03 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

War das Stolz oder Feigheit?

Mit einer unglaublichen Geduld standen Wähler/innen manchmal sechs Stunden oder länger in der Reihe, bevor sie ihr demokratisches Recht ausüben konnten. Kaum war die Wahl vorbei, offenbarte sich der grundlegende Unterschied zwischen den Wählern und den Politikern dieses Landes.

Bereits vor der Schließung der Wahllokale schossen einige Oppositionspolitiker die ersten Salven der Kritik ab. Wenn sie nicht die EVMs aufs Korn nahmen, von denen sicher zu erwarten war, dass der eine oder andere Apparat nach langen Anfahrten über Sandstraßen streikt, so waren es die Beamten sowie jedes weitere Gerät und die Prozesse, die zum Einsatz kamen.

Die ECN hatte alle politischen Parteien eingeladen, sämtliche Prozesse durch Parteivertreter mit zu verfolgen. Wenn jede Partei zwecks Registration ursprünglich mindestens 10 000 Unterschriften von Parteimitgliedern hatte vorlegen müssen, sollte es doch möglich sein, eine Person (wenn nicht der mitreisende Vertreter selbst) anzuweisen, welche die ausgehängten Wahlergebnisse eines jeden Wahllokals fotografiert. Daraus hätte man ein eigenes kleines Spreadsheet erstellen können, das unter den Oppositionsparteien hätte ausgetauscht werden können und somit hätten alle die ECN-Ergebnisse überprüft werden können.

Stattdessen stürzt man sich wegen jedem Tippfehler auf die Wahlkommission und wirft ihr die Manipulation vor, selbst dann noch, wenn der oft eingestandene Fehler sofort korrigiert wurde. Aber untereinander wird nichts verglichen, denn wahrscheinlich stimmen die Zahlen sowieso nicht überein - weder von Partei zu Partei noch mit der ECN. Man hört halt das Gras wachsen.

Dem setzt man noch einen drauf: Außer Esther Muiinjangue (NUDO) erschienen keine Parteivertreter zur Ankündigung der Ergebnisse! Das waren sie aber ihren Wählern schuldig, denn diese wollten wissen wie die Partei zu den Ergebnissen steht und wie sie sich dem wiedergewählten Präsidenten gegenüber verhält. Motzen hinter vorgehaltener Hand ist dabei als Feigheit zu werten!

Gleiche Nachricht

 

Moratorium wird zu Verblendung

vor 4 tagen - 20 Januar 2020 | Meinung & Kommentare

In den ersten Wochen des Novembers verkündete der Informationsminister, dass das Kabinett das seit April 2019 geltende Moratorium auf das Schlagen und Transportieren von Nutzholz...

Wenn Polizisten zu Tätern werden

1 woche her - 15 Januar 2020 | Meinung & Kommentare

Die Polizei wiegt ein Unrecht gegen ein anderes auf, wenn sie versucht, Übergriffe von Sicherheitskräften durch Fehlverhalten misshandelter Zivilisten zu relativieren.Die hohe Anzahl Morde im...

Potenzial nicht ausgeschöpft

vor 2 wochen - 10 Januar 2020 | Meinung & Kommentare

Das St. Boniface Colleges schneidet seit Jahren als beste der Schulen ab, wenn es um die „Ordinary-Level“-Resultate geht – allerdings nimmt sie nicht an den...

Und so einfach geht das

vor 3 wochen - 03 Januar 2020 | Meinung & Kommentare

Man sollte davon ausgehen dürfen, dass eine Partei, die seit bald 30 Jahren Namibia regiert, ständig in der ausgezeichneten Ausgangsposition verkehrte, unbeliebte Entschlüsse durchsetzen zu...

Eine Zeit des Wandels

vor 3 wochen - 31 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Die Regierungspartei musste durch die Wahl am Ende des Jahres feststellen, dass alles ein Verfalldatum hat - auch die errungene Freiheit. Immer öfter argumentieren Jugendliche,...

Der Täter ist männlich

vor 1 monat - 18 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Von den 4600 verurteilten Gefängnisinsassen in Namibia sind nur 3,2 Prozent Frauen. Die numerische Differenz ist gewaltig, aber nicht außergewöhnlich. Zum Vergleich: in Südafrika sind...

Wenn der Zweck die Mittel heiligt

vor 1 monat - 17 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Mit der Festlegung eines allgemeingültigen Kautionsbetrages für festgenommene Verkehrssünder wird nicht das Gebot der Gleichbehandlung erfüllt, sondern das genaue Gegenteil bewirkt.Die Vereinheitlichung widerspricht dem Grundsatz,...

Teufelskreis der Gewalt brechen

vor 1 monat - 13 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Die neue EU-Botschafterin Sinikka Antila ist von dem Ausmaß häuslicher Gewalt in Namibia entsetzt. Sie war von 2001 bis 2003 als Geschäftsträgerin der finnischen Botschaft...

Von kollektiver Entfremdung

vor 1 monat - 12 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Es sind subtile Zeichen, die den Hauch eines Wandels andeuten, die nahelegen, dass etwas in Bewegung geraten ist, sich etwas in der öffentlichen Wahrnehmung verschoben...

Von zufälligen Verhaftungen

vor 1 monat - 11 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Möchtegernkritiker und Sesselexperten. So hat der Direktor der Anti-Korruptionskommission, Paulus Noa, nicht ganz zu Unrecht all jene genannt, die der ACC in der Fishrot-Affäre mangelnden...