12 Oktober 2021 | Meinung & Kommentare

Wir alle investieren in Bergbau

Auf der Internetseite von “Miningscout: Bergbauwissen für smarte Anleger” ist ein Artikel mit dem Titel „Entstehung einer Mine - Von der Exploration bis zum Abbau“ zu finden. „Nicht jeder Bodenschatz-Fund gelangt tatsächlich zur Förderung“, heißt es darin und ferner: „Minenprojekte von der Entdeckung bis zum Abbau sind langwierig, viele Investoren sind nötig, um derartige Risiko-Projekte zu finanzieren. Die Experten verschiedener Sachgebiete müssen zusammenwirken, um Konzeption, Planung und Förderbetrieb ebenso profitabel wie sozial- und umweltverträglich und gesetzeskonform zu machen.“

Dabei wird sich der Anleger auf der Suche nach Profiten wohl hauptsächlich mit den ersten Themen befassen. „Sozial- und umweltverträglich und gesetzeskonform“ sind die Gedanken, welche den indirekten Investoren, den Einwohner des Landes, berühren. Unsere Investition ist das Land, das dem Bergbau zur Verfügung gestellt wird und Dividende nehmen die Form der Förderabgabe an, die vom Bergbauunternehmen getragen wird. Dadurch entfällt ein Teil der Steuerlast der Einwohner.

Investoren erwarten vom Aufsichtsrat, dass die Firma gemäß Gründungsurkunde geführt wird und so erwarten Wähler (beziehungsweise Steuerzahler) von ihren gewählten Parlamentariern, dass sie das Land der Verfassung entsprechend verwalten. Wer diesen Grundsätzen nicht treu bleibt wird in beiden Fällen gefeuert - abgewählt.

Nun bleibt im Falle des Gas- und Ölexplorationsvorhabens im Kavango und der Suche nach Uran in der grundwasserreichen Kalahari zu hoffen, dass die Regierung auch die Folgen akzeptieren muss, wenn sie den Weg weiterhin beschreitet, den sie eingeschlagen hat. Indem sie fragwürdige Projekte durch die scheinbar unrechtmäßige Ausstellung von Umweltverträglichkeitsgenehmigungen unterstützt, missachtet sie die Verfassung und entspricht nicht den Vorstellungen der Einwohner als „Anleger“.

Frank Steffen

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