26 April 2012 | Wirtschaft

Vor chronischer Armut gewarnt

Windhoek - Bei seinem kurzen Freundschaftsbesuch auf Einladung der Namibia Business School, Windhoek, der schon im vergangenen Jahr hatte stattfinden sollen, ist Mbeki auf die politische Marginalisierung der AU während der jüngsten Konflikte auf dem Kontinent eingegangen. Mbeki war nun endlich der Einladung des Vorsitzenden der Business School, Vekuii Rukoro, gefolgt. Am Dienstagabend hat er ein langes Wirtschaftsreferat vor den Business-Studenten gehalten und gestern Morgen stellte er sich noch einmal den Fragen namibischer Medien.
Entgegen der im vergangenen Jahr eingenommenen namibischen Position, dass das Gaddafi-Regime in Libyen keine Intervention benötige, erklärte Mbeki gestern, dass ein Genozid gedroht habe und andere Mächte eingreifen mussten. Selbst die UNO habe den Beschluss gefasst, dass das Gaddafi-Regime ausgehoben werden müsse. Daher wurde von der UNO nach dem Völkerrecht eine Flugsperre über Libyen verhängt. "Die mussten wir respektieren", so Mbeki. Die AU habe keine Möglichkeit gehabt, die NATO-Luftangriffe auf Libyen zu verhindern. Zu dem Zeitpunkt hätten die UNO und NATO den Besuch einer fünfköpfigen AU-Abordnung nach Libyen nicht mehr zugelassen. "Die AU als Vertreterin des Kontinents konnte nichts mehr tun."
Auch in der Krise der Elfenbeinküste habe eine AU-Abordnung bereitgestanden, aber durch das Engagement der UNO sei die AU auch hier nicht zur Rolle der Vermittlung gekommen. Mbeki wollte jedoch die Behauptung, dass die AU in ihrer Absicht zu handeln gescheitert sei, in der Formulierung nicht gelten lassen.

Neuaufguss der Afrikanischen Renaissance

Thabo Mbeki war 1999 einer der Autoren und Initiatoren der Erneuerungsbewegung auf dem Kontinent, die unter dem Namen Afrikanische Renaissance Schule gemacht hat, aber in der Zwischenzeit ins Abseits abgedriftet oder gar in Vergessenheit geraten ist. Genauso ist die seinerzeit im Jahre 2002 durch die G8-Staaten (acht führende Industriestaaten) groß angekündigte Afrika-Initiative verblasst, die rundum NEPAD (New Partnership for Africa's Development) angedacht war. "Aber seither haben sie diese Verpflichtung fallen gelassen", sagte Mbeki im gestrigen Medienbriefing. Im größeren Rahmen der G20-Staaten sollten sie nun aber auf ihr "ernstes Gelübde" zurückkommen.

Mbeki ermutigte die Business-School-Studenten, die gut ausformulierten strategischen Entwicklungsziele der Afrikanischen Renaissance zu beherzigen, damit sie Kräfte afrikanischer Transformation werden könnten. Diese Ziele erforderten jedoch souveräne, emanzipierte Führungsqualitäten. Er bedauerte, dass jedes Jahr 20000 qualifizierte Fachkräfte und Unternehmer vom Kontinent Afrika in die entwickelten Länder abwanderten. Das sei ein "bedeutender Export" afrikanischer Fachkräfte.

Mit Blick auf die Zukunft warnte Mbeki, dass in rund 50 Jahren, 2060, immer noch ein Drittel der Bevölkerung Afrikas Hunger leiden müsse, d.h. pro Kopf müsse der Mensch mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen. Afrika habe sich noch kaum aus der Kolonialwirtschaft befreit, wonach hauptsächlich Rohstoffe ausgeführt werden. Er begrüßt die Verlagerung eines Großteils des Handels durch Anbindung an die Märkte von China und Indien, bedauert aber wiederum, dass der afrikanische Export in diese Länder sich ebenfalls hauptsächlich auf Rohstoffe beschränke.
Ferner bedauert Mbeki, dass Afrika ein Netto-Kapitalexporteur geblieben sei. Der Kontinent erhalte jährlich rund 25 Milliarden US-Dollar an Entwicklungshilfe. Dazu berechne die Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA: UN Economic Commission for Africa) allerdings einen illegalen Abfluss von jährlich 50 Milliarden US-Dollar.

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