02 September 2020 | Lokales

Wasser nicht für alle gratis

Swakop nutzt Trinkwasser-Spende für überfällige Rechnungen

Das Unternehmen Orano Mining Namibia hat angesichts der COVID-19-Pandemie mehreren Orten an der zentralen Küste Trinkwasser gespendet. Swakopmund wird dieses Wasser nutzen, um lediglich außenstehende Rechnungen zu zahlen - nicht alle Haushalte werden von dieser Spende profitieren.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

„Ich empfinde die Zuteilung dieser Spende als maßlos unfair“, sagte das Swakopmunder Stadtratsmitglied Wilfried Groenewald (SRA) am Montag während der Ratssitzung. Trotz seiner Einwände haben die Mehrheit der Mitglieder im Stadtrat beschlossen, dass lediglich Haushalte, deren Wasserrechnungen ausstehend sind, von dieser Spende profitieren.

Orano Mining Namibia hatte im Mai insgesamt 200 000 Kubikmeter Trinkwasser gespendet, das aus der Entsalzungsanlage bei Wlotzkasbaken stammt. Damals hatte das Unternehmen erklärt, dass die Orte Henties Bay, Swakopmund, Walvis Bay und Arandis davon profitieren würden. Der Wert der Spende wurde auf rund sechs Millionen Namibia-Dollar beziffert. Ein Grund für diese Spende lag darin, dass die Regierung alle Orte landesweit aufgefordert hatte, Wasser für deren Einwohner zur Verfügung zu stellen - oftmals kostenlos. Seit Beginn der Corona-Krise ist in Swakopmunds ärmeren Stadtteilen Trinkwasser gratis, während sämtliche Haushalte, deren Wasserhähne wegen Nichtzahlung zugedreht worden waren, seither wieder an die Versorgung angeschlossen wurden.

Am Montag wurde die Verteilung der Wasserspende bei der Swakopmunder Ratssitzung thematisiert. Demnach hat die Stadt von den insgesamt 200 000 Kubikmetern 40 811 Kubikmeter erhalten. Der Wert des Trinkwassers wird auf rund 606 000 Namibia-Dollar beziffert. „Es wird empfohlen, dass dieses Wasser den Verbrauchern zugute kommt, deren Wasseranschluss wegen Nichtzahlung abgeschnitten wurde“, heißt es in der Beschlussvorlage. Der Gesamtwert der überfälligen Rechnungen wird auf mehr als eine Million Namibia-Dollar beziffert.

Damit stimmt Groenewald aber nicht überein und er hat daher Einspruch erhoben: „Jeder in Swakopmund versucht, über die Runden zu kommen und die Rechnungen zu zahlen. Nicht nur bestimmte Personen“, sagte Groenewald. Einige Einwohner hätten sogar Wertsachen oder Immobilien verkauft, um zu überleben. „Diese Spende sollte daher gleichermaßen an alle Haushalte in Swakopmund verteilt werden und nicht nur an die, die ihre Rechnung nicht gezahlt haben“, sagte er und fügte hinzu: „Dies würde andere Haushalte dazu animieren, weiterhin die Rechnungen zu zahlen.“

Kein anderes Stadtratsmitglied hat sich Groenewalds Meinung angeschlossen, weder die Mitglieder der Opposition, noch die SWAPO-Mitglieder.

„Wir möchten nicht wegen Rechnungen diskriminieren“, sagte Bürgermeister Nehemia Salomon nach Groenewalds Einwand. „Jede Entscheidung, die wir treffen, machen wir zum Wohle der Stadt“, ergänzte er.

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