaqua-Handelsgesellschaft aus wurde ein Schlauch in aller Eile gelegt und an das Wasserreservoir, das auf einem hohen Eisengerüst stand, angeschlossen. Trotzdem brannte das Gebäude beinahe vollständig nieder. Die Zeitung berichtet,

daß ein Krujunge, so nannte man die schwarzen Matrosen, die auf Kontrakt aus Westafrika kamen, um die Landungsboote durch die schwere Brandung Swakopmunds zu rudern, mit einem Streichholz ein Geldstück suchte. Dabei kam er einem Petroleumbehälter zu nahe, welcher anfing zu brennen.

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