15 Mai 2013 | Kommentar

Weckruf für Wachdienste

Das Urteil in dem Schadensersatz-Prozess gegen den Wachdienst Crown Security ist von großer Tragweite, weil es erstmals juristisch definiert, inwieweit Arbeitgeber für Handlungen ihrer Angestellten während der Dienstzeit haftbar sind. In seiner Urteilsbegründung hebt Ersatzrichter Sisa Namandje explizit hervor, dass der inzwischen verstorbene Sicherheitsbeamte Fabian Amutenya als Angestellter von Crown Security gehandelt hat, als er am 4. März 2004 den Lehrer Johannes Gabrielsen offenbar willkürlich angeschossen und dadurch dessen Querschnittslähmung verursacht hat. Damit widerspricht der Richter auch ausdrücklich der Argumentation der Verteidigung, wonach der Sicherheitsbeamte „eigenmächtig“ gehandelt habe und sein Arbeitgeber für diesen „Alleingang“ nicht verantwortlich sei. Das Urteil hat große Signalwirkung für Arbeitgeber generell und stellt speziell für Wachdienste einen deutlichen Weckruf da. Schließlich werden in der Sicherheitsbranche nicht selten unbedarfte Angestellte mit Waffen versehen und ohne weitere Ausbildung an Orten postiert, wo der unüberlegte Einsatz von Schusswaffen eine ernste Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt. Marc Springer

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