03 Mai 2018 | Geschichte

Vor 50 Jahren

3. Mai 1968

Israel widersetzt sich UNO-Beschluß

Jerusalem (AZ/SAPA/Reuter) – Israel feierte seinen 20. Geburtstag am Donnerstag mit einer Parade in der Hauptstadt Jerusalem. Der Aufmarsch des Militärs in der Heiligen Stadt entfachte einen weltweiten Wortkrieg, nachdem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Israel einstimmig aufgefordert hatte, die Parade abzusagen. Umstritten war – selbst in Israel – die Frage, ob es klug ist, den dreieinhalb Kilometer langen Zug der Panzer und des Militärs auch durch einige Straßen des früher jordanischen Ost-Jerusalems zu führen. Die Tatsache, daß Israel entgegen dem UNO-Beschluß die Parade am gestrigen Donnerstag durchführte, zeigt nach Ansicht politischer Beobachter im Nahen Osten, wie tief die Autorität der Vereinten Nationen und ihres Generalsekretärs in den Augen der Israelis gesunken ist.

Das Mißtrauen in die Neutralität der UNO vergiftet die Atmosphäre. U Thant wird vorgeworfen, daß er nicht gegen die ständigen Übergriffe der jordanischen Freischärler auf israelisches Gebiet unternehme, daß die UNO tatenlos zusah, wie jordanische Truppen am Morgen des 5. Juni 1967 den israelischen Teil Jerusalems angegriffen oder wie Husseins Soldaten im Mai vergangenen Jahres in Ost-Jerusalem Sturmgeschütze auffuhren. Dagegen wende sich U Thants Protest gegen eine „friedliche“ Militärparade.

Die Militärparade in Jerusalem wurde zu einem einzigen Triumphzug für die israelischen Soldaten. Hunderttausende von Israelis und Juden aus über 100 Ländern der Erde hatten in den Straßen übernachtet, um am Donnerstag der Parade beiwohnen zu können. Der Zug des Militärs führte etwa sechs Meilen durch Jerusalem. Dabei passierten die Formationen auch den arabischen Stadtteil.

In einer Rundfunkansprache erklärte Premierminister Eshkol, daß Israel nach 20 Jahren Befehdung durch die Nachbarstaaten den Frieden und die Sicherheit suche. Der Juni-Krieg habe Israel Grenzen gegeben, durch die es den Arabern unmöglich gemacht wird, Israel mit einem Überraschungsangriff zu vernichten.

3. Mai 1968

Eine Warnung

Rom – Fischereiexperten warnten auf einer FAO-Konferenz in Rom vor der Ausfischung der Fischbestände der Welt. Die höchstmöglichen Fänge beziffern die Experten auf 100 bis 200 Millionen metrische Tonnen pro Jahr. Die gegenwärtigen Fänge belaufen sich allerdings nur auf 50 Millionen Tonnen. Eine Expansion, so betonten die Experten, sei begrenzt auf weitere 50 bis 150 Millionen Tonnen. Hierbei müsse man jedoch berücksichtigen, daß eine solche Menge nur gefischt werden könne, wenn sich die Welt auf internationale Schutzmaßnahmen einigt und sie erfolgreich durchführt.

3. Mai 1968

Für NPD-Verbot

Bonn (SAPA-Reuter). – Westdeutsche Gewerkschaftsführer forderten am Mittwoch ein Verbot der rechtsgerichteten Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Die Abwehrhaltung gegen die Partei Adolf von Thaddens hat sich seit dem NPD-Erfolg in Baden-Württemberg verstärkt. Bei einem NPD-Treffen in Lichtenfels kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Demonstranten und Parteimitgliedern. Die Protestierenden riefen „Wir wollen nicht in Konzentrationslager gehen“.

3. Mai 1968

Die Pflicht der freien Afrikastaaten

New Delhi (SAPA/AP). – Kaiser Haile Selassie erklärte am Dienstag vor dem indischen Parlament in Neu Delhi, die unabhängigen Afrikaländer seien zur Befreiung des gesamten Kontinents von der Apartheid und den Überresten des Kolonialismus verpflichtet.

Afrikanische Freiheitsbewegungen hätten die Unabhängigkeit auf dem geordneten Wege der der Verhandlung zu erlangen versucht. Portugal und die „rassistischen Regimes“ in Rhodesien und Südafrika seien diesen Bemühungen mit der Verhaftung und Hinrichtung afrikanischer Nationalisten begegnet. Aus diesem Grund hätten die Schwarzen Afrikas nun zu den Waffen gegriffen. Den Kampf bezeichnet der Negus von Äthiopien nicht als eine Auseinandersetzung zwischen Rassen, sondern als einen Kampf für Menschenwürde unter Mehrheitsregierungen. Die Befreiung Angolas, Mosambiks, Portugiesisch-Guinea, Rhodesiens, Süd- und Südwestafrika sei die Aufgabe aller freiheitsliebender Völker. Er erinnerte die Welt an ihre Pflichten und rief sie zu schnellem Handeln auf, damit „es nicht zu spät wird“.

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