15 Oktober 2020 | Lokales

Weg zur Genesung beginnt

Marthie Zwemmer droht nach Schlangenbiss den Arm zu verlieren

Nach knapp zwei Monaten der Nachlässigkeit und Fehlbehandlung in zwei Staatskrankenhäusern im fernen Norden wurde Marthie Zwemmer gestern in ein Windhoeker-Privatkrankenhaus gebracht, wo ein Team Mediziner sich nun darum bemüht, ihren rechten Arm nach einem Schlangenbiss zu retten.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Finanzielle Hilfe strömt aus ganz Namibia für Marthie Zwemmer an, die vor gut zwei Monaten von einer Schlange gebissen worden war und einen dringenden chirurgischen Eingriff benötigt. „Seit Wochenbeginn wurden rund 40 000 N$ gespendet, wofür wir aufrichtig dankbar sind. Aber für die langfristige Behandlung werden bis zu 200 000 N$ benötigt“, sagte Danica Smith gestern der AZ.

Smith setzt sich für ihre Bekannte ein, die knapp zwei Monate lang im Staatskrankenhaus in Rundu und Katima Mulio behandelt worden war. Allerdings sollen die Ärzte dort den Expertenrat nicht angenommen haben, weshalb Zwemmer nun droht, ihren Arm zu verlieren. Laut Smith wurde die ausgebildete Köchin Zwemmer am 19. August von der Schlange gebissen – offenbar derweil sie in einem Dorf im fernen Nordosten des Landes des Nachts geschlafen hat. Ursprünglich sei sie im Krankenhaus in Katima Mulilo behandelt worden, wo die Ärzte von einem Spinnenbiss ausgegangen seien. „Als ich ein Foto von ihrem Arm gesehen habe, dachte ich sofort, dass es ein zytotoxisches Gift sein muss und sich nicht um einen Spinnenbiss handelt“, sagte sie. Sie habe den Schlangenexperten Francois Theart eingeschaltet. Sein Fazit: Zwemmer wurde mit Wahrscheinlichkeit von einer Mosambik-Speikobra gebissen.

Während Zwemmers Aufenthalt im Krankenhaus in Katima Mulilo habe sie kein Gegenmittel bekommen und sie sei einmal operiert worden. „Weil in Rundu ein Mediziner ist, der sich mit Schlangenbissen auskennt, haben wir uns eingesetzt, dass sie in das Krankenhaus gebracht wird“, erklärte Smith. Zwemmer sei Ende August in das Hospital in Rundu eingeliefert worden. „Wie sich aber später herausstellte, hat der behandelnde Arzt dem Experten den Zugang zur Patientin verweigert“, erklärte Smith.

Abgesehen davon zeigt sich Smith über den Zustand im Krankenhauses schockiert, es fehlt an Grundausstattung wie Toilettenpapier. Ein Schmerzmittel habe Zwemmer außerdem erst nach mehr als zwei Wochen bekommen. Am Montag, 5. Oktober, habe Zwemmer sich über den Zustand ihres Arms besorgt gezeigt. „Es scheint, als ob sich die Infektion entzündet hat“, sagte Smith. Eine Hauttransplantation hätte zu diesem Zeitpunkt schon in die Wege geleitet werden müssen.

Smith hat daraufhin auf sozialen Medien einen Spendenaufruf gestartet und dringende Hilfe gesucht. Die Resonanz war gewaltig. „Es wurde beschlossen, sie nach Windhoek in ein privates Krankenhaus zu bringen, wo ein plastischer Chirurg bereitsteht“, erklärte Smith. Die Firma Nyati Wildlife Art hat gestern Zwemmer in Rundu abgeholt und nach Windhoek gefahren – und dies ebenfalls gratis.

„Wir freuen uns über jede Spende. Jeder Cent zählt“, sagte Smith und fügte abschließend hinzu: „Der Weg zur Genesung wird lang sein, aber wir bleiben positiv.“ Spenden können in das FNB-Konto „A Plea For Marthie“ gemacht werden (Konto: 62272906359; Branch: 289375).

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