19 November 2020 | Natur & Umwelt

Wasserzugang bleibt ein Problem

Lösung für Mangel anstreben - Dürrehilfe bleibt Herausforderung

Der ständige Ausschuss für Lebensraum des Nationalrats rät zu einer nationalen Beratung, um Namibias Wasserproblemen auf den Grund zu gehen. Den Umgang bestimmter Regionen mit der Dürrehilfe sieht der Ausschuss derweil weiterhin mit Herausforderungen verbunden.

Von Nampa und Steffi Balzar, Windhoek

Namibia soll ein nationales Wasser-Indaba abhalten, um die Wasserprobleme des Landes zu erörtern, so die Empfehlung des ständigen Ausschusses für Lebensraum des Nationalrats (National Council Standing Committee on Habitat). Das geht aus einem Bericht des Ausschusses hervor, der nach einem Besuch in den Regionen Sambesi, Kavango-Ost, Kavango-West, Ohangwena, Omusati, Oshikoto, Kunene, Hardap und //Kharas veröffentlicht wurde, um festzustellen, inwieweit die Bürger Zugang zu Trinkwasser haben, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Die meisten Namibier müssen demnach weite Wege zurücklegen, um zu Wasserstellen zu gelangen. „Bei Bürgern liegt die Entfernung bei circa 2,5 km bei Vieh bei bis zu 7 km“ so die Erklärung.“ Der Trinkwassermangel in bestimmten Gebieten wurde durch die Tatsache verschärft, dass ein Großteil des Grundwassers durch den hohen Alkaligehalt des Bodens ungenießbar geworden war“, heißt es ferner. Bei der Zuweisung von Mitteln solle die Regierung „die Weite einer bestimmten Region in Betracht ziehen, da die Herausforderungen im Verhältnis zur Größe jeder Region stehen“, so die Empfehlung.

Indessen veröffentlichte der Ausschuss zudem einen Bericht mit einer Nachlese, inwiefern Mittel des Dürre-Hilfsfonds (DRF) in den Regionen Hardap, Omaheke, Kunene, Oshana, Kavango -Ost, Kavango-West, Sambesi und Otjozondjupa im Haushaltsjahr 2019/20 eingesetzt wurden. Die Regierung hat in dem betreffenden Zeitraum laut Bericht eine Summe von mindestens 120 Millionen Namibia-Dollar für die Rehabilitierung, das Schlagen und die Installation von Bohrlöchern in den genannten Regionen ausgegeben. Dennoch, blieben viele Herausforderungen bestehen, wenn es um die Wasserversorgung im Land gehe.

„In der Hardap-Region wurden 11,8 Millionen N$ für das Schlagen von 16 Bohrlöchern ausgegeben“, hieß es. Allerdings würden „nur wenige“ Wahlkreise in der Hardap-Region von dem DRF profitierten. Die Omaheke-Region erhielt 14,7 Millionen N$ zur Bewältigung seiner Wasserprobleme. Laut Bericht gab es in der Region eine Veruntreuung öffentlicher Gelder. Demnach seien 4,9 Millionen N$ an die Firma Northend Solar Solutions überwiesen worden, für Dienstleistungen, die das Unternehmen bislang nicht ausgeführt hat. „Bisher wurden lediglich 1,6 Millionen N$ von dieser Summe wieder eingezogen“, hieß es ferner.

In der Kunene-Region wurden 21 Millionen N$ für das Schlagen von 17 Bohrlöchern bereitgestellt. Die Kapazität des Wasserreservoirs, das zuvor benutzt wurde, konnte die wachsende Bevölkerung laut Erklärung nicht mehr versorgen, während der Kunene-Fluss zur Lösung der Wasserkrise in der Region nicht ausreichend genutzt wurde. „Der Regionalrat der Oshana-Region konnte bedauerlicherweise nicht erklären wie die zugeteilte Dürrehilfe eingesetzt wurde, weshalb die Angelegenheit zur weiteren Untersuchungen an den Ausschuss für öffentliche Finanzen weitergeleitet wurde“, hieß es ferner.

Aus dem Bericht geht nicht hervor, welche Summe für die Kavango-Ost-Region bereitgestellt wurde, obwohl angegeben wird, dass 25 Bohrlöcher geschlagen und 10 weitere fertiggestellt wurden. Die Kavango-West-Region erhielt unterdessen 15,8 Millionen N$. Die Region schlug 25 Bohrlöcher von denen nur fünf in Betrieb genommen wurden. Von den 19,2 Millionen N$, die der Sambesi-Region zugeteilt wurden, wurden nur 6,2 Millionen N$ für das Schlagen von Bohrlöchern ausgegeben, da „der Regionalrat das Geld nicht gleichmäßig aufteilen konnte und unter Zeitdruck stand“, so der Bericht. Die Otjozondjupa-Region schlug 15 Bohrlöcher für 5,9 Millionen N$. Weitere fünf Bohrlöcher wurden rehabilitiert.

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