12 Juni 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-06-12

WIEDER EIN DEUTSCHER

BOTSCHAFTER ENTFÜHRT

Rio de Janeiro – Der westdeutsche Botschafter Ehrenfried von Holleben ist in der Nacht zum Freitag nach einer Schießerei, bei der zwei seiner Leibwächter getötet wurden, in Rio de Janeiro entführt worden. Das gaben diplomatische Quellen bekannt. Der 60-jährige Botschafter blieb unversehrt. Seine Kidnapper entführten ihn in einem roten Volkswagen.

Die Entführung durch vier junge Männer und eine junge Frau, die mit Maschinengewehren bewaffnet waren, war eine absolute Präzisionsarbeit. Sie entkamen den Leibwächtern in dem Dienstwagen des Botschafters sowie weiteren Leibwächtern in einem zweiten Fahrzeug. Diese Entführung gleicht derjenigen im September vergangenen Jahres, als der amerikanische Botschafter C. Burke Elbrick, und derjenigen, als der japanische Konsul in Sao Paulo Nobuo Okoshi im März dieses Jahres entführt wurden. Beide wurden unversehrt wieder entlassen, nachdem insgesamt 20 politische Häftlinge von der brasilianischen Regierung freigelassen worden waren.



König Hussein verletzt

Amman – Wie erst jetzt bekannt wurde, ist König Hussein während des Überfalls am letzten Montag leicht verletzt worden. Drei Mitglieder seiner Leibgarde wurden getötet und fünf verwundet. Das Kommando, das den Angriff ausführte, verlor sechs Tote und einen Gefangenen. Der König feuerte selber auf die Angreifer. Auf Druck der Guerillas musste König Hussein seinen Onkel als Oberkommandierenden der jordanischen Streitkräfte und seinen Vetter, Kommandant der Panzerdivisionen, entlassen. In Amman ist der algerische Außenminister Abdel Aziz Bouteflika eingetroffen, der zwischen der jordanischen Armee und den Guerillas vermitteln soll. Die Guerillas halten die 58 ausländischen Geiseln immer noch in zwei Hotels fest. Obwohl zwei Journalisten freikamen, sind immer noch zwölf Journalisten verschiedener Nationalität gefangen. Zwei weitere Deutsche wurden als Geiseln gefasst, so dass sich nun sechs Deutsche in Gefangenschaft befinden.



SAM NUJOMA SUCHT HILFE

Lagos – Swapo-Präsident Sam Nujoma bemüht sich zurzeit um mehr Hilfe für den bewaffneten Kampf gegen Südwestafrika. In Lagos, forderte er mehr Waffen und sonstige Hilfelieferungen wie Kleider und Medikamente für seine „Freiheitskämpfer”. Nujoma meinte, sowohl die Organisation für Afrikanische Einheit als auch die einzelnen Länder müssen Swapo im Kampf gegen die südafrikanische Administration in Südwestafrika unterstützen.

Nujoma besuchte Uganda und den Kongo Kinshasa, bevor er. Lagos erreichte. Anschließend will er nach Liberia, Sierra Leone, Guinea, Mauretanien, Marokko, Algerien und Libyen, um Hilfe zu erhalten. In Lagos erzählte Sam Nujoma auf einer Pressekonferenz, Südwestafrika sei nun ein vollständiger Polizeistaat. Über 30 Swapo-Führer seien zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden. Tausende von Swapo-Angehörigen befanden sich ohne Gerichtsverfahren in Haft. Die südafrikanische Wehrmacht erschieße jeden, von dem sie vermute, er sei ein Terrorist oder beherberge Terroristen.



SCHWERE STRAFEN FÜR JAGDVERGEHEN

Keetmanshoop – Polizeisergeant Willem Jacobus Burger (44) -und der Keetmanshooper Fellkäufer, Johannes Blom (40) wurden im Rahmen der südwestafrikanischen Jagdgesetze wegen illegalen Jagens vom Magistratsgericht in Keetmanshoop für schuldig befunden. Sie haben im November vergangenen Jahres acht Springböcke ohne Lizenz auf Privatland geschossen.

Gegen beide lagen drei Anklagen vor. Polizeisergeant Burger wurde zu 200 Rand oder zu 200 Tagen Gefängnis mit zusätzlichen 75 Tagen Gefängnis verurteilt. Die 75.Tage Gefängnis wurden auf drei Jahre mit Bewährung ausgestellt. Ferner wurde er zu 50 Rand oder 50 Tagen verurteilt. Das Urteil gegen Blom lautete auf 150 Rand oder 150 Take Gefängnis. Auch er wurde zu zusätzlichen 75 Tagen Gefängnis verurteilt. Diese wurden ebenfalls auf drei Jahre mit Bewährung ausgestellt. Ferner wurde er zu 30 Rand oder 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Die verwendete Schusswaffe und dazugehörige Munition wurden vom Staat konfisziert.



VERLÄNGERUNG DES NOTSTANDES

Salisbury – Das rhodesische Parlament hat in seiner Sitzung den bereits viereinhalb Jahre alten Notstand – er war kurz vor der Erklärung der Unabhängigkeit proklamiert worden – für ein weiteres Jahr erneuert. Es kam auch zur ersten Abstimmung im ersten republikanischen Parlament. Alle sieben Vertreter von den Stämmen und die sieben schwarzen der Zentrumspartei sowie der einzige schwarze Abgeordnete der Nationalen Volksunion stimmten gegen die Erneuerung des Notstandes, der mit 43 Stimmen der weißen Mitglieder der Rhodesischen Front angenommen wurde. Ein Stammesmitglied nahm infolge Erkrankung nicht teil.



JAAP MARAIS IST SCHULDIG

Pretoria – Der ehemalige Volksratsabgeordnete für Innesdal und stellvertretende Führer der Herstigte Nasionale Party, Jaap Marais; ist vom Magistratsgericht im Rahmen des Paragraphen 6 über Untersuchungskomissionen für schuldig befunden worden. Marais wurde zu 25 Tagen Gefängnis oder 50 Rand verurteilt. Die Strafe wurde auf zwölf Monate Bewährung ausgestellt. Marais hatte im November vergangenen Jahres die Aussage vor der Kommission zur Untersuchung der Staatssicherheit verweigert.

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