14 Oktober 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-10-14

DEMONSTRATION IN DÖBRA

Döbra — In Döbra fand am Sonntagabend eine Demonstration von etwa 200 Schülern und Schülerinnen statt. Die Demonstration richtete sich gegen Ordnungsmaßnahmen der Schülerinnenheimleitung. Die demonstrierenden nichtweißen Oberschüler waren zum Tell maskiert und mit Kieries und Eisenstangen bewaffnet. Als die Demonstration zu wilde Formen annahm, wurde die Polizei gerufen. Die Polizei hielt sich länger als eine Stunde zurück. Während dieser Zeit wurde von Seiten der Lehrer versucht, die Demonstranten zur Ruhe zu bringen. Erst als die Demonstration außer Kontrolle er Rädelsführer geriet, griff die Polizei ein. Fünf Schüler und ein Polizist wurden verletzt. Bereits am Samstag hatte eine Schülerversammlung stattgefunden. Hieraufhin wurde der Leitung des Schülerinnenheims ein Ultimatum gestellt. Unter anderem wurde in dem Ultimatum gefordert, dass ein des Schülerheims verwiesenes Mädchen, das jedoch sein Examen schreiben durfte, wieder in das Schülerheim aufgenommen wird, dass die Zahl der Schillerinnen, die im Schülerheim wohnen dürfen, nicht wie angeordnet wegen besserer Übersicht auf 70 beschränkt wird und dass die Mädchen mehr Freizeit haben. Das Ultimatum wurde nicht beachtet. Am Sonntagabend kam es daraufhin zu einer wilden Demonstration.

TEERSTRASSE KAPSTADT — LUANDA

Windhoek — Mit Ausnahme von 64 Kilometern (zwischen Ondangwa und Oshikango) ist die Teerstraße zwischen Kapstadt und Luanda fertiggestellt. Die Entfernung zwischen Kapstadt und Luanda betragt 3 700 Kilometer. Vor wenigen Tagen haben die Portugiesen das letzte Stuck Teerstraße zwischen Sa da Bandeira und Oshikango, eine Lücke von 25 Kilometern vollendet. Reisende nach Angola werden darauf hingewiesen, dass sie an der Grenze zurückgewiesen werden, wenn sie keine gültige Cholera-Impfung nachweisen können. Die Cholera-Impfung kann in Angola nicht nachgeholt werden.

NYERERE LEGT SICH NICHT FEST

London — Präsident Julius Nyerere von Tansania verließ London gestern Abend und begab sieh zur Jubiläumssitzung der Vereinten Nationen nach New York. Vor seinem Abflug aus London Iehnte Nyerere es ab, sich festzulegen, ob Tansania aus dem Commonwealth austreten werde, wenn England Waffen an Südafrika liefere. Nyerere behauptete, britische Waffenlieferungen an Südafrika würden bedeuten, einen Mörder mit Waffen zu versorgen. Er könne keinen Unterschied zwischen. Waffen für den internen Gebrauch und die externe Verteidigung einsehen.

KEINE URTEILSREVISION

Bloemfontein — Das Appellationsgericht in Bloemfontein hat einen Antrag des Kapstädter Millionärs Ronald Vivian Cohen (41) auf Urteilsrevision abgelehnt. Cohen wurde am 21. September im Kapstädter Obergericht zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hat seine 25-jährige Frau Susan am 5. April dieses Jahres in seiner Wohnung in Constantia erschlagen. Gerichtspräsident A.B. Beyers hatte einen Antrag auf Urteilsrevision bereits abgelehnt, worauf Cohen das Appellationsgericht in Bloemfontein angerufen hatte.

FÜR WIEDERAUFNAHME DER FRIEDENSGESPRÄCHE

New York — In einer gemeinschaftlich verfassten und am Dienstagabend in New York veröffentlichten Erklärung der vier Großmächte - USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien — haben diese erneut ihr Bestreben, keine Initiative zur friedlichen Beilegung der Feindseligkeiten im Nahen Osten unbeachtet zu lassen wie auch neue Richtlinien zur Formulierung einer annehmbaren Friedensformel aufzuzeigen, zum Ausdruck gebracht. In der Erklärung heißt es unter anderem, dass der am 22. November 1967 vom Weltsicherheitsrat gefasste Beschluss zur Beendigung des Nahost-Konflikts „vollstens ausgeführt werden muss“. Israel war im Rahmen des damaligen Beschlusses vom Sicherheitsrat aufgefordert worden, sich aus sämtlichen, seit dem Sechstagekrieg besetzt gehaltenen arabischen Territorien zurückzuziehen. Für die arabische Welt war in diesem Zusammenhang eine unverzügliche Feuereinstellung bindend gemacht worden.

Der Beschluss der vier Großmächte war am Dienstag nach einer zweistündigen Konferenz gefasst und anschließend der Presse zugänglich gemacht worden. Gleichzeitig wurde ein neuer Termin, für die Fortsetzung der Friedensgespräche festgelegt, die am 28. Oktober in der sowjetischen Botschaft in New York stattfinden sollen.

SOWJETISCHER U-BOOT-STÜTZPUNKT IN KUBA?

Moskau/Washington — In einem am Dienstagabend über die sowjetische Nachrichtenagentur TASS ausgestrahlten offiziellen Dementi hat die Sowjetunion die Anschuldigung Washingtons, zur Zeit mit dem Bau eines Unterseeboot-Stützpunkts in der Nähe des kubanischen Hafens Cienfuego beschäftigt zu sein, aufs schärfste zurückgewiesen und als „amerikanischer Propagandazug“ abgetan. Die sowjetrussische Stellungnahme erfolgte, kurz nachdem der amerikanische Verteidigungsminister Melvin Laird Moskau unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Vereinigten Staaten den Bau eines solchen Stützpunktes vor Kuba unter keinen Umstanden dulden würden.

Vor rund einem Monat hatte das US-Verteidigungsministerium in einer Erklärung darauf hingewiesen, dass alle Anzeichen auf eine sowjetische Bautätigkeit vor der kubanischen Küste hindeuteten und verschiedene Kriegsschiffe der sowjetischen Marine aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Errichtung eines Unterseeboot-Stützpunktes in der Nähe des Hafens Cienfuego beschäftigt seien. In der Erklärung hieß es damals unter anderem, dass der Stützpunkt unter Umstanden auch Raketen-U-Boote beherbergen werde. Zu diesem Schluss sei das Verteidigungsministerium gekommen, nachdem die Auswertung von Fotomaterial hochfliegender amerikanischer Aufklärungsflugzeuge konkrete Hinweise auf die Bautätigkeit geliefert hatte. Im Verlauf der Flüge habe man außerdem sowjetische Frachter gesichtet, deren an Bord mitgeführte Ausrüstungsgegenstände für den Bau eines permanenten Stützpunktes verwendet werden könnten.

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