06 Dezember 2012 | Branche

Was bleibt von der Million?

In Kooperation mit dem Millenium Challenge Account Namibia (MCA-N) und dem Tourismusministerium wurde diese Woche eine wunderbare Besucherstatistik präsentiert. Beim Hinterfragen der Zahlen wird jedoch deutlich, dass dieses Dokument mit gesunder Skepsis zu betrachten ist. Denn die Richtigkeit der Angaben, die Gäste bei der Einreise zum Besuchsgrund machen, kann nicht überprüft werden.

Das Wunderbare an Statistiken ist, dass sie professionell wirken und jede Menge wunderbare Zahlen enthalten. So will dieser Report weismachen, dass vergangenes Jahr über eine Million Touristen Namibia bereist haben. Kaum zu glauben, dass um die 360000 Angolaner und über 270000 Südafrikaner wegen der Schönheit unseres Landes hierher gekommen sind. Auch kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass über 40000 Menschen aus Simbabwe hier Urlaub machten. Die haben in ihrem eigenen Land doch ganz andere Probleme. Wahrscheinlicher ist, dass nicht Wenige von ihnen aus geschäftlichen Gründen nach Namibia kommen.

Das soll nicht heißen, dass alle Gäste, die sich als Touristen ausgeben, angezweifelt werden sollen. Warum sollen die Chinesen nicht auch mal aus ihren Läden raus und sich ein bisschen im Land umsehen, sich ein Fahrzeug mieten und in Lodges einbuchen? Laut Statistik sind es immerhin knapp über 4000 Menschen aus dem Reich der Mitte, die vergangenes Jahr nach Namibia gereist sind. Und laut derselben Statistik blieben sie mit durchschnittlich 27 Tagen neben den Simbabwern (29 Tage) am längsten im Land. So gut hat es ihnen hier gefallen!

Aber auch andere Zahlen geben zu denken. So zeichnet sich deutlich eine Abnahme der Touristen aus Europa ab. Ihnen macht noch die Wirtschaftskrise zu schaffen. Aber vielleicht ist es auch der Service hier im Land. Denn Statistik hin oder her, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt, bleiben auch die zahlungskräftigen Touristen weg. Darüber sollte man einmal eine Statistik erstellen, das würde der Tourismusbranche die Augen öffnen. Das Geld sitzt eben nicht mehr so locker und warum dieses dann auch noch in einem Land ausgeben, in dem zwar täglich die Sonne strahlt, aber nicht die Gesichter hinter offiziellen Schaltern. Dafür bewegen sich die Preise für touristische Dienstleistungen größtenteils in astronomischen Höhen.

In den vielen bunten und anschaulichen Diagrammen der Statistik werden nicht nur Herkunft der Gäste und Länge ihres Aufenthaltes dargestellt, sondern natürlich auch Alter und Geschlecht. So weiß man jetzt endlich, dass sich mehr Männer für Namibia interessieren als Frauen.

Auf jeden Fall kann mit solch einer Erhebung besser auf die Bedürfnisse der Besucher eingegangen werden. Und vielleicht werden diese Erkenntnisse einmal dazu führen, dass man auch als Namibier wieder im Land reisen kann, ohne dass ein Monatsgehalt dabei draufgeht - wieder etwas, worüber man mal eine Statistik anfertigen kann.

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