29 November 2019 | Afrika

WHO: Angriffe auf Ebola-Helfer im Ost-Kongo – vier Tote

Die Weltgesundheitsorganisation wird bei ihrem Kampf gegen Ebola im Kongo immer wieder gewalttätig angegriffen. Nun sterben bei zwei Attacken insgesamt vier Menschen. Die Sorge vor neuerlich steigenden Ebola-Zahlen ist groß.

Goma (dpa) - Bei zwei Angriffen auf Ebola-Helfer im Osten des Kongos sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Bei den Todesopfern handele es sich um ein Mitglied eines Impfungsteams, zwei Fahrer und einen Polizisten, teilte die WHO am gestrigen Donnerstag mit. Unter den Verletzten befand sich ein WHO-Mitarbeiter und mehrere Mitarbeiter des kongolesischen Gesundheitsministeriums. Die Organisation musste ihre Arbeit daher in einer Region des Landes unterbrechen – und befürchtet nun wieder mehr Ebola-Fälle.
In der Nacht auf Donnerstag wurden laut WHO ein Wohnlager von Ebola-Helfern in Biakato Mines und ein Büro von Helfern in Mangina angegriffen. Wer dahinter steckte, war zunächst unklar. „Es bricht uns das Herz, dass dort Menschen gestorben sind, während sie anderen halfen“, sagte WHO-Experte Mike Ryan.
In Biakato Mines musste die Organisation ihre Arbeit vorerst einstellen. „Wir wollen aber so schnell wie möglich weitermachen, wenn die nötige Sicherheit wieder gegeben ist“, erklärte Ryan. Die Sorge sei groß, dass die Abwesenheit dazu führe, dass die Helfer später keinen Zugang mehr zu den Gebieten und den Gemeinschaften vor Ort bekommen.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Donnerstag, dass die Zahl der Ebola-Fälle in letzter Zeit zurückgegangen sei. Durch die Angriffe werde die Epidemie aber wieder erstarken „und als Folge werden mehr Menschen sterben“. Der „Kreislauf der Gewalt“ müsse enden, forderte er.
Seit mehr als einem Jahr wütet die Seuche im Ost-Kongo, die vor allen wegen der instabilen Situation schwer in den Griff zu bekommen ist. Bislang haben sich nach Angaben der kongolesischen Behörden mehr als 3300 Menschen infiziert und fast 2200 Menschen sind gestorben. Die WHO hat nach eigenen Angaben 800 Mitarbeiter im Land, die die Regierung im Kampf gegen die Krankheit unterstützen.
Im Ost-Kongo sind etliche Milizen aktiv. Sie greifen immer wieder Zivilisten und auch Ebola-Helfer an. Die Motive sind meist unklar, oft geht es den Angreifern darum, die Unsicherheit weiter zu schüren oder ihre Kontrolle über Gebiete zu erweitern. Zudem herrscht großes Misstrauen gegenüber den Ebola-Helfern. Jüngst haben Bürger in Beni und anderen Städten teilweise gewalttätig wegen der Sicherheitslage in der Region protestiert, dabei wurde auch ein UN-Stützpunkt angegriffen.
Laut WHO-Experte Ryan gab es seit August 386 Angriffe auf Helfer und ihre Infrastruktur, bei denen sieben Menschen gestorben sind und 77 verletzt wurden. „Dieser neuerliche Angriff war bei weitem der tödlichste“, sagte Ryan.

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