23 Mai 2019 | Verkehr & Transport

Wasserlecks verschwenden 14,8%

Karstveld-Reserven werden in der Not seit Januar 2019 maximal abgepumpt

Windhoeker Verbraucher haben den Wasserkonsum von 28 Mio. Kubikmeter im Jahr 2016 gedrosselt auf derzeit 21 Mio. m³. Die Stadt zielt auf eine Senkung bis 14,8 Mio. m³. pro Jahr, indem u. Anderem die Sparlatte von 10% auf 15% verschärft werden soll.

Von Eberhard Hofmann

Windhoek - Viele besorgte Einwohner fanden im überfüllten Vortragssaal der Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaf (NWG) am Dienstagabend nur noch Stehplätze, um bei schwindenden Reserven den aktuellen Stand der Notplanung zur Wasserversorgung der Landesmitte zu vernehmen. Zur Landesmitte (CAN - Central Areas of Namibia) zählen neben der Hauptstadt die Ortschaften Okahandja, Karibib, Omaruru, Otjiwarongo und Okakarara. Die kundigen Referenten vertraten die Stadt Windhoek, das Management-Komitee des Drainage-Gebiets Oberer Swakop, das Ressort Wasserbau im Landwirtschaftsministerium sowie das Kabinettkomitee für Sicherheit der Wasserversorgung, bzw. sein Technisches Experten-Komitee (TEC: Technical Committee of Experts), letzteres vertreten durch Pedro Maritz. Schlussfolgerung aller vortragenden Fachkräfte: die Lage wird zunehmend ernster und die Verschärfung der Sparmaßnahmen sowie die Erschließung weiterer Quellen sind und bleiben zwingend notwendig.

Die Fachkräfte Dieter Tolke von der Stadt Windhoek, Maritz vom TEC sowie Mostert vom Wasserbau beleuchteten den Stand sowie die Notmaßnahmen von mehreren Seiten anschaulich mit Ziffern. Zwischen der Wasserlieferung von der Stadt bis zum Abnehmer gehen 14,8 Prozent des Volumens durch Lecks verloren, Tendenz wahrscheinlich steigend. Laut Tolke rühmt sich Windhoek, mit der Ziffer gut dazustehen. In Südafrika liege der Wasserverlust durch Lecks bei 37%. Windhoek hat laut Tolke monatlich im Schnitt 300 Rohrbrüche zu reparieren und muss 1500 mal verstopfte Sudelrohre öffnen. „Beide Wege gehören zusammen“, so Tolke.

Strenger sparen

Der Wassertarif der Stadt wird um die Jahresmitte um 10% und der Abwassertarif um 5 % steigen. Der Normaltarif für Wasser trifft pro Haushalt auf 6 m³ bis 25 m³ zu. Danach setzt der Straftarif ein. Die Stadt erwartet, dass der Verbraucher das Richtmaß von 90 Liter am Tag pro Person auf 70, besser auf 50 Liter senkt. Die Stadt ziele darauf, ihren Bedarf zu 35% durch den Beschaffer Namwater, 26% durch Wiederaufbereitung aus Abwasser sowie 39% aus den Bohrlöchern abzudecken. Die Verdoppelung der derzeitigen Wiederaufbereitung ist bereits beschlossene Sache. Maritz und andere betonten die steigende Bedeutung der Bohrlöcher, die in guten Regenjahren aufgefüllt werden müssen.

Laut Maritz hat das Technische Expertenkomitee für die laufende Aufbesserung der Infrastruktur ohne Komplikation 300 Mio. N$ direkt von der Regierung erhalten, was ansonsten den Stadtverwaltungen überlassen wurde, um unter Anderem das System der Bohrlöcher derart auszudehnen, dass jährlich zwölf Mio. m³ daraus abgepumpt werden können. Ferner wird der Wasserkanal vom Karstveld zum Omatako-Damm repariert. Insgesamt habe das Kabinett für die nächsten drei Jahre 3,1 Milliarden N$ exklusiv zur Verbesserung des Wasserbau bewilligt. Für zusätzliche Beschaffung erwägen die Experten einzelne oder eine Kombination folgender Quellen: Anbindung an die nördlichen Grenzflüsse, Verbindung zu den Dämmen im Süden, Entsalzung sowie Nutzung des erweiterten Karstvelds, genannt Karstveld 4.

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