30 Juni 2021 | Landwirtschaft

Weniger Umsatz für Meatco

Bedarf gesunken – Jahresbericht führt zu internen Konflikten

Meatco verzeichnet im Finanzjahr 2020/21 einen Umsatzrückgang in mehrfacher Millionenhöhe. Grund dafür soll die geringere Anzahl geschlachteter Rinder sein. Der Jahresbericht, der diese Zahlen nun offenlegt, soll zuvor zu Konflikten innerhalb des Unternehmens geführt haben.

Von R. Rademeyer und S. Balzar

Windhoek

Der namibische Fleischexporteur Meatco verzeichnete im Finanzjahr 2020/21 einen Umsatzrückgang von 911 Millionen N$. Während der Umsatz im Vorjahr noch 1,784 Milliarden betrug, lag er nun nur noch bei 873 Millionen N$. Der Verlust des Unternehmens belief sich vor Abzug der Steuern auf eine Summe von 118,64 Millionen N$. Im Geschäftsjahr 2019/20 wies der Fleischkonzern einen Verlust von 113,66 Millionen N$ aus. Dies geht aus dem Jahresabschluss des Unternehmens für das Finanzjahr 2020/21 hervor, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Der Jahresbericht sollte den Fleischproduzenten bereits am

19. Februar auf der Jahreshauptversammlung vorgelegt werden, diese fand jedoch nie statt. Grund dafür war Quellen zufolge die Tatsache, dass der ehemalige Meatco-Vorsitzende, Johnnie Hamman, sich weigerte den Abschluss zu unterschreiben. Hamman trat am 28. Mai zusammen mit dem Vorstandsmitglied Kay-Dieter Rumpf nach scheinbar unüberbrückbaren Differenzen mit der Geschäftsführung zurück. Die stellvertretende Vorsitzende, Clara Bohitile, gab kurz darauf ebenfalls ihren Rücktritt bekannt. Auslöser der Differenzen soll unter anderem der Jahresbericht gewesen sein. Dieser wurde am 11. Juni von dem Interims-Vorsitzenden, Adolf Muremi, vorgelegt und abgezeichnet.

Laut dem Meatco-Geschäftsführer, Mwilima Mushokabanji, sind die rückläufigen Einnahmen des Fleischexporteurs im vergangenen Jahr auf die geringe Anzahl der geschlachteten Rinder zurückzuführen. Während es im vergangenen Jahr 36 074 Tiere waren, wurden 2019 aufgrund der Dürre 116 304 Rinder geschlachtet, da die Erzeuger gezwungen waren, ihre Herden soweit wie möglich zu reduzieren. Mushokabanji zufolge beliefen sich die Verwaltungskosten des Konzerns auf 183 Millionen N$, obwohl diese zuvor mit 221 Millionen N$ berechnet wurden. Es habe daher eine Einsparung von 25 Millionen N$ gegeben, obwohl zusätzliche Ausgaben in Höhe von 7 Millionen N$ aufgrund der Corona-Pandemie angefallen seien. Insgesamt sei eine Summe von 400 Millionen N$ an die Fleischproduzenten ausgezahlt worden, erheblich mehr als der südafrikanische Paritätspreis.

Hamman zufolge hatte der geringere Bedarf für Fleischverarbeitungen einen großen Einfluss auf die Rentabilität und den Cash Flow von Meatco. Er betonte, dass die Nachhaltigkeit der Rotfleischindustrie des Landes untrennbar mit der Nachhaltigkeit von Meatco verbunden sei. Es sei daher dringend notwendig, dass alle Beteiligten die Zukunft der Branche eingehend diskutieren würden.

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