27 August 2019 | Meinung & Kommentare

Was dem einen recht ist...

Unbemerkt und wenig beachtet nehmen die Biomassen-Projekte im Lande zu. Das von der GIZ unterstützte Projekt „Debushing Advisory Services“ (Fachberatung für Entbuschung) hat gemeinsam mit der Holzkohlevereinigung Namibias (Namibia Charcoal Association, NCA) 2018 in einem Informationsheft festgehalten, dass knapp 30 Millionen Hektar in Namibia „zu einem hohen Maße verbuscht“ sind. Die größte Menge an Biomasse wird weiterhin bei der Herstellung von Holzkohle (Charcoal) verbraucht - laut dem Datenblatt jährlich etwa 600000 Tonnen. „Da die Genehmigungen typisch nur an verbuschte Farmgebiete vergeben werden, werden somit etwa 60000 Hektar Land im Jahr beansprucht“, heißt es in dem Blatt. Doch an anderer Stelle wird angegeben, dass Namibia im Jahr 2016 nur 160000 Tonnen Holzkohle pro Jahr nach Südafrika, England, Deutschland, Frankreich und Griechenland exportiert hat und den Export im Jahr 2020 auf 200000 Tonnen erhöhen will. Weder die 160000 Tonnen noch die 200000 Tonnen scheinen sich nahezu mit den vorhergenannten 600000 Tonnen abzugleichen.

Bei der vor zwei Wochen abgehaltenen Jahreshauptversammlung berichtet NCA von dem Vorhaben eines deutschen Unternehmers seine Abnahme „sofort von 18000 Tonnen auf 45000 Tonnen zu erhöhen“. Die NCA informiert die Öffentlichkeit über alle Erfolge, doch gibt es keine Klarheit über die Masse, die im Jahr 2019 verarbeitet wird und inwiefern das landesweite Unternehmen nachhaltig ist/bleibt.

Den Farmern sei jegliche Erleichterung in der Zeit einer Dürre gegönnt, doch darf es nicht sein, dass wir den Farmern im Nordosten des Landes abverlangen, per Umweltverträglichkeitsstudien, die nachhaltige Forstwirtschaft zu erhalten, während mittlerweile die Holzkohleproduzenten auf unzähligen Farmen im Lande dies Produkt herstellen und keiner genau informiert ist, welche Auswirkungen das auf Dauer hat. Diese Industrie gehört nicht weniger beobachtet und verwaltet als jeder andere Sektor, der sich namibische Naturressourcen zunutze macht.



Frank Steffen

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