26 November 2020 | Glosse

Wer konvertiert kriminelle Intelligenz zu politischer Vernunft?

Rauch und Staub um die Wahlen ham sich noch nich gelegt, und wir müssen sehen, ob die Ergebnisse schon eine Tendenz anzeigen, wie die nächsten Parlements- und Präsidentschaftswahlen ausfallen können. So etwas kann kumulativ Schwung bekommen. Eins is klar. Namibia hat in allen Schattierungen stief Talent, auch wenn darunter die kriminelle Intelligenz hervorsticht. Gewählte politische Führer, aber auch selbsternannte, stehen vor der Herausforderung, diese Talente konstruktiv zu zügeln, einzuspannen und und nutzbar zu machen. Die Triebtäter und Kindesschänder klammern wir hier erstmal aus. Wie die rehabilitiert werden sollen, weiß bisher nich nichmal die Familienministerin, geschweige denn Omupräsidente III.

Zum Paradebeispiel krimineller Intelligenz dieser Woche nimm Dir den Einbruch vor, als der Dieb über das Dach ins Juweliergroßgeschäft Sterns eingestiegen is. Dass der durchs Dach gekommen is, is noch keine Sensation, denn das geschieht öfter und zwar in zwei Richtungen. Bei Juwelieren mit Vorliebe von oben nach unten und im Gefängnis von innen nach außen durchs Dach. Soweit is alles schon mal dagewesen. Aber der Dieb, der den Leuten aufs Dach steigt, findet Gefallen an der Verständigung mit den Geschädigten und hinterlässt persönliche Denkzettel mit charakteristisch namibischer Note. Die Geographen und Reiseautoren meinen, dass über 80 Prozent des Volkes Christen seien, auf Papier wenigstens. Das Papier hat der Dieb muhts gelesen, denn er spricht die Geschädigten als auserwähltes Volk Gottes an. Und im vorliegenden Fall gibt er auch noch an, dass er wohl die höchste Juwelenbeute gemacht habe, die je in Namibia geraubt wurde. Jong, der lügt sowahr nich: 232 Uhren, 225 Eheringe und 35 Halsketten, wenn die Opolifi richtig gezählt hat. Soviel ham die Polizeier im Hause von Muttern sicherstellen können. Die meisten Diebe geben sich mit drei vier von den Dingern zufrieden, aber dieser Einbrecher wollte Hunderte. Sein Denkzettel hat die Opolifi nochall auf die Spur gebrachet und ihn im Hause der Mutter - und die is Polizistin - in der Region Oshikoto als Verdächtigen festgenommen, als Mamá gerade nich zu Hause war. Und der Denkzettel is dann auch das schwache Glied in der Erfolgskette des Juwelenraubs, als er die Beute gute 800 Kilometer aus der Haupstadt Ovenduka fortschaffen konnte.

Die Urlaubszeit kommt. Sichert am besten Tür, Dach und Schlüsselloch.

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