07 Juni 2019 | Afrika

Weniger neue Ebola-Ansteckungen im Kongo

Unter Einsatz ihres Lebens versuchen Gesundheitshelfer im Ost-Kongo, die Seuche Ebola einzudämmen. In einer Phase relativer Ruhe in der von Konflikten heimgesuchten Region machen sie jetzt Fortschritte.

Genf (dpa) - Knapp ein Jahr nach dem Beginn des neuen Ausbruchs der gefährlichen Ebola-Epidemie im Kongo ist die Zahl der neuen Ansteckungen pro Woche zurückgegangen. Im April seien im Durchschnitt 126 Fälle pro Woche registriert worden, in den vergangenen zwei Wochen seien es im Mittel noch 88 gewesen, sagte Michael Ryan, Nothilfedirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am Donnerstag in Genf. Bis Mittwoch waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Kongo 2025 Ebola-Fälle bekannt und mehr als 1350 Menschen gestorben.

Helfer hätten die relative Ruhe der vergangenen Wochen in der konfliktreichen Unruheregion im Osten des Landes nutzen können, um mehr Vertrauen mit der Bevölkerung aufzubauen. Dadurch gelinge es besser, die Menschen über die Gefahren und Symptome aufzuklären. Zudem sei es leichter, mit Menschen, die mit Kranken oder deren Freunden und Angehörigen in Berührung waren, in Kontakt zu bleiben, um sie bei geringsten Anzeichen einer Ansteckung behandeln zu können, sagte Ryan. Es würden zurzeit 15 000 Kontakte täglich verfolgt. Die Gefahr einer Ansteckung sei erst nach 21 Tagen gebannt.

Es sei aber weiter höchste Wachsamkeit geboten: "Dieses Virus wird jede Chance, die es bekommt, ausnutzen, um die Infektionen zu erhöhen", sagte Ryan. "Die Krankheit ist immer noch sehr präsent, und der Ausbruch kann jeden Moment wieder aufflammen." Nach seinen Angaben werden nur 75 Prozent der Ebola-Kranken rechtzeitig entdeckt und kommen in Behandlung. Die Zahl müsse deutlich erhöht werden. Der jüngste Kostenplan, der im Februar 148 Millionen Dollar für sechs Monate Einsatz veranschlagte, sei nur zu einem Drittel gedeckt worden.

Wegen der anhaltenden Gewalt in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri ist es schwierig, den bislang zweitschwersten bekannten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers unter Kontrolle zu bringen. Bewaffnete Gruppen streuen in der Region teils falsche Gerüchte über die Ebola-Helfer. Die Menschen, darunter viele Vertriebene, sind traumatisiert. Immer wieder werden Helfer angegriffen.

Bei der folgenschwersten Ebola-Epidemie waren 2014/2015 mehr als 11 000 Menschen in Westafrika ums Leben gekommen. Seitdem wurde ein experimenteller Impfstoff entwickelt. Er sei äußerst effektiv, sagte Ryan. Mehr als 130 000 Menschen wurden bereits geimpft. "Ohne den Impfstoff hätten wir es mit deutlich mehr Fällen zu tun", sagte er.

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