20 März 2017 | Meinung & Kommentare

Wahrheit auf den zweiten Blick

Namibias Baubranche stöhnt, weil es angesichts der Reduzierung von Investitionen durch den Staat umsomehr auf- und missfällt, wenn chinesische oder andere ausländische Baufirmen die (lukrativen) Aufträge absahnen. Der Staat hält dagegen und meint, dass er die heimische Wirtschaft ausreichend unterstützt. Das Problem und die Wahrheit werden erst auf den zweiten Blick sichtbar.

Minister Alpheus !Naruseb will uns glauben machen, dass gut 83% der staatlichen Bauaufträge an namibische Firmen gegangen sind. Das mag anhand von Statistiken sicher belegbar sein. Allerdings, so räumte !Naruseb selbst ein, würden Bauaufträge nach dem Zuschlag von der Firma, die diesen erhalten hat, für eine „Gebühr“ an ein ausländisches Unternehmen weitergegeben, das dann die Arbeit verrichte. Das ist sicher hier und da der Fall. Völlig unverständlich ist indes, dass der Staat dabei zusieht. Damit nicht genug: Selbst wenn der letzte Subunternehmer eine namibische Firmaist, haben vorher so viele „Zwischenhändler“ daran verdient, dass oft beim Auftragswert nach oben nachgebessert werden muss. Ein Paradebeispiel für diesen Diebstahl öffentlicher Ressourcen ist das Wohnungsbauprogramm der Regierung, an dem sich eine gut vernetzte Elite bereichert hat, ohne einen Finger krumm zu machen. Am Ende waren für viel Geld weniger Häuser als geplant errichtet. Betrug und Schmarotzertum in Reinkultur. Die Verantwortlichen sind bekannt, aber Konsequenzen werden ausbleiben - jede Wette!

Die strenge Prüfung des Preises und der Reputation von Bewerbern können dieses Dilemma beseitigen. Der entsprechende Wille ist dabei wichtiger als gut klingende Statistiken.

Stefan Fischer

Gleiche Nachricht

 

Namibia braucht die Jagd

vor 1 tag - 26 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Ob sich manche Naturschützer wirklich Gedanken zur praktischen Ausführung des nachhaltigen Naturschutzes machen? Einfach mal versuchen, Vorstellungen und Überzeugungen mit der Realität in Verbindung...

Das Märchen von Air Namibia

vor 3 tagen - 24 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Es war einmal die Fluggesellschaft Air Namibia. Ohne sie würde das Land den Bach runtergehen. Denn dann könnten die Touristen nicht ins Land kommen, es...

Politisch-motivierte Verblendung

vor 4 tagen - 23 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Vergangene Woche haben sich die Ministerin für städtische und ländliche Entwicklung und der Windhoeker Bürgermeister gegenseitig mit Lobeshymnen überschüttet. Vor drei Jahren sprach der ...

Vom Fluch der Vergangenheit

vor 5 tagen - 22 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Wer eine Wunde verklebt, um sich vor ihrem Anblick zu schützen, der raubt ihr den zur Heilung notwendigen Sauerstoff, der läuft Gefahr, dass sich eine...

An verkehrte Stelle gespart

1 woche her - 19 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Wenn der Baugewerbeverband CIF als Vertreter eines wesentlichen Industriezweiges des Landes schon wieder in schrillen Tönen eine Warnung an den Staat richtet - ihn sogar...

Raubüberfall am Abend zu Hause

1 woche her - 19 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Nun ist es schon vier Wochen her, dass wir - mein Mann und ich - im Haus überfallen und ausgeraubt wurden. Noch immer ist der...

Ohrenschmaus in Swakopmund

1 woche her - 19 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Betr.: Kirchenkonzert der deutschen ev. Gemeinde Swakopmund Am letzten Wochenende, am Sonntag Cantate (13. Mai), feierte die Kirchenmusik in Swakopmund ein glanzvolles Bestehen anlässlich des...

Keine Telefonverbindung in Sambezi-Region

1 woche her - 19 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

I am writing to you as the owner of Camp Kwando, a lodge close to Kongola, in the Zambezi region. It is now 10 weeks...

Afrikanität und Sozialismus kombiniert

1 woche her - 19 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

Betr.. „Schulalltag der DDR-Kinder“ (AZ, 3. Mai 2017) Danke für Ihre Veröffentlichungen über mich, doch vor allem über die Beschulung der ehemaligen namibischen „Exile-Kids“...

„Idahot“-Tag längst überfällig

1 woche her - 18 Mai 2017 | Meinung & Kommentare

In einem kürzlich von Kindern aufgeführtem Musical waren Namibia die bunten Farben der Landesflagge abhandengekommen. Und weil Grau in Grau Langeweile, Mitläufertum und folglich Stagnation...