15 Juli 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-07-15

KAMPF DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE

Ondangwa – Am 20. Juli beginnt eine Großaktion zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Ovamboland. Insgesamt 560 000 Rinder müssen geimpft werden. Neben den 560 000 Rindern besitzen die Ovambos etwa die gleiche Zahl an Kleinvieh. Am 18. Juli werden 150 000 Einheiten Impfstoff von je zwei Kubikzentimeter in Ondangwa erwartet. Weitere Sendungen folgen. Für S. Triebner, den technischen Beamten des Landwirtschaftsministeriums, sowie seine sechs weißen Assistenten und 62 Ovambo-Inspektoren beginnt eine betriebsame Zeit. Von Süden nach Norden werden die Rinder durchgeimpft.

Die Impfung im Ovamboland ist bereits zur Routinesache geworden. Die Rinder werden bereits Jahr für Jahr gegen Milzbrand, Lungenseuche und Lähmungen geimpft. Seit dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ist die Impfung gegen diese Krankheit hinzugekommen.


TROCKENHEIT IM OVAMBOLAND

Ondangwa — Die Trockenheit im Ovamboland hat ernste Ausmaße angenommen und man trägt sich mit allerlei Plänen, die notwendigste Wasserversorgung sicherzustellen. Dies erklärte der erste Direktor der Ovamboland-Verwaltung F. A. J. J. du Preez in einem Gespräch mit der AZ. Als erstes Projekt wird eine etwa 20 Meilen lange Pipeline von einem artesischen Brunnen im Osten des Ovambolandes in Richtung Notweidegebiete etwa 80 Kilometer südöstlich von Ondangwa gelegt. Die Kosten belaufen sich auf 18 000 Rand.

In diesem Gebiet 80 Kilometer östlich von Ondangwa ist noch gute Weide vorhanden. Es fehlt aber völlig an Wasser. Die Rohrleitung soll diesen Mangel beheben. Sobald die Pipeline vollendet ist, wird das Vieh in großer Zahl in die Notweidegebiete getreckt.

Erhebliches Kopfzerbrechen verursacht auch die Versorgung der Gebiete mit der größten Bevölkerungskonzentration. Zurzeit erhalten Ongwediva und Ondangwa das Wasser von den Vorratsstellen in Oshakati über Rohrleitungen. Die Wasservorräte in Oshakati gehen jedoch bedenklich zur Neige. Eine große Wassersparaktion ist angelaufen. Garten werden nicht mehr bewässert und Straßen nicht gesprengt. Die Straßen in Ondangwa und Oshakati sind „Hügellandschaften“ geworden. Vor jedem zweiten Haus ist ein Buckel aufgeworfen, um die Kraftfahrer am schnellen Fahren zu hindern und somit die Staubentwicklung zu dämpfen.


KEIN BESUCH IN SÜDAFRIKA

London — Der britische Ministerpräsident Edward Heath erklärte am Dienstag dem Unterhaus, dass Sanktionen gegen Rhodesien nicht das gewünschte Ziel, die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Regierung, erreicht hatten. Auf alle Fälle hatten sie nach den Worten des Ministerpräsidenten ihre Auswirkungen auf Rhodesien. Sie sollen im Hinblick auf eventuelle Verhandlungen vorerst noch beibehalten werden.

Auf die Frage von zwei Labour-Abgeordneten, erwiderte Heath, dass er nicht die Absicht habe, Portugal oder Südafrika zu besuchen, obwohl England, zu diesen beiden Ländern diplomatische Beziehungen pflege.


ILLEGALER DOCKARBEITERSTREIK

London — Etwa die Hälfte der 47 000 Hafenarbeiter sind in Großbritannien in Streik getreten, obwohl die Gewerkschaftsführer an die Arbeiter appelliert hatten, mit dem offiziellen Streik abzuwarten, bis die Verhandlungen über ein neues. Angebot der Arbeitgeber abgeschlossen seien. In den meisten Häfen herrschte am Dienstag ein vollständiges Chaos. Normalerweise werden in einer Stunde Import- und Exportgüter im Wert von anderthalb Millionen Pfund umgeschlagen. Durch Rundfunk und Fernsehen wurden die Arbeiter aufgefordert, noch nicht zu streiken, doch achteten etwa 22 000 Hafenarbeiter nicht auf den Appell, sondern traten in Ausstand.

In London erschienen von den 17 000 Mann 7 000 zur Arbeit, doch konnten viele ihre Aufgaben nicht erfüllen, weil der Arbeitsprozess unterbrochen war. In Liverpool liegen 54 Schiffe. Nur etwa 1 000 von insgesamt 7 000 Arbeitern erschienen. Nur Passagiergepäck wurde befördert. In Gilbury, dem größten Getreidehafen, wurde zuerst gearbeitet, aber nach fünf Stunden traten die Arbeiter in Ausstand. In Glasgow find Dundee liegen allele Schiffe still. In Southampton wurde ein Streik von 24 Stunden Dauer proklamiert.


VOR EINER ESKALATION IN KAMBODSCHA?

Phnom Penh — Drei kommunistische Großoffensiven in Kambodscha haben amerikanische Militärs in Saigon zu der Meinungsäußerung veranlasst, dass die Kampftätigkeit auf kambodschanischem Territorium kurz vor einer Eskalation stehe. Diese Annahme wird seit geraumer Zeit besonders durch die Berichte des amerikanischen Spionagedienstes bekräftigt, in denen es heißt, das Hanoi weitere Großoffensiven in Kambodscha plane. Im Gegensatz zur üblichen Kriegstaktik der Kommunisten in Kambodscha, die eine Besetzung strategisch wichtigere Stellungen vorsah sollen der kambodschanischen Armee diesmal schwere Verluste zugefügt werden. Ähnlich seiner Kriegführung in Vietnam hat Hanoi es dabei hauptsächlich auf eine Schwächung der Kampfmoral der Kambodschaner abgesehen.


SOWJETISCHE LUFTBRÜCKE NACH PERU

Lima — Um den Erdbebengeschädigten in Nordperu zu helfen, entsandte die Sowjetunion eine Flotte von 65 Transportflugzeugen nach Lima, die zuerst in Achtergruppen in Zwischenräumen von je zehn Minuten hatten landen sollen. Dann reichten die Bodenmannschaften nicht aus, und es musste daher eine längere Zeitspanne eingeräumt werden. Die Luftflotte besteht aus AN-12 und den riesigen AN-22 Transportflugzeugen. Sie transportierten Lebensmittel, Decken, Medikamente und Bulldozers. Der Flug führte über Island, Neufundland, Kuba und Kolumbien nach Peru.

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