24 Mai 2018 | Meinung & Kommentare

Wirtschaft bestimmt die Politik

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon mit einer Drittpartei zu tun gehabt, die uns einfach nicht traut. Das braucht nicht immer ein erkennbarer Grund zu sein und beruht nicht unbedingt auf Tatsachen, verlangt aber stete Leistung, bevor diese Person oder Partei ihre Meinung ändert.

Solch erbracht Leistung sollte eigentlich einer Laufbahn als Politiker zugrunde liegen. Es geht doch letztendlich darum einer Mehrheit zu beweisen, dass man positive Veränderungen herbeiführen kann und den Einwohnern, bzw. den Wahlberechtigten, auf Dauer das Leben vereinfachen oder gar verbessern kann.

Im Falle der neuesten IPPR-Studie, die im Rahmen des Afrobarometers die Leistung der Politiker sowie Regierung erfasst und anhand einer Umfrage festgestellt hat, inwieweit die Befragten (die als Gruppe vorigen Berechnungsparametern entsprach) der Landesführung und Regierungsabteilungen sowie Oppositionellen und Personen oder Instanzen traut, ergab dies, abgesehen vom Präsidenten und seiner Premierministerin, eigentlich ein Armutszeugnis. Und selbst der Präsident steht auf dem Vertrauensindex nahezu 10% schlechter da als sein Vorgänger!

Erstaunlich ist dabei, mit welcher Selbstverständlichkeit Regierungsvertreter, die von einer Studie betroffen werden, immer wieder reflexiv auf die Ergebnisse dieser Studien reagieren und dabei die Ergebnisse abtun. Sie schaffen aus dem politischen Forschungsinstitut IPPR geradezu ein Feindbild und vergessen, dass diese Leute ihnen lediglich „Eindrücke und Meinungen“ der Bevölkerung vermitteln. Da kann der Vize-Minister für städtische und ländliche Entwicklung streiten wie er will, denn wenn die Ergebnisse nur zu 80% korrekt sind, dann vertraut die Mehrheit der namibischen Bevölkerung ihm noch immer nicht!

Job Amupanda brachte es auf den Punkt als er zuletzt fragte: „Erwartet man von uns als Jugend, dass wir mit leerem Magen die Faust heben und sagen ‚Danke für den gewonnenen Freiheitskampf‘?“ Die Wirtschaft (Hunger) bestimmt die Politik und nicht umgekehrt!

Von Frank Steffen

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