16 Juni 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-06-16

DIE NASHORNKUH WAR ZU SCHLAU

Windhoek — Ein weibliches Nashorn hat die Wildfänger der Abteilung Naturschutz und Fremdenverkehr überlistet. Die 1 400 kg schwere Nashornkuh befand sich bei Otjivasandu im Etoscha-Nationalpark in Quarantäne und gehörte zu einer Gruppe von 20 Nashörnern, die in jüngster Zeit gefangen worden sind. Die Gehege für die Nashörner bestehen aus Holzpfählen, die mit Eisenschienen verstärkt sind. Das Tor wiederum besteht aus 20 aufeinandergestapelten Holzpfählen, die zwischen Eisenbahnschienen liegen.

Das durchschnittliche Nashorn unternimmt unmittelbar nach seiner Gefangennahme meistens einige Versuche, das Tor zu rammen, fügt sich dann jedoch seinem Schicksal. Diese Nashornkuh war allerdings eine Ausnahme. In aller Ruhe verfolgte sie, wie das Tor des Geheges geschlossen wurde. Nachdem der letzte Pfahl in Position war, kam das Nashorn, ergriff einen dicken Pfahl und schob ihn zwischen den Schienen durch. Es folgte ein zweiter und ein dritter, bis nur noch so wenige übrigblieben, dass das Nashorn mit Leichtigkeit darüber hinwegsteigen konnte. Die Wildfänger standen wie angegossen da und verfolgten das Schauspiel. Als sie sich selbst ihre Freiheit wieder erobert hatte, waren die Wildfänger eiligst von der Bildoberfläche verschwunden. Das etwa zweijährige Kalb des Nashornes steht in einem anderen Gehege, und das Muttertier hält sich deshalb auch in der unmittelbaren Umgebung auf.

NÖRDLICHE BANTUGEBIETE FÜR FREMDENVERKEHR

Oshakati - Gewisse Teile der nördlichen Bantugebiete Südwestafrikas werden im nächsten Jahr für den Fremdenverkehr freigegeben, damit den Touristen die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten in diesem Tell des Landes ermöglicht werden kann. Das gab Jan de Wet, der Generalkommissar der Eingeborenenvölker Südwestafrikas, am Wochenende vor einer Gruppe Auslandsjournalisten in Oshakati bekannt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der nördlichen Gebiete rechnete de Wet die Ruacanafälle, die Bergketten des Kaokoveldes sowie die großen Affenbrotbäume im Ovamboland. Er bezeichnete diese Sehenswürdigkeiten als besonders wertvoll für Ovamboland, das aus dem Fremdenverkehr 10 bis 15 Millionen Rand im Jahr verdienen könnte. Das wäre eine beachtliche zusätzliche Einnahme für das Heimatgebiet.

AUSLANDSKORRESPONDENTEN WOLLEN WIEDER KOMMEN

Windhoek — Die 13 Auslandskorrespondenten, die Südwestafrika zehn Tage lang bereist hatten, sind heute wieder nach Kapstadt, beziehungsweise Johannesburg zurückgekehrt. Sie haben viele positive Eindrücke mitgenommen, zum Teil haben sich ihre Erlebnisse in Südwestafrika bereits in Berichten niedergeschlagen. Sie äußerten auch freimütig Kritik. Übereinstimmend wurde die Ansicht vertreten, dass die Kontakte zwischen Regierung und Presse noch verbesserungsbedürftig seien. Insbesondere waren die Auslandskorrespondenten von Owambo beeindruckt.

TESTVORBEREITUNNGEN ZEITWEILIG UNTERBROCHEN

Kap Kennedy — Eine Serie wichtiger Testvorbereitungen zum Start von Apollo 15 am 26. Juli musste gestern abgebrochen werden, nachdem am Montagabend während eines verheerenden Unwetters über Kap Kennedy drei Blitzeinschläge in einen der Bodenkontrollräume registriert worden waren. Ob die Apollo-15-Kapsel und ihre Saturn-5-Trägerrakete ebenfalls von dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden sind, soll nach Angaben eines Sprechers des US-Amts für Luft- und Raumfahrt im Laufe einer demnächst einzuleitenden Untersuchung festgestellt werden.

US-MILITÄRTRANSPORTER VERMISST

Honolulu — Ein seit dem Wochenende vermisster MiIitärtransporter der amerikanischen Luftwaffe mit 24 Personen an Bord ist nach Angaben eines Militärsprechers vermutlich während des Fluges über dem Pazifik abgestürzt. Wrackteile, die wahrscheinlich von der Maschine stammen, seien zwischen Pago Pago und Hawaii gesichtet worden. Von den Insassen fehlt zurzeit jedoch jede Spur.

105 MILLIONEN RAND MEHR FÜR SWA

Kapstadt — Das Südwestafrika-Konto im südafrikanischen Gesamthaushalt erhält im laufenden Finanzjahr einen Zuschuss von 10,5 Millionen Rand. Das sind 16,6 Prozent mehr als im letztjährigen Budget. Auf den Verkehr entfallen zwei Millionen Rand mehr, hauptsächlich für die Erweiterung der Startbahnen auf den Flughafen J. G. Strijdom und Keetmanshoop. Für die landwirtschaftlich-technischen Dienste sind ebenfalls zwei Millionen Rand mehr vorgesehen, vor allem für eine stärkere Unterstützung der Bodenerhaltungsmaßnahmen. Die Bantu-Verwaltung und -Entwicklung erhält drei Millionen Rand mehr, namentlich für die Gesundheitsdienste.

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