13 September 2017 | Meinung & Kommentare

Wenn Aberglaube ausgenutzt wird

Wunderheiler, Zauberärzte, Hexendoktoren: Die Bezeichnungen von Scharlatanen, die sich als traditionelle Mediziner ausgeben, sind ebenso vielfältig wie ihre Dienstleistungen und Straftaten.

Es ist nämlich kein Kavaliersdelikt, den in Namibia weit verbreiteten Aberglauben zur Selbstbereicherung zu missbrauchen, die tief verwurzelte Angst vor bösen Zaubern profitabel zu instrumentalisieren und dabei nicht selten vermeintliche Hypochonder in den finanziellen Ruin zu treiben. Wer miterlebt hat, wozu Menschen fähig sind, die aus welchem Grund auch immer glauben, verhext worden zu sein oder an einer von Schulmedizinern unheilbaren Krankheit zu leiden, wird das bestätigen können. Der wird die versprochene Genesung tatsächlicher oder eingebildeter Krankheiten nicht als Kuriosum, sondern als das sehen, was sie ist: Betrug, Vortäuschung falscher Tatsachen, bewusste Gesundheitsgefährdung und die erbärmliche Ausnutzung eines Aberglaubens verzweifelter Patienten.

Nun mag mancher argumentieren, die Kunden derlei Kurpfuscher seien selbst verantwortlich, wenn sie deren Versprechen folgen, wenn sie überzeugt seien, mit Hilfe von Schwindlern und Blendern die Lotterie gewinnen, eine verlorene Liebe zurückerobern, Unglück abwenden oder finanzielle Probleme lösen zu können. Es kann aber niemand Schuld haben, der fest von den vermeintlich übernatürlichen Fähigkeiten traditioneller Medizinmänner überzeugt, der dem Wahn erlegen ist, unter einem Fluch zu leiden oder durch einen wie auch immer gearteten Bann fremdbestimmt zu werden.

Der hat nicht Spott, Häme oder Mitleid, sondern Schutz vor der Ausbeutung durch skrupellosen Scheinmediziner verdient.

Marc Springer

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