11 Oktober 2019 | Landwirtschaft

Wildtierkonflikte auf Farmgebieten

Eindringende Elefanten beschädigen Infrastruktur und bedrohen Tiergesundheit

Elefanten verwüsten den wiederholt den Veterinärzaun in der Umgebung des Ost-Mangetti Farmgebiets. Dies stellt einerseits die Kontrollen gegen die Verbreitung von Viehseuchen in Frage, hat aber auch ein Ausmaß erreicht, das es den Farmern finanziell unmöglich macht, Schritte mit den Reparaturen zu halten.

Von Elvira Hattingh & Frank Steffen, Windhoek

Piet Gouws, der scheidende Vorsitzende des Viehproduzenten-Verbands (Livestock Producers‘ Organization, LPO) kam gestern anlässlich des 55. Jahreskongresses der kommerziellen Viehproduzenten zu dem Schluss: „Wir können nicht mehr.“ Damit sprach er die enormen Ausgaben an, die die kommerziellen Farmer momentan im Mensch-Tier-Konflikt auf sich nehmen müssen, da der Veterinärzaun und weitere Infrastruktur ständig von den Dickhäutern beschädigt werden.

Einer der betroffenen Farmer im Ost-Mangetti berichtet von Ausgaben in Höhe von 318000 N$ während der vergangenen drei Jahre. Die kontinuierliche Eindringung der Elefanten in die Farmen des Ost-Mangetti, stellt somit auch eine Bedrohung für den Tiergesundheitsstatus Namibias dar, da momentan das Wild frei sich unterhalb des Zaunes befindenden Farmen eindringen können - Tierkrankheiten wie die Maul- und Klauenseuche werden somit zu einer akuten Gefahr.

Laut Gouws befinden sich täglich bis zu 200 Elefanten auf kommerziellen Farmen in der Kamanjab-Region im Westen des Landes; diese bereiten Schaden in Höhe von etwa 100000 N$ pro Jahr pro Produzent. Er befürchtet, dass sich der Konflikt mit wildlebenden Tieren zu einer nationalen Krise entwickelt, die die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Landwirtschaft existenziell bedroht.

Laut Gouws wurden allein in diesem Jahr 907 Fälle von LPO-Mitgliedern gemeldet, bei denen Vieh und Wild an Raubtiere verloren gingen: „Das entspricht einem Verlust von 14618365 N$, während die restlichen Problemtiere weiter Verluste von 851480 N$ verursacht haben.“

Enorme Schäden

Kommerzielle Farmer des Ost-Mangettis entlang des Veterinärkordons beschweren sich ebenfalls darüber, dass der Konflikt mit den Dickhäutern und Wilden Hunden droht, außer Kontrolle zu geraten. Beschwerden bei der Regierung und Beamten bleiben unbeachtet.

Der Vorsitzende des Veldduin-Farmerverbandes, Poena Potgieter, weiß von einem Nachbarn in der Nähe der Farm Uitsig, der im vergangenen Jahr 31 Mal von Elefanten besucht wurde, mit einem Schaden in Höhe von 166856 N$. „Im Jahr 2017 gab es einen einzigen Vorfall, bei dem 45 Elefanten auf seiner Farm 29908 N$ an Schaden anrichteten. Im Jahr 2018 gab es 14 Vorfälle, bei denen Elefanten Schaden in Höhe von 121580 N$ anrichteten. Seine durchschnittlichen Kosten betragen ca. 100000 N$ pro Jahr“, so Potgieter.

Die Betreiber des Hegegebiets N/a’an ku sê bringen sich indessen ein, indem sie die Elefantenbewegungen per Satellit verfolgen und aufzeichnen. Potgieter ist der Meinung, dass diese Elefanten die Aussichten der kommunalen Viehzüchter gefährden, aktiv am Exportgeschäft teilzunehmen. Landwirte seien alles andere außer gegen das Hegen von Wild, doch müssten die Behörden ihrer Verantwortung nachzukommen. In den vergangenen Jahren seien keine Kontrollen über Wilde Hunde ausgeübt wurde: „Die kommerziellen Farmer aus dieser Region haben seit 2014 insgesamt 927 Rinder an Wilde Hunde verloren. Wir wollen, dass die Wildhunde umgesiedelt werden, doch jedes Mal, wenn wir unsere Argumente vorbringen, werden wir von Umweltschützern konfrontiert“, beschwert sich Potgieter. Gouws unterstützte ihn: „Naturschutzorganisationen sollten ein Weilchen innehalten in ihrem ständigen Drang mehr und mehr Mittel aus dem Ausland zu erbetteln. Bringen Sie es uns als Farmer, die die wirklichen Hüter des Wildes sind.“

Früher keine Last

Ost-Mangetti gehört zur neuen Namibia Development Agency (Nida), die die ehemalige Namibian Development Corporation (NDC) übernommen hat. In den Jahren 70 bis 90 habe es in dieser Gegend drei kommerzielle Viehherden gegeben, so Potgieter. „Leider hat sich dies durch die Elefanten geändert, die mit den Rindern um Weideland und Infrastruktur konkurrieren“, meinte der Farmer, der in dieser Gegend aufgewachsen ist.

Damals seien die Rinderherden nicht von Elefanten belästigt worden. Die Beobachtungen der N/a’an ku sê zeige an, dass die Elefanten vom Okavango-Fluss runter gewandert sind aufgrund der dort zunehmenden menschlichen Populationen. Aus 38 Tieren im Jahr 2010 seien mittlerweile knapp 200 Elefanten geworden.

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