24 November 2020 | Natur & Umwelt

Wilderei ein Grund zur Sorge

Farmer in der Umgebung von Usakos und Karibib müssen wachsam sein

Seit Monaten kämpfen Farmer in der Umgebung von Usakos und Karibib gegen eine besonders hohen Anzahl Fälle der Wilderei - das Ausmaß wird als alarmierend bezeichnet und die private Antiwildereieinheit arbeitet nahezu rund um die Uhr. Die Polizei untersucht das Ausmaß.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Usakos

Das Ausmaß der Wilderei hat die Antiwildereieinheit K-SAPU APU (Kühne Security and Anti Poaching Unit) jetzt in mehreren Berichten veröffentlicht. Für ein Gespräch war der Inhaber der Firma, Butzi Kühne, gestern nicht erreichbar, da er auf einer Farm Viehdieben auf der Spur war.

Schon in der vergangenen Woche hat Kühne aber die Wilderei als besorgniserregend bezeichnet. Besonders Großwild wie Zebras sei gesucht, das sich in gelegten Drahtschlingen oder Blechfallen verheddere und im Veld jämmerlich verende. „Die COVID-19-Pandemie hat mit Wahrscheinlichkeit dazu beigetragen“, hatte Kühne erklärt. Und: „Viele Namibier haben ihren Job verloren und haben Hunger, weshalb es einen erhöhten Bedarf an Fleisch gibt.“

Laut einem seiner Berichte hat er in der vergangenen Woche nach Wilderern auf der Farm Gamikaub gesucht. Mit seinem Team habe er die Farm durchforstet und am ersten Tag 17 Drahtcchlingen und Blechfallen und ein auch geschlachtetes Zebra entdeckt. Am zweiten Tag habe er ein weiteres Zebra entdeckt, das in einer Drahtschlinge verheddert gewesen sei, aber noch gelebt habe. Es sei aber an den Verletzungen verendet. „Insgesamt haben wir 25 Schlingen entfernt und hoffen, dass keine weiteren Tiere verletzt werden“, so Kühne.

Am Wochenende sei er erneut im Einsatz gewesen, dieses Mal auf der Farm Dorstrivier südlich von Usakos. Dort hätten Wilderer eine Oryxantilope geschlachtet - sie seien aber nicht zu Fuß unterwegs gewesen, sondern seien mit einem Fahrzeug durch insgesamt drei Farmtore gefahren. „Nur der Kopf und der Darm der Oryx-Antilope wurden gefunden“, so Kühne. Mit seinem Team habe er die Fahrzeugspuren zurückverfolgt. Letztlich sei die Spur auf der Straße verloren gegangen, doch er vermutet, dass das Auto aus der Richtung von Karibib gekommen ist. Er geht davon aus, dass der Fahrer des Fahrzeugs die Gegend sehr gut kennt. „Auf unserer Route kamen wir an einigen Hütten vorbei, wo niemand zu Hause war. Dort haben wir sechs Drahtschlingen, acht Blechfallen und Werkzeug gefunden, womit weitere Fallen herzgestellt werden können“, so Kühne.

Nach der erhöhten Anzahl Wildereifälle in dem Umkreis von Usakos und Karibib hat die Polizei in Erongo auch eine Untersuchung eingeleitet. „Wir wollen in unseren Statistiken schauen, inwiefern die Anzahl Fälle genau zugenommen hat“, sagte Erongo-Polizeisprecher Erastus Iikuyu auf Nachfrage der AZ. Er ergänzte: „Unsere Einsatzkräfte bleiben weiterhin im Einsatz.“

Kühne ruft indes die Farmer weiterhin auf, wachsam und vorsichtig zu sein.

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