18 November 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-11-18

ERNSTE DÜRRE IM OVAMBOLAND

Windhoek - Ovamboland erlebt zurzeit die ärgste Dürre seit Menschengedenken. Das teilte der Generalkommissar für die Eingeborenenbevölkerung in Südwestafrika, J M. de Wet, der AZ am Dienstag in einem Gespräch mit. Sämtliche Pfannen in diesem Gebiet sind gänzlich ausgetrocknet. Bisher hat es noch keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Unter normalen Verhältnissen hätte es um diese Jahreszeit bereits regnen müssen.

In Oshakati, Ondangwa and in Ongwediva herrscht seit geraumer Zeit bereits Wassernot. Generalkommissar de Wet sagte, dass sämtliche Gärten seit Monaten in diesen Orten eingehen mussten. Bis zu 60 Prozent musste der normale Wasserkonsum eingeschränkt werden.

Die Abteilung Wasserwirtschaft arbeitet nach den Worten de Wets ununterbrochen an dem Bau einer Wasserpipeline vom Kunene nach Oshakati, um die Wasserversorgung Oshakatis, Ondangwas und Ongwedivas zu sichern. Die Pipeline sollte in absehbarer Zeit fertig sein.

Generalkommissar de Wet fügte jedoch hinzu, dass es trotz der herrschenden Dürre bisher noch keine nennenswerten Viehverluste gegeben habe.

MILITÄRDIENST 1971

Windhoek — Der Befehlshaber des Wehrbereiches Südwestafrika, Brigadegeneral B. de W. Roos, weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass die Mehrzahl der Mitglieder der Bürgerwehr und der Kommandos in dem Zeitraum vom 4. bis 29. März sowie 11. bis 29. März 1971 zu Ausbildungszwecken eingezogen werden. Eingeschlossen sind alle Mitglieder der Bürgerwehr, die jährlich bzw. alle drei Jahre an Pflichtübungen teilnehmen müssen.

In der Erklärung betont Brigadegeneral Roos, dass Arbeitgeber rechtzeitig davon Kenntnis nehmen sollten. Nur schriftliche Anträge auf Befreiung vom Dienst, die rechtzeitig eingereicht worden sind, werden in Erwägung gezogen. Diejenigen Personen, die schriftlich von ihrer Ausbildung befreit worden sind, brauchen sich nicht zum Dienst zu melden.

Im Mai nächsten Jahres wird ein kleines Kontingent aus Südwestafrika auch an der großen Militärparade am Republiktag in Kapstadt teilnehmen. Der Aufruf zur Teilnahme daran wird rechtzeitig ausgehen.

ERSTES MONDVEHIKEL ERFOLGREICH ERPROBT

Moskau - Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltraumfahrt gelang es am Dienstag einer Raumfahrt betreibenden Nation ein von der Erde aus gelenktes, automatisch betriebenes Vehikel auf der Oberfläche eines außerirdischen Himmelskörpers abzusetzen. Die vor rund einer Woche lancierte russische automatische Raumstation „Luna 17“ führte am Dienstag um 5.47 Uhr (SA-Zeit) also nach einer etwa zweitägigen Umkreisung des Mondes — mit Hilfe einer modifizierten und standardisierten Landestufe - eine Weichlandung auf der Oberfläche unseres pockennarbigen Trabanten aus. Rund sechs Stunden später verließ ein achträdriger Prototyp der Serie „Lunokhod“ (was soviel wie „Mondvehikel“ bedeutet) über eine vorher ausgefahrene Rampe das Mutterschiff und begab sich anschließend dabei immer von einem über 340 000 Kilometer entfernten sowjetischen Raumzentrum gesteuert, zu einem 20 Meter von dem Standort des Mutterschiffs gelegenen Punkt, wo er verschiedene Experimente ausführte, auf die die sowjetische Nachrichtenagentur TASS jedoch nicht näher einging. TASS meldete lediglich, dass sämtliche, an Bord des Vehikels befindlichen wissenschaftlichen und technischen Instrumente normal funktionierten.

KEINE VERSCHÄRFTE IMPORTKONTROLLE

Kapstadt — Südafrika werde in absehbarer Zukunft keine schärferen Importrestriktionen erlassen, sagte Wirtschaftsminister S. L. Muller in Kapstadt. Zu den Gerüchten über eine Verschlechterung der Zahlungsbilanz sagte der Wirtschaftsminister, die Zahlungsbilanz sei verhältnismäßig gesund. Wenn sich jedoch ihr Stand drastisch verschlechtern sollte, dann werde die Regierung nicht zögern, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Situation könnte bedeutend verbessert werden, wenn mehr zur Forderung des Exports getan würde. Es werde schon viel dafür getan, aber es sei zu wenig. Gleichzeitig müsse der Import eingeschränkt werden, was durch eine Änderung der Zolltarifstruktur beschleunigt werden könne. Außer in Zeiten ernster Zahlungsbilanzprobleme könne Südafrika keine Importquoten einführen, weil dies gegen die Bestimmungen der GATT (General Agreement on Trade and Tariffs) sei.

Die Regierung sagte, Wirtschaftsminister Muller bevorzuge die Revision der Importtarifstruktur. Dies sei ein Unternehmen auf lange Sicht, da es langwierige bilaterale Diskussionen erfordere. Südafrika habe das GATT-Abkommen unterzeichnet, als es in erster Linie Rohstoffe produzierte und Fertigprodukte einführte. Seither habe sich die Lage verändert. Der Zolltarif sei vollkommen veraltet. Es werde jetzt mit andern Ländern hart verhandelt, um eine andere Zolltarifstruktur einführen zu können.

BUNDESWEHR VERLOR 126. STARFIGHTER

Bonn — Die Bundeswehr hat am 12. November ihren 126. Starfighter verloren. Wie das Bundesverteidigungsministerium in Bonn mitteilte, stürzte die Maschine aus bisher noch unbekannter Ursache über dem Schießplatz Helchteren in Belgien ab. Der Pilot kam dabei ums Leben. Er ist der 61. Flugzeugführer, der bei einem Starfighter-Absturz getötet wurde.

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