16 November 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-11-16

RUND 16 000 KATASTROPHENOPFER IN PAKISTAN

Dacca – Die Zahl der Todesopfer in den Deltagebieten des Ganges im östlichen Pakistan, die am vergangenen Freitagmittag von einem mit einer Stundengeschwindigkeit von rund 200 Kilometern dahinrasenden Zyklon erfasst und von einer anschließend folgenden, etwa sechs Meter hohen Flutwelle überschwemmt wurden, ist in der Nacht zum heutigen Montag nach offiziellen Angaben auf über 16 000 gestiegen. Die für das Katastrophengebiet zuständige pakistanische Regierungsbehörde äußerte jedoch inzwischen die Befürchtung, dass die Zahl der Katastrophenopfer auf über 300 000 steigen werde.

Vier weitere, in der Bucht von Bengalen gelegene Inseln wurden ebenfalls von dem Unwetter erfasst und nahezu völlig überschwemmt. Ganze Dörfer und Stadtteile wie auch umfangreiche Vieh- und -Erntebestände fielen der Verwüstung anheim. Allein auf einer der Inseln, die nach der letzten Volkszählung von rund 1,4 Millionen Menschen bevölkert werden, fehlt zur Zeit jegliche Spur von einer am Wochenende eingetroffenen, etwa 15 000 Hindu zählenden Pilgermenge. Ein bis zum Ausbruch der Katastrophe in der Bucht vor Anker liegender indischer Frachter (5 400 BRT) mit 49 Besatzungsmitgliedern wird gegenwärtig ebenfalls vermißt.

VAKUUM IM INDISCHEN OZEAN

Johannesburg — Der ehemalige Generalstabschef der Niederlande, General H. J. Kruls, erklärte in Johannesburg, es bestehe Grund zur Beunruhigung über die gewaltige Zunahme der sowjetischen Marine-Einheiten in der ganzen Welt. Die Westmächte, so erklärte General Kruls, seien in zunehmendem Maße über die Anwesenheit sowjetischer Marinestreitkräfte, vor allem im Indischen Ozean, beunruhigt.

Hier habe bisher ein Vakuum bestanden. Ferner sei die sowjetische Seemacht i, Mittelmeer sowie im Nord- und Südatlantik erheblich verstärkt worden. General Kruls besucht zur. Zeit als Gast der Südafrika-Stiftung die Republik. Er ist Berater der holländischen Fluggesellschaft KLM.

„WIR LEBEN GLÜCKLICH ZUSAMMEN“

Umtata - Der Ministerpräsident der Transkei, Kaiser Mantanzima, erklärte in einem Gespräch mit dem stellvertretenden holländischen Ministerpräsidenten, J. A. Bakker, er wolle das Vorurteil ausräumen, die Völker Südafrikas lebten nicht glücklich miteinander. Bei dem Gespräch, dass in den Amtsräumen Mantanzimas stattfand, war das gesamte Kabinett der Transkei anwesend. Niemals zuvor habe eine so gute Zusammenarbeit zwischen Schwarz und Weiß in Südafrika existiert wie heute.

Die Politik der getrennten Entwicklung bestehe, seit Schwarze und Weiße nach Südafrika gekommen seien. Er, Mantanzima, könne nicht die Gründe für die wilden Erklärungen, die bei den Vereinten Nationen abgegeben werden, einsehen. „Die Bantuvölker sind dieser Erklärungen überdrüssig“, sagte er. Die Volker Südafrikas könnten ihre Probleme selbst Iösen. Die Vereinten Nationen sollten sich nicht zu sehr auf Südafrika konzentrieren. Es gebe genug andere Probleme in der Welt.

DEUTSCHER SÖLDNER IM SUDAN FESTGENOMMEN

Kairo — Die Armee des Sudan hat nach Angaben von Verteidigungsminister Generalmajor Chalid Hassan Abbas vier Stützpunkte der Aufständischen im Süden des Landes zerstört und dabei auch den westdeutschen Söldnerführer Rolf Schneider verhaftet. Wie Abbas in einer Pressekonferenz in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mitteilte, ist Schneider festgenommen worden, als er versuchte, über die Grenze nach Uganda zu flüchten. Abbas bezeichnete Schneider als einen „berüchtigten“ Söldnerführer der bereits im Kongo und früheren Biafra Söldnertruppen ausgebildet und geleitet habe. In den südlichen Provinzen des Sudan habe Schneider Söldner und einheimische Sezessionisten geschult, die „von Amerika und Israel unterstützt und finanziert“ wurden.

DEUTSCH-POLNISCHER VERTRAG

Warschau — Nach einer langen Nachtsitzung, die mehr als sechs Stunden dauerte, und nach elftägigen Verhandlungen, haben Bundesaußenminister Dr. Walter Scheel und der polnische Außenminister-Stefan Jedrychowski am Samstag früh einen Vertrag abgeschlossen, der 25 Jahre nach Kriegsende die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Polen normalisieren soll. Der Vertrag wird am Mittwoch unterzeichnet werden. Außenminister Scheel flog noch am Samstag nach München, um auf der Zugspitze einer Konferenz der Freien Demokraten beizuwohnen. Sowohl in Bonn wie in Warschau herrscht groBe Befriedigung über den Abschluss des Vertrages.

FLUGZEUGABSTURZ FORDERT 75 MENSCHENLEBEN

Huntington (West Virginia) — 75 Menschenleben forderte am Samstagabend der Absturz eines Charterflugzeugs vom Typ DC-9, das kurz vor der Landung auf dem Flughafen von Huntinghon, im amerikanischen Bundesstaat Virginia, bei nebligem Wetter mit einer Bergspitze kollidierte und anschließend beim Aufschlag auf die Erdoberfläche explodierte. Unter den ums Leben Gekommenen befand sich neben einigen Schlachtenbummlern auch eine 37-köpfige Fußball-Mannschaft der Marschall-Universität, die gerade von einem Turnier aus Nord Carolina zurückgekehrt war. Rettungsarbeiter fanden Leichen im Umkreis bis zu 180 Metern verstreut, die anscheinend durch die der Explosion folgende Druckwelle aus dem entzweigebrochenen Rumpf der Maschine geschleudert worden waren.

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