22 Juni 2020 | Politik

„Widerwärtige Symbole“

Herero und Nama fordern Abriss von Denkmälern

Anlässlich der weltweiten Proteste, die zunehmend auf die Rolle der ehemaligen Kolonialmächte fokussiert, den Abriss diverser Denkmäler früherer Kolonialherren auch in Europa fordern, setzen sich Interessenträger der Herero- und Nama-Bevölkerungen jetzt lokal für die Entfernung des sämtlichen Kolonialerbes ein.

Von Frank Steffen

Windhoek

Die Vereinigung für die traditionelle Führung der Nama und die Kommunalverwaltung der Herero, verkündeten am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung, die sie im Namen der Ovaherero-Genozid-Stiftung (Ovaherero Genocide Foundation, OGF) und dem Technischen Komitee der Vereinigung für die traditionelle Führung der Nama (Nama Traditional Leaders' Association Technical Committee, NTLATC) herausgaben, der „globalen Wiedergutmachungs-Bewegung“ ihre Unterstützung.

„Als Afrikaner dürfen wir nicht passiv zuschauen, wie Angehörige aller Rassen in England die Denkmäler von Rassisten wie Winston Churchill, Cecil Rhodes und anderen niederreißen“, heißt es in der Erklärung, in der ferner der Protest gegen die „kaltblütigen Morde an Afroamerikanern durch weiße rassistische Polizisten“ unterstützt wird. Im namibischen Kontext sei es an der Zeit, das Kurt-von-Francois-Denkmal vor dem Windhoeker Stadtratsgebäude zu entfernen – dieser habe als Rassist Genozid an dem Witbooi-Klan der Nama verübt, als diese sich nicht unter seinen Schutz hatten stellen wollen. Dies sei eine Erinnerung an einen schrecklichen Teil der namibischen Geschichte – von Francois sei für Plünderung und Brandstiftung verantwortlich.

„Zum x-ten Mal fordern wir vom namibischen Präsidenten, dass er die Courage aufbringt, das Marine-Denkmal zu entfernen, das vor seinem Swakopmunder-Staatshaus errichtet steht. Das Denkmal lässt den Eindruck zu, dass das Staatsoberhaupt mit den bösen Absichten und Taten jener deutschen Soldaten konform geht, deren Mission es war, die Nama und Ovaherero auszurotten“, fordern der Autor Festus Muundjua (OGF) und seine Koautorin Sima Luipert-Goeieman (NTLATC).

Das Parlament wird ferner aufgerufen, Gesetze zu verabschieden, die alle „beleidigenden und widerwärtigen Kolonialsymbole“ verbieten, seien es Straßennamen, Denkmäler oder Kolonialnamen der Städte, sogar von Farmen. „Stellen Sie ihre ursprünglichen historischen afrikanischen Namen wieder her“, fordern die beiden Organisationen – dies entspreche der legitimen Fortsetzung des Kampfes um einen Neo-Entkolonialisierungsprozess, „um unser geliebtes Land von dem übriggebliebenen deutschen und afrikanischen Kolonialerbe zu befreien“.

Das Prinzip sei nicht neu, denn ähnlich würden in Deutschland letztendlich auch alle Nazi-bezogenen Denkmäler, Symbole oder Schriften verboten sein.

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