28 April 2021 | Meinung & Kommentare

Warnung fiel auf taube Ohren

Seit Wochen machen Aufnahmen und Berichte von völlig abgemagerten Wüstenlöwen im Nordwesten Namibias Schlagzeile in den Medien. Das Umweltministerium und Experten sind sich einig: es gibt kaum noch Beute für die Raubkatzen und die Situation ist düster. Aber bei der Ursache gehen die Meinungen auseinander.

Einige nennen das Wort „Geldgier“, die den Untergang der Artenvielfalt im Nordwesten beschleunigt habe. Davor hat der bekannte Umweltschützer Chris Bakkes vor sechs Jahren gewarnt. In einem mutigen Schreiben hat er Kritik an Hegegebieten und der sogenannten Shoot-and-Sell-Genehmigung erhoben, an Hand derer Tiere erlegt und das Fleisch dann verkauft werden kann. „Eine Verringerung der Tierwelt war sichtbar“, hatte Bakkes damals geschrieben. Dafür hat er viel Kritik kassiert und seine Vorwürfe wurden von sämtlichen Hegegebieten vehement abgestritten.

Leider hat Bakkes aber Recht behalten und die Folgen sind nun gravierend. Seit seinem Schreiben hat die Dürre dem wenigen, übrigen Wild im Westen Namibias den Rest gegeben. Wüstenlöwen werden auf der aussichtslosen Suche nach Beute näher an Menschen getrieben und müssen - zum Überleben - Vieh, Hunde und sogar Hühner reißen. Allein in diesem Jahr wurden drei Wüstenlöwen als „Problemtiere“ klassifiziert und erlegt. Wie viele andere Löwen wurden aber still und heimlich beseitigt? Um nun die Löwen zu retten, besonders nach der katastrophalen Regensaison in diesem Gebiet, sollen sie ins Naturschutzgebiet N/a'an ku sê umgesiedelt werden, wo sie vor Touristen bettelnd auf ein Stück Fleisch hinter einem Elektrozaun warten. Schade.

Inzwischen sollte das Umweltministerium aber umgehend eingreifen, besonders beim fragwürdigen Management zahlreicher Hegegebiete und zugleich die kontroverse Shoot-and-Sell-Genehmigung überarbeiten oder - noch besser - gänzlich abschaffen. Denn in dem einst wildreichen Kaokoveld und Damaraland, wo es tausende Spingböcke und noch mehr gab, ist nun nicht viel mehr als leere Landschaften und Steine übrig.

Gleiche Nachricht

 

Werden Einwände ausgesessen?

vor 16 stunden | Meinung & Kommentare

Der ehemalige Minister für Information & Kommunikationstechnik, Tjekero Tweya, der jetzt dem Ständigen Parlamentarischen Ausschusses für Natürliche Ressourcen vorsteht, erklärte ausgiebig das zutreffende Regelwerk für...

Viele Mittel ohne Zweck

vor 1 tag - 21 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Am 2. Juni feierte die namibische Armee in Grootfontein das 31. Jubiläum. Der oberste Befehlshaber, Präsident Hage Geingob brachte in einer verlesenen Rede seinen „Stolz...

Mehr Zerwürfnis als Versöhnung

1 woche her - 14 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Die hoch-emotionale, teils hysterische Reaktion von Stammesführern und Oppositionsparteien auf das Versöhnungspaket, das in Berlin und Windhoek zur Ratifizierung vorgelegt wird, ist total aus dem...

Schwacher Verhandlungspartner

vor 2 wochen - 08 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Die Kommunalvertreter der OvaHerero Traditional Authority (OTA) und der Nama Traditional Leaders‘ Association (NTLA) behaupten die einzigen Vertreter ihrer jeweiligen Volksgruppen zu sein. Die Rechnung...

Rote Linie schützt Arbeitsstellen

vor 3 wochen - 01 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Im Internet kann man über den Veterinärzaun im Norden Namibias - der „Roten Linie der Apartheid-Politik“ - nachlesen. Es gibt unterschiedliche Ansichten über den Ursprung,...

Blödsinnige Phrasendrescherei

vor 3 wochen - 28 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibische Farmer besitzen Mut und haben wiederholt ihr Durchhaltevermögen bewiesen. Sie müssen sich ständig - genau wie jeder andere Beruf - weiterbilden, und jedes Mal...

Zu viele Themen unbereinigt

vor 3 wochen - 26 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibier sind nicht grundsätzlich gegen den Bergbau - seit vielen Jahren gibt es kaum Widerstand. Namibier sind allerdings stolz auf ihre Umwelt, die zu den...

Unerhört freche Forderungen

vor 1 monat - 21 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Wer soziale, wirtschaftliche oder politische Systeme aus dem eigenen Umfeld kritisiert, wird gern als Nestbeschmutzer verschrien. Darum hadert der Mensch mit solch einem Schritt, und...

Tourismus mit Waffen bedrohen

vor 1 monat - 14 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Man kann sich darüber streiten, ob der botswanische „Schießbefehl“, laut dem die Sicherheitskräfte unseres Nachbarlandes grundsätzlich mit tödlicher Gewalt gegen Wilderer vorgehen dürfen, in Ordnung...

Vetternwirtschaft wird zu Norm

vor 1 monat - 12 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Neulich verzweifelte eine Freischaffende, weil ihre Neffen einem Umfeld ausgesetzt seien, in dem Korruption und Vetternwirtschaft zur Norm würden. Diese Teenager würden derartige Vergehen als...