05 Juni 2020 | Lokales

Wahrzeichen droht der Abriss

Galgen vom Henties Bay erinnert an „weißen Imperialismus“

Der Henties Bayer Galgen gilt als das wohl bekannteste Wahrzeichen des kleinen Fischerorts. Nun droht der Sehenswürdigkeit der Abriss, nachdem eine entsprechende Petition große Unterstützung bekommen hat. Grund: Der Galgen erinnert an den Kolonialismus und wird als rassistisch bezeichnet.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Henties Bay

Seit 42 Jahren steht in der Henties Bayer Stadtmitte ein Galgen, der „als freundliche, aber feste Warnung dient, die Stadt und den Strand sauber zu halten - sonst …“ - so zumindest wird die Geschichte der kuriosen Attraktion erläutert. Nun aber wird das Wahrzeichen mit Rassismus in Verbindung gebracht.

„Es ist einfach inakzeptabel, dass wir das Stück dort haben: Es ist ein Objekt, das weißen Imperialismus, Kolonialismus, Lynchen und Sklaverei in unserem öffentlichen Raum darstellt“, heißt es in einer Onlinepetition, die vor wenigen Tagen von dem selbsternannten Aktivisten Lebbeus Hashikutuva ins Leben gerufen wurde. Das Dokument genießt große Unterstützung und zählte bis gestern mehr als 3100 Unterschriften.

Die Petition wurde bereits an den örtlichen Bürgermeister Herman Honeb überreicht. „Hätte ich die Befugnisse, würde ich den Galgen sofort entfernen“, sagte Honeb gestern auf AZ-Nachfrage. Allerdings: „Weil wir ein demokratisches Land sind, habe ich nicht das Recht dazu. Wir werden somit die Petition studieren und dann über die Zukunft des Galgens entscheiden“, sagte er. Und: „Aber irgendein Objekt, das mit der Tötung von Menschen in Verbindung gebracht werden kann, hat kein Platz in der Öffentlichkeit.“

Hashikutuva fordert in der Petition, dass das Wahrzeichen entfernt und in einem namibischen Museum wieder aufgestellt werden müsse. Würde er keine Antwort von der Stadt bekommen, seien „die Initiatoren und die Unterzeichner der Petition gezwungen, das Artefakt selbst zu beseitigen“. „Historisch gesehen waren Galgen nützlich, um Schwarze auf der ganzen Welt in der Öffentlichkeit aufzuhängen und zu lynchen. Es ist gleichbedeutend mit Tod und löst Trauma aus“, heißt es. Der Galgen sei gleichbedeutend mit einem „Adolf-Hitler-Gemälde, dass vor einem Geschäft in München hängen würde“. Genau wie der Galgen gebe es Platz für der derartige Bilder lediglich in einem Museum.

Laut dem Henties Bayer Tourismuszentrum wurde der Galgen im Jahr 1978 errichtet und dient seither als Appell, die Stadt und den Strand sauber zu halten. Verantwortlich dafür seien Frank Atkinson und Willie Cilliers gewesen, die sich 1969 und 1971 als zwei der ersten ständigen Bewohner von Henties Bay dort niedergelassen hatten. „Die Geste (der Galgen) ist typisch für den afrikanischen Humor und muss ohne negative Konnotation auch so gesehen werden, da es keine obskure Ereignisse wie echte Lynchmorde oder Sklaverei gegeben hat, die übrigens nicht Teil der Geschichte Namibias sind“, heißt es zur Geschichte.

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