20 März 2017 | Geschichte

Wissenschaft, die Wissen schafft

Aus dem Fundus der Sam-Cohen-Bibliothek der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund, heute: „Jojoba-Öl am Swakop-Rivier“; erschienen in „Nachrichten“ (Heft 2/06), niedergeschrieben von Flamm-Schneeweiß, Swakopmund, ausgesucht von François Hartz.

„Jojoba, eigentlich ,ho-Ho-ba´, da aus der Sprache der Papago-Indianer, ist ein Strauch, der in Halbwüsten und Wüsten wächst. Er ist in Mexiko, Kalifonien und Arizona im Gebiet der Sonora-Wüste heimisch. Seine lateinische Bezeichnung Simmondsia chinensis geht auf einen Irrtum zurück, da ein Botaniker bei der Erstbestimmung die Samen irrtümlich mit Proben anderer Pflanzen aus dem Kaiserreich China durcheinanderbrachte. Der Jojoba-Strauch ist also in China nicht heimisch.“ So steht es im Lexikon geschrieben.

Und weiter heißt es da: „Bei dem immergrünen Strauch variieren die Wuchshöhen von 0,5 bis 4 Meter. Sie besitzen Pfahlwurzeln, welche etwa 6 Meter tief in den Boden eindringen können. Es ist eine zweihäusige, getrenntgeschlechtliche Pflanze. Gepflanzt werden im kommerziellen Großanbau Hecken mit jeweils 2 Meter Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen und 5 Meter Zwischenraum, ideal ist ein fruchtbarer Boden mit einem pH-Wert von mehr als 5. Mindesten 5% der Pflanzen sollten männlich sein, um eine Bestäubung sicherzustellen. Der erste Ertrag kann nach 3 bis 5 Jahren erzielt werden, das Ertragsmaximum liegt bei 12 Jahren. Natürlich können die Sträucher etwa 200 Jahre alt werden.“

Besucht man das Ehepaar Hoppe im Swakop-Rivier, so findet man zwar keinen „kommerziellen Großanbau“, aber eine liebevoll angelegte kleine Jojoba-Pflanzung. Vor bereits 15 Jahre führten Hoppes Saat aus Südafrika ein, aus der sie die ersten Sträucher zogen. Ob männliche oder weibliche Pflanzen war zunächst nicht auszumachen, weshalb sie nun durcheinanderstehen und schon zu einem ca. 2 Meter hohen Gebüsch zusammengewachsen sind. Etwas entfernt davon stehen zwei Anlagen neueren Datums mit kleineren Pflanzen. Bewässert werden sie mit Grundwasser aus dem Swakop-Rivier, das aus dem eigenen Bohrbrunnen gepumpt wird. Seit 3 Jahren werden, wenn auch im kleinen Stil, die Samen oder Nüsse, die ein bei Zimmertemperatur flüssiges Wachs enthalten - Jojoba-Öl wird es nur fälschlicherweise genannt - nicht nur regelmäßig geerntet, sondern auch mit einer selbstgebauten Presse weiterverarbeitet.

Dieses hochwertige Wachs enthält Provitamin A und Vitamin E. Es schützt vor Austrocknung, ohne einen schmierigen Film auf der Haut zu hinterlassen - eben weil es sich ja nicht um ein Öl, sondern um ein Wachs handelt. Es ist leicht entzündungshemmend und beruhigend und fast geruchlos. Besonders gut geeignet, so sagt man, sei es außerdem für die Gesichts- auch für die Haarpflege.

In kleine Fläschchen abgefüllt wird es schon lange unter der Hand als Geheimtipp „gehandelt“, ist inzwischen aber auch auf dem regelmäßig auf der Kamel-Farm stattfindenden Bio-Markt zu erhalten: 100% naturrein, direkt vom Erzeuger, wo gibt’s das sonst noch?

Gleiche Nachricht

 

Vor 50 Jahren

vor 3 tagen - 17 März 2017 | Geschichte

17. März 1967Unwillkommenes NaßLüderitzbucht (AZ). 20 mm Regen rieselten in einer Nacht auf Lüderitzbucht herab, und wieder waren die meisten Einwohner wenig davon erbaut, weil...

Vor 50 Jahren

vor 4 tagen - 16 März 2017 | Geschichte

16. März 1967Was der Leser dazu meintDie scheußliche Anweisung der Windhoeker Stadtverwaltung, indem man Leute ausschickt, um Hunde zu vergiften, ist sehr verwerflich und eine...

Vor 50 Jahren

vor 5 tagen - 15 März 2017 | Geschichte

15. März 1967Reise ins OvambolandWindhoek (AZ). Das Mitglied der Südwester Exekutive, S. von Bach, führte während des vergangenen Wochenendes eine Informationsreise nach Ovamboland mit dem...

Vor 50 Jahren

vor 6 tagen - 14 März 2017 | Geschichte

14. März 1967 SAL-Viscount ins Meer gestürzt East London (SAPA). Ein Flugzeug der südafrikanischen Luftfahrtgesellschaft SAL stürzte gestern kurz nach 19 Uhr, etwa 15 Meilen...

Wissenschaft, die Wissen schafft

1 woche her - 13 März 2017 | Geschichte

Die Bahnstationen Alle oben erwähnten Bahnstationen sind heute noch gut auszumachen und der Bahndamm kann fast in seiner ganzen Länge bis Jakalswater abgefahren werden. Salem...

Vor 50 Jahren

1 woche her - 10 März 2017 | Geschichte

10. März 1967Paviane nach Ai-AisAi-Ais (AZ). Als Hauptnachricht im Nachrichtendienst des südafrikanischen Rundfunks wurde heute früh um 6.45 Uhr verbreitet, daß bei Ai-Ais 300 Menschen...

Vor 50 Jahren

1 woche her - 09 März 2017 | Geschichte

9. März 1967Wichtiges in KürzeAden (SAPA/AP). Eine Ölpipeline im Hafengebiet von Aden ist von Saboteuren gesprengt worden. Die verbotene Nationale Befreiungsfront ist für diese Tat...

Vor 50 Jahren

1 woche her - 08 März 2017 | Geschichte

8. März 1967Ovambohäuptling vor GerichtWindhoek (AZ). Ein Ovambohäuptling und zwei seiner Untertanen, die kürzlich wegen Tätlichkeiten im Ovamboland verhaftet wurden, werden sich am 20. März...

Vor 50 Jahren

1 woche her - 07 März 2017 | Geschichte

7. März 1967Hochverratsprozeß gegen TshombeKinshasa (SAPA/Reuter). Der Hochverratsprozeß gegen den ehemaligen kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tshombe und sechs weiteren Personen begann am Montag in Kinshasa vor...

Vor 50 Jahren

vor 2 wochen - 06 März 2017 | Geschichte

6. März 1967Fernsehfilm über SüdwestWindhoek (AZ). Der Ende vergangenen Jahres in Windhoek und im übrigen Lande gedrehte Fernsehfilm über die deutsche Kultur in Südwestafrika wird...