15 August 2019 | Meinung & Kommentare

Wenn Kritik zum Selbstzweck wird

Wie man´s macht, macht man´s falsch. So muss es gelegentlich auch Präsident Hage Geingob erscheinen, der quasi seit Amtsantritt mit einer teilweise opportunistischen Fundamentalopposition konfrontiert ist.

Früher hieß es, die SWAPO-Regierung sei abgehoben und entrückt, ihre Vertreter nur auf den eigenen Vorteil bedacht, nicht am Schicksal der Bevölkerung interessiert. Was macht Präsident Geingob? Er veranstaltet Gemeinschaftstreffen mit Einwohnern, geht dahin, wo es heiß und staubig ist, hört sich über Stunden geduldig die Anliegen der Bürger an.

Das sei Wahlkampftaktik, heißt es dann von Seiten der Opposition. Geingob spiele den Landesvater, würde Anteilnahme vortäuschen, vor der Stimmabgabe um die Gunst der Wähler buhlen.

Früher hieß es, die Regierung sei intransparent, Entscheidungsträger würden ihr Amt zur Selbstbereicherung missbrauchen. Was macht Präsident Geingob? Er verpflichtet Minister und Staatssekretäre, ihre Vermögenswerte offenzulegen, versucht einem Interessenskonflikt zwischen privaten und beruflichen Belangen entgegenzuwirken.

Das gehe nicht weit genug, sei reiner Aktionismus, wenn nicht gar ein Eingriff in die Privatsphäre von Regierungsmitgliedern, ertönt es dann aus Reihen der Opposition.

Früher hieß es, in der SWAPO herrsche Kadavergehorsam, werde kein Widerspruch geduldet, seien Funktionäre ideologisch gleichgeschaltet. Was macht Präsident Geingob? Er wagt mehr parteiinterne Demokratie, lässt einen Wettstreit um Parteiämter zu, erlaubt offene Auseinandersetzungen im programmatischen Streit um die Ausrichtung seiner Partei.

Die SWAPO sei zerstritten, stehe kurz vor der Spaltung, heißt es dann aus der Opposition.

Wer als Oppositionspolitiker nur kritisieren und nicht loben kann, der wird nicht mehr ernst genommen. Der verliert seine Glaubwürdigkeit und damit die Voraussetzung dafür, konstruktive Überzeugungsarbeit zu leisten. Manch Politiker sollte das bedenken, der ständig nur gegen und nie für etwas ist.

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