05 Oktober 2021 | Polizei & Gericht

Wachsender Drogenhandel in Namibia

Holz und Wildprodukte werden von Syndikaten geschmuggelt

Namibia steht auf dem Index für organisierte Kriminalität im afrikanischen Vergleich nicht schlecht da. Dennoch ist der Schmuggel von Naturprodukten über Grenzen hinweg bemerkenswert und der Drogenhandel und -konsum wächst.

Von Katharina Moser, Windhoek

Die globale Initiative gegen grenzübergreifendes organisiertes Verbrechen hat ihren jüngsten Bericht zur weltweiten Situation herausgegeben und ein besorgniserregendes Bild des Ausmaßes von organisierter Kriminalität gezeichnet. Laut dem globalen Index leben mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung in Ländern mit einer hohen Kriminalitätsrate und einer geringen Widerstandsfähigkeit gegen organisiertes Verbrechen.

Nach Asien hat der afrikanische Kontinent mit 5,17 die höchste Kriminalitätsrate. Ganze 30 von 54 evaluierten Ländern haben einen lebhaften Markt für Menschenhandel, gefolgt von Waffenhandel und illegalem Verkauf von Tierprodukten. Vor allem politische Konflikte schaffen einen Nährboden für illegale Wirtschaftsformen. Gleichzeitig zeigte der afrikanische Kontinent die geringste Widerstandsfähigkeit gegen organisiertes Verbrechen.

Zwar ist im südlichen Afrika der Menschenhandel weniger prävalent, umso stärker betroffen ist es vom Drogenhandel. Hauptsächlich afghanisches Heroin wird in Mosambik und Südafrika sowie in Mauritius und den Seychellen wird in wachsenden Mengen gehandelt. Namibia befindet sich mit einer Rate von 4,33 auf dem 130. Platz von 193 Ländern und dem 42. von 54 afrikanischen Ländern (je weiter hinten, desto besser). Laut dem Bericht gibt es einen Markt für Menschenhandel in Namibia, der allerdings vergleichsweise klein ist. Er konzentriert sich auf bestimmte Bevölkerungsgruppen wie die San und Zemba und auf bestimmte Gebiete wie Windhoek und Walvis Bay. Vor allem Kinder sind in Gefahr, für Sexarbeit oder landwirtschaftliche Arbeit gehandelt zu werden. Im Bereich des Waffenhandels merkt der Bericht an, dass es in Namibia etwa genauso viele Besitzer nicht lizensierter wie lizensierter Waffen gibt. Diebstahl komme häufig vor. Außerdem gibt es einen großen Markt für den illegalen Handel von Bauholz aus dem Norden des Landes nach China und Vietnam. Korrupte Beamte stellen falsche Genehmigungen für die Abholzung von Rosenholz aus. Die illegalen Güter werden über Walvis Bay nach Asien transportiert. Einen großen Markt gibt es ebenfalls für Elfenbein, Nashorn und Pangoline, und auch Nilpferde werden gewildert. Dem Bericht zufolge gibt es mehr und mehr Syndikate, die Wildprodukte zusammen mit Holz schmuggeln. Schmuggler sind hauptsächlich Namibier, aber auch Menschen aus Simbabwe und Angola sind beteiligt. Dennoch weist der Bericht aus, dass das Gesamtausmaß des illegalen Wildtierhandels aufgrund von staatlichem Eingreifen zurückgegangen ist. Auf der anderen Seite hat Namibia einen großen Markt für illegalen Handel von Diamanten und Edelsteinen. 80 Prozent der Kleinbergbauaktivitäten sind ungesetzlich. Allerdings gibt es keine ernsthaften Syndikate, da Debmarine den großangelegten Bergbau kontrolliert.

Ferner entwickelt sich Namibia zu einem Verschiffungsland für afghanisches Heroin, das über den Landweg aus dem Süden kommt. Es wird entweder nach Westafrika weitertransportiert oder nach Europa verschifft. Auch der Heroinkonsum wächst. Aber keine großen ausländischen Drogensyndikate konnten bisher in Namibia Fuß fassen. Der Kokainhandel und -konsum ist angestiegen, allerdings hält sich der namibische Markt für Drogen insgesamt im afrikanischen Vergleich noch in Grenzen. Bemerkenswert ist dennoch der Cannabishandel in Namibia. Verantwortlich für das organisierte Verbrechen im Land sind weniger mafiaartige Gruppierungen, sondern eher Individuen, die von der Korruption von Staatsbeamten profitieren.

Der Bericht kritisiert, dass die namibische Regierung zu wenig gegen organisiertes Verbrechen unternimmt und keine Maßnahmen gegen Korruption ergreift. „Namibia wird als eine mangelhafte Demokratie eingestuft.“

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