19 August 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-08-19

FÜNF SCHWERVERLETZTE AUF DER „GEORGIOS V“

Walvis Bay - Der Marinearzt Dr. M. Jordan erreichte am Dienstag den griechischen Tanker „Georgios V“ mit der Rettungsbarkasse „R 30“ der südafrikanischen Marine. Er wurde ohne Zwischenfall an Bord genommen und brachte größere Mengen Medikamente mit. Der Tanker „Georgios V“ erlitt in der vergangenen Woche schweren Maschinenschaden, als sich eine Explosion im Maschinenraum ereignete. Zehn Besatzungsmitglieder wurden bei dieser Explosion zum Teil schwer verletzt.

Unmittelbar nach seiner Ankunft an Bord des Tankers untersuchte. Dr. Jordan die verletzten Besatzungsmitglieder und signalisierte anschließend der wartenden Rettungsbarkasse, dass er es nicht für ratsam halte, die Verletzten überzuladen. Dr. Jordan meldete ferner, dass er neun verletzte Personen untersucht habe. Alle haben Brandwunden erlitten. Der Zustand des 65-jährigen Zweiten Ingenieurs, dessen Name nicht bekanntgegeben wurde, soll besonders besorgniserregend sein. „Wir haben noch keine Gewissheit darüber, ob eines der Besatzungsmitglieder seinen Verletzungen erlegen ist oder nicht“, erklärte der Walvis Bayer Hafenkapitän J. E. Pain am Dienstagnachmittag. Nachdem die Entscheidung getroffen worden war, dass die Patienten an Bord des Tankers bleiben sollen, nahm die Rettungsbarkasse „R 30“ Kurs auf Lüderitzbucht, wo sie Vorräte und Brennstoff an Bord nehmen wird, ehe sie nach Saldanha Bay zurückkehrt.

BEFREIUNGSKOMITEE TAGT

Addis Abeba - DiaIlo Telli, Generalsekretär der Organisation für Afrikanische Einheit, appellierte an die Vereinten Nationen, den afrikanischen Befreiungsbewegungen materielle Hilfe zu gewahren. Telli eröffnete die dreitägige Sitzung des Befreiungskomitees der Organisation für Afrikanische Einheit in der Afrikahalle in Addis Abeba. Das aus elf Ländern bestehende Komitee will über den Kampf gegen den Kolonialismus in Afrika beraten, um dem Ministerrat der Organisation entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Unter anderem will man kollektive Maßnahmen gegen England ergreifen, falls die Regierung Heath Waffen an Südafrika liefert. Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland gerieten ebenfalls in das Feuer der Kritik. Den beiden Ländern wurde von dem Vertreter Tansanias vorgeworfen, Waffen an das „Apartheidsregime“ zu liefern.

DIE KONFERENZ DER BLOCKFREIEN

Lusaka – Bis jetzt haben 29 Staatsoberhäupter ihre Anwesenheit auf der Konferenz der Blockfreien angekündigt, die vom 8. bis 11. September in Lusaka stattfinden soll. Von den 64 eingeladenen Staaten haben bis jetzt 37 zugesagt. Acht amerikanische Staaten sind als Beobachter eingeladen worden. Aus Afrika sind vertreten:' Botswana, Kongo-Kinshasa, Burundi, Äthiopien, Mauritius, Sierra Leone, Uganda, Tansania, Somalia, Sudan und Sambia. Aus Amerika werden Guyana und Jamaika. vertreten sein, aus Asien Ceylon, Indien, Malaysia, Singapur und Nepal. Von den europäischen Staaten nehmen Zypern und Jugoslawien teil. Präsident Tito von Jugoslawien gehört zu den größten Förderern des Zusammengehens der blockfreien Staaten. Die Außenminister der teilnehmenden Staaten werden am 6. und 7. September in Lusaka zusammentreffen.

WEITERHIN PLANMÄSSIGER FLUGVERLAUF VON VENUS 7

Moskau - Wie die sowjetische Nachrichtenagentur TASS am Dienstagabend mitteilte, verlaufe der Flug der am Montag gestarteten Planetensonde Venus 7 weiterhin planmäßig. Wissenschaftler des Astrophysikalischen Laboratoriums in Simferopol verfolgen den Flug der 1 180 Kilogramm. wiegenden Sonde zurzeit mit Hilfe eines Riesenteleskops. Venus 7 hat inzwischen eine Strecke von rund 200 000 Kilometern zurückgelegt. Ihr Niedergang auf der Oberfläche der Venus wird voraussichtlich spät im Dezember erfolgen. Während ihrer viermonatigen Flugzeit wird Venus 7 eine Strecke von über 350 Millionen Kilometern zurücklegen müssen.

ASTRONAUTEN BESTEHEN „PRÜFUNG“

Stuttgart - Die Apollo-14-Astronauten Alan B. Shepard und Edgar D. Mitchell sowie die beiden Reservepiloten Eugene A. Cernan und Joe H. Engle haben ihre wissenschaftliche Prüfung über Gesteinsarten im besterhaltenen Meteoritenkrater der Welt, dem Nördlinger Ries in Bayern erfolgreich bestanden. Das Nördlinger Ries entstand vor rund 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten von etwa einem Kilometer Durchmesser.

SPANNUNGEN IM ARABISCHEN LAGER

Amman — Irak hat Jordanien mitgeteilt, dass seine 12 000 Mann zählenden Truppen, die im nördlichen Jordanien stehen, den palästinischen Guerillas unterstellt worden seien. Auf der Seite der Kommandos wird behauptet, König Hussein ziehe um Amman Truppen zusammen, um gegen die Guerillas vorgehen zu können. Der palästinische Guerillaführer Yassir Arafat ist in Bagdad eingetroffen, um mit der irakischen Regierung über das weitere Vorgehen zu beraten. Bei Zusammenstoßen zwischen der jordanischen Armee und Gueril­las sollen im Juni allein einige hundert Guerillas und Zivilisten getötet worden sein.

UNTERSUCHUNG DES WELTGERICHTSHOFES

New York — Die USA, Kanada, Japan und fünf andere Länder haben am Dienstag eine umfassende Überprüfung der Funktionen des Internationalen Gerichtshofes befürwortet. Als Beweis fier die Notwendigkeit einer derartigen Studie führten diese Lander die Tatsache an, dass das Weltgericht bis zum Juni dieses Jahres, als der Weltsicherheitsrat um ein Gutachten in der Südwestafrika-Frage ersucht hatte, keinen einzigen Fail zu behandeln hatte.

Diese Situation stehe nicht im Einklang zu den Fähigkeiten der Richter und den Bedürfnissen der internationalen Gemeinschaft, heißt es in der Begründung zu einem Tagesordnungspunkt für die bevorstehende Sitzung der General-versammlung der Vereinten Nationen. Der Internationale Gerichtshof wurde 1945 nach der Gründung der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Den Haag ins Leben gerufen.

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