09 Februar 2009 | Wirtschaft

Wasserverbrauch steigt rapide

Swakopmund - In der Erongo-Region hat sich die Diskrepanz zwischen den Wasserreserven und dem Wasserbedarf drastisch verschärft. Aufgrund der geplanten Bergbauunternehmen im Erongo-Gebiet muss der staatliche Wasserversorger NamWater seine Wasserinfrastruktur deshalb auf die Zukunft ausrichten. Da sich die Entsalzungsanlage, die derzeit nördlich von der Feriensiedlung Wlotzkasbaken errichtet wird, in der Privathand des Urankonzerns Areva befindet, hat NamWater beschlossen, eine weitere Entsalzungsanlage bei Meile 6 errichten zu wollen.
"Die Areva-Trekkopje-Mine wird sich selbst mit Wasser versorgen, doch wenn die Inbetriebnahme der vielen anderen geplanten Uranminen und anderer Bergbauunternehmen im Erongo-Gebiet verwirklicht wird, dann fehlen uns jährlich 54 Mio. Kubikmeter Wasser", legte am Donnerstag bei der öffentlichen Versammlung der Projektmanager von NamWater, Willem Venter, den Anwesenden seine Berechnungen vor. Das Omaruru-Omdel-Delta liefere jährlich lediglich 5 Mio. Kubikmeter Trinkwasser.
"Geschätzte 1,8 Milliarden Namibia-Dollar werden benötigt", so Venter, "dafür wollen wir dann aber auch 90 Mio. Kubikmeter Frischwasser aufbereiten". Als Berater soll die Ingenieursfirma Rostek Associates Incorporated in Tampa/Florida auftreten.
Während der Versammlung stellten die Umweltvertreter besonders den gewählten Standort und das daraus entstehende und durch die Wüste gelegte "Spinnennetz" an Rohr- und Stromleitungen in Frage. Das ausgesuchte Areal sei ideal, da durch die existierenden Salzwerke das Territorium ohnehin schon in Leidenschaft gezogen sei, so Venter. Zudem sei es auch eine finanzielle Überlegung gewesen. "Hätten wir uns für einen Standort um Walvis Bay entschieden, müsste eine Wasserleitung über das Swakoprivier gelegt werden, und eine Anlage gleich neben Areva ist allein wegen der neu benötigten Wasserleitung nach Swakopmund eine kostspielige Angelegenheit", erklärte Venter. Zudem habe es auch intern einen Gedankenaustausch über die erforderliche Stromleitung gegeben, die dann durch den Wüstenstreifen gelegt werden müsste. "20 MW an Elektrizität wird benötigt", erwähnte Venter nebenbei.
Abschließend pries Venter das Vorhaben mit einem Vorzug an. Die eigene NamWater-Entsalzungsanlage werde nämlich nicht nur die Bergbauunternehmen mit Wasser beliefern, auch die Küstengemeinschaft gewinne daraus. "Das Wasser wird in der Rohrleitung dem Grundwasser aus dem Omdel-Delta zugefügt", sagte er, "der Verbraucher erhält ein reines Trinkwasser zu fairem Preis, denn die Minen werden den Kostenaufwand decken müssen."

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