17 Juli 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-07-17

NOTSTAND IN GROSSBRITANNIEN

London - Infolge des Dockarbeiterstreiks hat auf Empfehlung der Regierung Königin Elizabeth II, in Großbritannien den Notstand proklamiert. Dies wird der Regierung ermöglichen, Truppen aufzubieten, damit in den Häfen die lebenswichtigen Betriebe aufrechterhalten bleiben können.

KRITISCHER ZUSTAND SALAZARS

Lissabon — Einem ärztlichen Bulletin ist zu entnehmen, dass der seit 1968 halbgelahmte frühere Ministerpräsident, Dr. Antonio de Oliveira Salazar, einen Rückschlag erlitten hat. Welche Form dieser hat, wird nicht angegeben, doch gibt Salazars Zustand zu größter Besorgnis Anlass.

PORTUGAL UND DIE UNO

Lissabon — Die Regierung Caetano hat beschlossen, den seit einigen Jahren verwaisten Posten des Botschafters bei der UNO wieder zu besetzen. Der Botschafter war damals wegen der häufigen „illegalen“ antiportugiesischen Resolutionen zurückgezogen worden. Der ältere Bruder des Außenministers Dr. Rui Patricia, Dr. Antonio Patricio, wird zuerst im Rang eines Generalkonsuls die Führung der portugiesischen Delegation übernehmen. Es ist mit seiner späteren Ernennung zum Botschafter zu rechnen.

JOHANNESBURGER MILLIONÄR ENTFÜHRT

Johannesburg — Der bekannte südafrikanische Millionär, Dr. Melville Finn aus Johannesburg, wurde am Donnerstag bei vorgehaltener Schusswaffe aus seiner Wohnung entführt. Nach den Angaben der Polizei trafen am Donnerstagnachmittag zwei Weiße bei Dr. Finns Wohnung ein und überredeten ihn, in sein Auto zu steigen. Mit einer Pistole wurde er gezwungen loszufahren. Etwas später übernahm einer der Kidnapper das Steuer und lenkte den Wagen zu einem verlassenen Ort. Dort wurde Dr. Finn von seinen Entführern zusammengeschlagen. Mit schweren Kopfverletzungen wurde er in das Johannesburger Allgemeine Krankenhaus eingeliefert. Bei der späteren Verhaftung der Entführer zückte der eine seinen Revolver, hielt ihn sich an die Schläfe und drückte ab. Er ist später im Krankenhaus dieser Schusswunde erlegen.

UN-BOTSCHAFTER NACH KANADA

New York — Südafrikas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Matthys Botha, der in New York zu den populärsten Diplomaten gehörte, ist am Donnerstag nach Kanada abgereist, um dort das Amt des südafrikanischen Botschafters zu Obernehmen.

Botha wurde im Juli 1932 zum Botschafter der Republik bei den Vereinten Nationen ernannt. Im diplomatischen Dienst Südafrikas gilt dieser Posten, den Botha mehr als acht Jahre innehatte, als das schwierigste Amt. Bisher ist noch kein Nachfolger ernannt worden. Inzwischen wird Carl von Hirschberg als Charge d'Affaires fungieren.

PRAG ERWARTET INITIATIVE BONNS

Prag — Die Tschechoslowakei ist zu Verhandlungen mit der deutschen Bundesrepublik bereit und erwartet hierzu eine Initiative Bonns. Das geht aus einer Erklärung hervor, mit der das tschechoslowakische Außenministerium zu einer Äußerung von Bundesaußenminister. Walter Scheel Stellung nahm, dass Prag offenbar zurzeit noch keine Verhandlungen in Bonn beginnen wolle. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte laut CETEKA, dass für diese Mutmaßung Scheels „keine Gründe vorhanden sind“. Aus allen Erklärungen tschechoslowakischer Politiker in der letzten Zeit gell vielmehr ganz klar hervor, dass Prag eine Initiative Bonne, erwarte. Es sei „kein Grund vorhanden, die Bereitschaft der tschechoslowakischen Regierung zu Gesprächen zu bezweifeln“.

Scheel hatte am 8. Juli in Bonn erklärt, die Bonner Regierung sei nach Fortschritten in ihren Verhandlungen mit Moskau und Warschau auch an Gesprächen mit Prag interessiert. Er hatte jedoch hinzugelegt, Bonn habe damit „keine Eile“, da auch die CSSR im Augenblick offenbar noch nicht verhandeln wolle.

EMMEL IN WARSCHAU EINGETROFFEN

Warschau — Zur Übernahme seines neuen Amtes als Leiter der deutschen Handeismission in Warschau ist Ministerialrat Dr. Egon Emmel in Warschau eingetroffen. Emmel löst den zum 1. Juli pensionierten Dr. Heinrich Box ab, für den er auch an den deutsch-polnischen Normalisierungsgesprächen teilnehmen wird. Die fünfte Runde dieser Gespräche wird Ende dieses Monats fortgesetzt.

Emmel war bisher Botschafter für handelspolitische Fragen und Entwicklungshilfe im Auswärtigen Amt. Er hat in den letzten Jahren für die Bundesrepublik die Wirtschaftsverhandlungen mit verschiedenen Ostblockstaaten geführt, darunter auch mit Palen. So war er auch deutsch Delegationschef bei den Verhandlungen über das langfristige Handelsabkommen zwischen Polen and der Bundesrepublik das er Ende Juni in Warschau in Anwesenheit von Bund Wirtschaftsminister Karl Schiller paraphierte.

BUNDESKANZLER BRANDT BEIM PAPST

Vatikanstadt — Bundeskanzler Willy Brandt ist am 13. Juli von Papst Paul in Audienz empfangen worden. Die Wagenkolonne des Kanzlers traf kurz vor 10 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze auf dem Petersplatz ein. Es war der erste Besuch, den Brandt, der das ihm kurz vorher verliehene Großkreuz des Pius-Ordens trug, als deutscher Bundeskanzler dem Heiligen Stuhl abstattete. Die vergangenen drei Male war er als Regierender Bürgermeister von Berlin und als Außenminister vom Papst empfangen wurden.

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