21 Dezember 2020 | Natur & Umwelt

Vorsicht ist geboten

Wie man sich verhalten sollte, wenn man auf eine Schlange stößt?

Kein Reptil ist so gefürchtet wie die Schlange. Allerdings flüchten diese Tiere schon lange, bevor man sie überhaupt zu sehen bekommt. Doch, auch wenn nicht alle giftig und agressiv sind, werden sie meistens getötet.

Mit der bevorstehenden Regenzeit in Namibia werden auch Schlangen wieder aktiv, da sie nun auf der Jagd nach Beute sind.

Seit August dieses Jahres wurden bereits 26 Schlangen von diversen Windhoeker Grundstücken entfernt, darunter Puffotter, eine schwarze Mamba sowie eine Afrikanische Felsenpython. Aufzeichnungen zeigen, dass in der vergangenen Saison rund 1000 Einsätze zum Entfernen von Schlangen durchgeführt wurden.

Auch wenn man instinktiv eine Schlange töten möchte, um sich und seine Familie zu schützen, gibt es noch eine andere Lösung. Ein Team von ausgebildeten Schlangenliebhabern hilft Ihnen beim Entfernen aller Arten von Schlangen auf Ihrem Grundstück.

Laut dem Schlangenfänger Jacobus Henn gibt es eine Reihe von Gründen, warum Schlangen in Wohngebiete eindringen, wobei der wahrscheinlichste Grund die Jagd ist. Auch neigen sie dazu, sich im Sommer kühlere Plätze zu suchen und kommen deshalb möglicherweise auf die Grundstücke. Gebiete, die besonders häufig von Schlangen aufgesucht werden, sind Häuser, die direkt an eine freie Umgebung grenzen, wie in den Stadtteilen Kleine Kuppe, Ludwigsdorf, Academia oder der Siedlung Elisenheim.

Henn schlägt diesen Anwohnern folgendes vor, um sich vor Schlangen zu schützen: „Halten Sie Ihren Hof sauber und frei von Schutt, denn dieser bietet Schlangen gute Möglichkeiten sich zu verstecken. Sollten Sie auf eine Schlange treffen, halten Sie unbedingt Ihre Kinder und Haustiere von ihr fern. Versuchen Sie niemals, eine Schlange zu fangen, vor allem, wenn Sie sich nicht sicher sind, um welche Art es sich handelt.

Laut Henn ist es außerdem wichtig, dass die Schlange immer im Auge behalten wird, bis der Schlangenfänger kommt. „Versuchen Sie nicht, die Schlange zu töten“, warnt er, denn, „wenn Sie die Schlange erreichen können, kann die Schlange auch Sie erreichen“. Er gibt den guten Rat, dass wenn man auf eine Schlange stößt, auf jeden Fall einen Schlangenjäger rufen sollte.

Ein weiterer Grund, Schlangen nicht zu töten, ist, dass sie die Nagetierpopulation unter Kontrolle halten, ebenso wie andere potenziell lästige Tiere. Henn erklärt auch, dass andere Raubtiere sich von Schlangen ernähren und aussterben würden, wenn es keine Schlangen als Beute gäbe.

Laut Henn gibt es kein Schlangenabwehrmittel, und keinesfalls sollten Benzin oder Öl zur Abschreckung von Schlangen verwendet werden. Eindringlich warnt er: „Halten Sie auf jeden Fall einen guten Sicherheitsabstand, denn Schlangen fühlen sich von allem, was sich in ihrer Nähe befindet, bedroht und könnten sich verteidigen“.

Für den Fall, dass Sie von einer Spuckkobra ins Gesicht gespuckt werden, spülen Sie Ihre Augen 20 Minuten lang unter fließendem Wasser mit Milch oder Bier aus und rufen Sie sofort einen Arzt, der Sie behandelt. Wenn jemand von einer Schlange gebissen wird, ist es wichtig, dass derjenige ruhig gehalten wird. Kontaktieren Sie das nächstgelegene Krankenhaus und veranlassen Sie eine Notaufnahme und rufen Sie den Arzt an. Kontaktieren Sie auch den namibischen Schlangenexperten Francois Theart, um weitere Hilfe zu erhalten.

Allerdings muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die Menschen töten immer noch Schlangen, ob sie nun harmlos sind oder nicht“, erklärt Henn. Ab 2021 wird das Schlangenfänger-Team, über diese Reptilien informieren und wie man sich vor ihnen schützen kann. Letztendlich ruft Henn dazu auf: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten und die Artenvielfalt durch Erhaltung und Schutz bewahren.“

Yolanda Nell und Wiebke Schmidt



SCHLANGENFÄNGER in Namibia:

Windhoek: Francois Theart 081 290 0343

Kosie Henn 081 447 9117

Eugene 081 216 5057

Leevi ( Katutura ) 081 248 2602

Marco (Elisenheim) 081 657 7695

Heinrich (Omeya) 081 700 9879

Otavi: Phillip 081 128 0202

Grootfontein: De Wet 081 034 3057

Tsumeb: Alex 081 394 0174

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