05 November 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-11-05

KRANKENWAGEN KAM NICHT

Windhoek — Nach Angaben eines Augenzeugen brach ein Nichtweißer gestern gegen 17.30 Uhr auf seiner Arbeitsstelle in der Kastell-Straße zusammen. Versuche, einen Krankenwagen herbeizuholen, blieben mehr als zwei Stunden ergebnislos.

115 000 RAND BELOHNUNG

Montreal — Die Regierungen Kanadas und Quebecs haben eine gemeinschaftliche Belohnung in Höhe von umgerechnet 115000 Rand für Informationen ausgesetzt, die zur Verhaftung der Mörder des Arbeitsministers von Quebec, Pierre Laporte, und der Entführer des britischen Handelsattachés in Kanada, James Cross, führen. Gleichzeitig sicherten die beiden Regierungen etwaigen Informanten volle Protektion zu.

Hinsichtlich des Schicksals des entführten britischen Handelsattachés äußerte ein Regierungssprecher am Montagabend, dass zwar keine neuen Informationen eingetroffen seien, man den Entführten jedoch noch am Leben wähne. Einem Obduktionsbefund der kanadischen Polizei zufolge sei der ermordete Arbeitsminister Laporte von seinen Entführern stranguliert worden, wobei man sich einer Halskette des Ermordeten bediente. Gleichzeitig gab ein Polizeisprecher bekannt, dass das Angebot der Regierung auf freies Geleit für die Terroristen bei Freilassung des britischen Handelsattachés nach wie vor bestehen bleibe.

BIS ZUM JAHRE 2006 VERDOPPELUNG DER ERDBEVÖLKRUNG

New York — Die Bevölkerung der Erde wird sich bis zum Jahre 2006 verdoppeln, wenn die gegenwärtige Zuwachsrate von 1,6 Prozent gleichbleibt. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Statistischen Jahrbuch der Vereinten Nationen hervor. Auf der Erde lebten im Juni vorigen Jahres 3,55 Milliarden Menschen.

Mehr als die Hälfte aller Menschen, nämlich knapp zwei Milliarden oder 56 Prozent, leben in Asien. Es folgen Europa (460 Millionen), Afrika (345 Millionen) und Südamerika (276 Millionen). Volksreichstes Land der Erde ist mit 740 Millionen Einwohnern das kommunistische China. Auf den nächsten Plätzen folgen Indien, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten.

Nach Angaben der Statistiker ist Tokio mit mehr als neun Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt, gefolgt von New York (7,8 Millionen).

Herzinfarkt und Krebs führen die Liste der häufigsten Todesarten in den wirtschaftlich hochentwickelten Ländern an.

ÜBER 100 CHOLERA-TOTE AN DER ELFENBEINKÜSTE

Abidjan — Über hundert Menschenleben soll die Cholera während der vergangenen Monate an der Elfenbeinküste gefordert haben, erklärte am Montag ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation in Genf. Ebenfalls von der Epidemie betroffen seien auch die Staaten Sierra Leone und Liberia, wodurch die Gefahr, dass die Cholera auch auf die Nachbarstaaten Ghana, Togo, Dahomey und Nigeria übergreifen könnte, erheblich verstärkt worden sei.

SELBSTMORDVERSUCH

Athen — Der tschechoslowakische Botschafter in Griechenland, Pavol Majling, versuchte am Montagabend in seinem Büro in der Botschaft Selbstmord zu begehen. Er wurde mit einer Kugelwunde im Nacken ins Hospital gebracht, nachdem er sich durch den Mund geschossen hatte. Der 60-jährige Diplomat befindet sich nicht in Lebensgefahr, da keine lebenswichtigen Teile verletzt wurden. Es war noch nicht möglich, den Botschafter zu vernehmen. Das Botschaftspersonal gab keine Auskunft.

„TÖTEN IST NICHT BESONDERES“

Maseru — Ein schwedischer Staatsbürger gab einer Gruppe von Basotho Waffen und Munition und sagte ihnen, sie müssten den Gesundheitsminister Leseteli umbringen und sein Haus niederbrennen, sagte ein Kronzeuge im Obergericht von Lesotho. Vor Gericht stehen 26 Basotho, die angeklagt sind, am 14. Februar einen Attentatsversuch auf den Gesundheitsminister unternommen zu haben. Auf eine Frage des Verteidigers antwortete der Zeuge, dass der Geschäftsführer eines kunstgewerblichen Geschäftes in Makaleng, Peter Govenius, am 12. Februar eine Versammlung von Anhängern der Kongresspartei einberufen habe. Er habe ihnen erklärt, dass in Lesotho der Notstand herrsche und gab ihnen den Auftrag, indem er ihnen Waffen und Munition übergab, den Gesundheitsminister zu ermorden, weil dieser in den Wahlen geschlagen, aber trotzdem nicht zurückgetreten sei.

KEINE FEINDSELIGE EINSTELLUNG

New York — In einer Ansprache vor dem politischen Sonderkomitee der UNO-Generalversammlung äußerte am Donnerstag der Botschafter Somalias, dass schwarze Afrikastaaten keine Feindseligkeiten gegenüber der weißen Bevölkerung Südafrikas hegten. Gleichzeitig machte der Botschafter jedoch darauf aufmerksam, dass die südafrikanische Regierung fortwährend bestrebt sei, liberale Tendenzen zu unterdrücken, in der Hoffnung, die durch sie geschützte Apartheidspolitik dadurch schätzen und aufrechterhalten zu können. Besonders scharf verurteilte der Botschafter in diesem Zusammenhang, die „brutale Unterdrückung“ von Studentendemonstrationen wie auch die Inhaftierung weißer Liberal durch die Regierung Südafrikas. Alle diese Aspekte führten klar vor Augen, dass die südafrikanische Regierung „nichts mehr hasse, als weiße und nichtweiße Südafrikaner zusammenzuführen.“

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