21 September 2018 | Wirtschaft

Weiter im Griff der Rezession

Statistikamt: Namibias Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal erneut

Noch kann sich Namibia nicht aus den Fängen der Rezession befreien. Die Sektoren Baugewerbe, Bergbau, Elektrizität und Wasser haben zwar für Wachstum gesorgt, doch die Herstellung schrumpft, die Erholung im Handel lässt warten, der Staat spart Geld und die Landwirtschaft tritt auf der Stelle.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Die längste Wirtschaftsflaute in der Geschichte Namibias: Seit über zwei Jahren steckt das Land in der Rezession. „Im zweiten Quartal 2018 ist das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 0,2 Prozent geschrumpft“, sagte gestern Alex Shimuafeni, Chef der Statistikbehörde (Namibia Statistics Agency, NSA), in Windhoek. „Das bedeutet, dass unsere Wirtschaft seit 2016 in jedem Vierteljahr weniger produziert hat“, betonte NSA-Fachmann Titus Kamatuka.

Mehrere Minuswerte

Besonders in der Herstellung habe die Wertschöpfung drastisch abgenommen: „Während die Produzenten im zweiten Quartal vergangenen Jahres (2Q2017) noch starkes Wachstum von fast zehn Prozent erlebt haben, wurde im Vergleichszeitraum 2018 (2Q2018) ein Rückgang von 12,5 Prozent gemeldet“, so Kamatuka. In erster Linie habe sowohl die Verarbeitung von Nichteisenmetallen (Kupfer, Zink usw., -33,3%), die Getränkeherstellung (-12,9%) und Diamantveredelung (-7,8%) abgenommen. Doch auch bei Metallerzeugnissen (-33,8%) sowie der Verarbeitung von Fleisch (-12,2%), Fisch (-8,1%) und nichtmetallischen Mineralien (-26%) habe es Rückgänge gegeben.

Gleichzeitig sei auch der Groß- und Einzelhandel um 5,8 Prozent geschrumpft, was auf eine „bedrückte Nachfrage“ hindeute. „Allerdings zeigt der Sektor Zeichen einer Erholung, wenn man die aktuelle Leistung mit dem Handelsrückgang in Höhe von 11,4 Prozent in demselben Zeitraum 2017 vergleicht“, so Shimuafeni. Ein anderes Bild zeichne sich in der Landwirtschaft ab: Weil weniger Vieh zum Schlachter gebracht worden sei, habe der Sektor trotz besserer Regenfälle nicht an das Wachstum vom Vorjahr (+20,6%) anschließen können und im Berichtzeitraum einen Rückgang von 1,2 Prozent einstecken müssen.

Indes laste weiterhin der staatliche Sparkurs auf den sogenannten Regierungssektoren. Der Statistikbehörde zufolge seien sowohl das Gesundheitswesen (-6,2%) als auch der Bildungssektor (-4,9%) geschrumpft. Derweil habe die Regierung nur in der öffentlichen Verwaltung etwas mehr Personal einstellen können (+1,2%).

Sektoren im Plus

Im zweiten Vierteljahr sei indessen ein großer Beitrag vom Bergbau ausgegangen, der mit 22,4 Prozent ein imposantes Wachstum verzeichnet habe: „Nach der Inbetriebnahme der Husab-Mine steigert diese nach und nach ihre Produktion, womit der Subsektor Uran 62,3 Prozent an Wert zugelegt hat“, erklärte Kamatuka. Zudem habe die Diamantförderung ein Plus von 30,5 Prozent registriert. Ferner habe auch das Baugewerbe ein starkes Wachstum (+23,8) erlebt: Es seien fast fünf Prozent mehr Immobilien fertiggestellt worden; und die Regierung habe zwar auch im Berichtszeitraum an Bauaufträgen gespart (-21,5%), allerdings nicht ganz so stark wie vor einem Jahr (2Q2017: -68,1%).

Für Wachstum habe im zweiten Quartal auch der gemeinsame Bereich Elektrizität und Wasser gesorgt, der ein Plus von 16,7 Prozent verzeichnet habe (2Q2017: +9%). Im Subsektor Elektrizität sei eine Wertsteigerung von 17,5 Prozent registriert worden, was laut Bericht auf dem Ruacana-Wasserkraft zu verdanken sei, das mehr Energie produziert habe. „Gleichzeitig konnte Namibia aufgrund des Überangebots in Südafrika Billigstrom einführen, was sich aber aufgrund der Preiskontrolle nicht in der Rechnung des Endverbrauchers widerspiegelt“, so Kamatuka. Derweil habe der Wassersektor um 12,4 Prozent (2Q2017: -5,9%) zugelegt, was mit der gelockerten Rationierung zusammenhänge.

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