02 Juli 2020 | Natur & Umwelt

Wildtierkriminalität im Fokus

FATF-Mitgliedsländer sollen illegalen Wildtierhandel bestrafen

In einem ersten globalen Bericht über den illegalen Handel mit Wildtieren hat die Arbeitsgruppe für Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Financial Action Task Force, FATF) diesen als globale Bedrohung beschrieben, vergleichbar mit organisierten Verbrechen wie Sklaverei, Drogen- und Waffenhandel.

Von Ellanie Smit & Frank Steffen, Windhoek

Der FATF-Bericht über den weltweiten illegalen Handel mit Wildtieren, äußerte sich besorgt über den mangelnden Fokus auf die finanziellen Verwicklungen rundum die Wildtierkriminalität und schlug vor, dass alle Mitgliedsregierungen ihre Gesetzgebung gegen die Geldwäsche voll einsetzen. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Beiträgen von 50 Ländern, darunter Namibia, das ein eingetragenes Mitglied der ESAAMLG ist - der Arbeitsgruppe des östlichen und südlichen Afrikas gegen die Geldwäsche.

Insgesamt 22 der 45 befragten Länder gaben an, dass sie sich als Ursprung und Nährboden für die Wildtierkriminalität betrachten. Weitere 18 betrachten sich als Transitländer und 14 (auch) als Zielländer. Alle bis auf neun der Länder gaben an, von den mit den Finanzströmen verbundenen Risiken, betroffen zu sein.

Der illegale Handel soll bis zu 23 Milliarden US-Dollar (etwa 390 Mrd. N$) pro Jahr generieren, wobei Kriminelle den legitimen Handel mit Wildtieren sowie weitere Import-Export-Transaktionen häufig missbrauchen, um illegale Einnahmen zu verschleiern. Demnach werden Bareinzahlungen gegen angebliche Kredite oder Schuldbeträge verrechnet. Ferner dienen E-Banking-Plattformen, lizenzierte Geldwerttransfers und Überweisungen über Drittpersonen als Deckmantel.

Extravagante Aufschläge können zu einem Preis für Nashorn in Höhe von 65000 USD/kg (1,1 Mio. N$/kg) führen oder zu nur 9000 USD/kg. Zwischen 2016 und 2017 erwirtschafteten etwa 4500 afrikanische Nashornhörner einen Umsatz von 79 Mio. USD (1,36 Mrd. N$) bis 292 Mio. USD (5 Mrd. N$). Elfenbein war erheblich billiger.

Eine namibische Studie aus dem 2017 von der Financial Intelligence Unit in Namibia hatte die illegalen Finanzierungsströme infolge der Wilderei von Nashörner und Elefanten erörtert wund wurde nun als Beispiel vorgeführt. Wildtierressourcen, die Staatsangehörigkeit der Wilderer und Schmuggler, sowie die Sicherstellungen der im Inland beteiligten Personen und verdächtige Transaktionsberichte im Handel mit Wildtieren wurden darin analysiert. So seien unter anderem Zahlungen im Rahmen von Exportverträgen (zur Lieferung von Waren nach Namibia) durch Geldwerttransferdienste für die Geldwäsche missbraucht worden.

Die FATF versteht sich als international führendes Gremium zur Bekämpfung der Geldwäsche und der damit verbundenen Kriminalität. Bisher stellte China mit Xiangmin Liu den FATF-Präsidenten und Deutschland seit Juli 2019 den Vizepräsidenten, doch gestern übernahm Marcus Pleyer vom Bundes-Finanzamt die Führung.

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